Ogier-Entscheidung noch vor Wales?

Thierry Neuville hat sich entschieden und seinen Vertrag mit Hyundai um weitere drei Jahre verlängert. Jetzt blickt die Szene gespannt auf Sebastien Ogier, dessen Rückkehr zu Citroën immer wahrscheinlicher wird.

18. September 2018

Michael Heimrich

Ogier-Entscheidung noch vor Wales?

Die Rallye Türkei verlief alles andere als gut für Sebastien Ogier. Zwei Mal hatte der Franzose die beste Aussicht auf den Sieg, zwei Mal kam ihm im Kampf um die Tabellenspitze in der Fahrerwertung etwas dazwischen. 
Erst war es eine gebrochene Radaufhängung, dann ein seltener Fahrfehler. Am Sonntag kämpfte sich Ogier noch auf Rang zehn nach vorne und setzte auf der abschließenden Power Stage die zweitschnellste Zeit, was mit weiteren vier WM-Zählern belohnt wurde. Zwar fiel Ogier in der Fahrertabelle auf die dritte Position hinter Thierry Neuville und Türkei-Sieger Ott Tänak zurück, der Abstand zum Erstplatzierten blieb mit 23 Punkten jedoch unverändert.
„Wirklich ein frustrierendes Wochenende, aber das gehört mit zum Spiel und wir müssen es akzeptieren“, ärgert sich Ogier. „Wir haben alles gegeben, aber es blieb unbelohnt. Immerhin konnten wir auf der letzten Prüfung noch einige Punkte einsammeln, die machen sich vielleicht noch bezahlt. Tatsächlich erleben wir jetzt einen Dreikampf um den Titel, und entschieden ist noch gar nichts!“
Um den Kopf für das spannende Saisonfinale frei zu haben, will sich Ogier scheinbar bis zur Wales Rally GB (4. bis 7. Oktober) entscheiden, für welches Team er künftig fahren wird. Aktuell deutet vieles auf einen Wechsel zu Citroën hin, dort könnte Ogier zusammen mit Esapekka Lappi jenes schlagkräftige Team bilden, das er in diesem Jahr bei M-Sport vermisst. 

Ein Kreis würde sich schließen

Ogier startet seine WM-Karriere mit Citroën, trennte sich aber Ende 2011 vom Team, als dieses weiterhin auf Sebastien Loeb als Nummer-1 setzte. Anschließende feierte Ogier mit Volkswagen seine ersten WM-Titel und wechselte nach dem Ausstieg der Wolfsburger zu M-Sport. Für den letzten Vertrag seiner WRC-Karriere könnte Ogier wieder nach Frankreich zurückkehren. Dort arbeitet Teamchef Pierre Budar seit längerer Zeit intensiv an einer Verpflichtung des Weltmeisters. „Wir haben keinen festen Zeitpunkt für irgendeine Bekanntgabe“, sagte Budar. „Diese wird kommen, wenn wir alle bereits sind.“ 


Auf der anderen Seite will M-Sport-Chef Malcolm Wilson alles dafür geben, um Ogier weiterhin in seinen Reihen zu halten. In dieser Saison bekam er bereits mehr Unterstützung durch Ford, allerdings handelt es sich weiterhin nicht um ein offizielles Werksengagement. „Sebastien zu behalten steht im Fokus unserer Pläne für das nächste Jahr“, erklärte Wilson.

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