Nach Neuville-Entscheidung: Was machen die anderen Fahrer?

Es war keine wirkliche Überraschung. Thierry Neuville hat seinen Vertrag mit Hyundai um weitere drei Jahre verlängert. Wie entscheiden sich nun die anderen Fahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft.

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  • Muss Mads Östberg Platz für Sebastien Ogier machen?

Es war keine wirkliche Überraschung. Thierry Neuville hat seinen Vertrag mit Hyundai um weitere drei Jahre verlängert. Wie entscheiden sich nun die anderen Fahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft.

Thierry Neuville schaffte Klarheit. Der Belgier unterzeichnete vor der Rallye Türkei einen neuen Dreijahresvertrag bei Hyundai. „Das gibt mir Sicherheit und wir können nun das neue Auto gemeinsam entwickeln“, erklärte Neuville, der damit ebenfalls unterstrich, dass sich Hyundai klar zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) bekennt. Spekulationen über einen möglichen Wechsel auf die Rundstrecke bewahrheitete sich nicht. 

Nachdem sich Neuville festgelegt hat, wartet die Szene nun gespannt auf die Entscheidung von Sebastien Ogier. Der Weltmeister will in Kürze verkünden, bei welchem Team er künftig fahren wird. Mittlerweile ist bekannt, dass Citroën heftig um Ogier wirbt und dieser durchaus bereit ist, einen mehrjährigen Vertrag zu unterschreiben. „Ich habe nie behauptet, dass ich mich nur noch ein Jahr binden möchte“, erklärte Ogier. „Ich habe nur gesagt, dass es mein letzter Vertrag sein wird“, hält der Franzose die Gerüchteküche weiter am köcheln.

Ein heißer Kandidat für Citroën ist auch Esapekka Lappi. Der Finne würde zwar gerne bei Toyota bleiben, aber wenn die Offerte aus Frankreich lukrativ genug ist, steht einem Wechsel nichts im Wege. Mit Ogier und Lappi hätte Citroën das schlagkräftige Team, von dem Teamchef Pierre Budar schon seit längerer Zeit träumt. Craig Breen könnte ein drittes Auto zur Verfügung gestellt bekommen. Für Mads Östberg wäre kein Platz mehr. Wieder einmal.

Bleibt Abu Dhabi Citroën treu?

Um Ogier und, oder Lappi finanzieren zu können, braucht es einen starken Partner. Der Vertrag mit Abu Dhabi läuft aus und noch haben die beiden Seiten die weitere Zusammenarbeit nicht fixiert. Scheich Khalid Al-Qassimi deutete in der Vergangenheit allerdings bereits mehrfach an, dass für ihn nur die Zusammenarbeit mit einem Hersteller in Frage kommt. Trotz des gesteigerten Ford-Engagements zählt er M-Sport nicht zu diesem Kreis. Sollte er seine Millionen aus der Wüste weiterhin in der Rallye-WM ausgeben, dann gilt eine Erneuerung der Partnerschaft mit Citroën als so gut wie sicher. 

Einig sind sich alle Beteiligten in einem Punkt. Entscheidungen sollten bald folgen. „Ich habe kein Interesse erneut bis zum Jahresende zu warten“, stellt Ogier klar. Auch Lappi hofft in den nächsten Wochen Klarheit über seine Zukunft zu erhalten. „Es ist nicht einfach, so ein wichtiges Thema zwei oder drei Rallyes im Hinterkopf zu haben“, sagte der 27-jährige. „Ich denke jeder Fahrer will, wenn er einen Vertrag unterschrieben hat, das auch so schnell wie möglich öffentlich machen, damit der Druck raus ist.“ Soll heißen, womöglich werden noch vor der Wales Rally GB weitere Fahrerverträge verkündet.