WRC27-Projekt geprüft

Richards: Was Red Bull bei der WRC falsch machte

David Richards kritisiert die bisherige Vermarktung der Rallye-Weltmeisterschaft und fordert einen Kurswechsel. Gleichzeitig prüft seine Firma Prodrive eine Rückkehr in die WRC. Erste Gespräche mit dem neuen Promoter haben bereits stattgefunden.

22. Oktober 2026

Michael Heimrich

Richards: Was Red Bull bei der WRC falsch machte

WRC-Promoter-Chef Eric Boullier und sein für das operative Geschäft zuständiger Kollege Julien Vial besuchten am Mittwoch die britische Motorsportschmiede Prodrive. Dort trafen sie sich mit Firmengründer David Richards, der mit Subaru drei Herstellertitel sowie die Fahrerweltmeisterschaften von Colin McRae, Richard Burns und Petter Solberg gewann.

Prodrive ist seit dem Ende des Mini-Projekts 2012 nicht mehr in der Rallye-WM vertreten. Mit dem neuen WRC27-Reglement, das auch unabhängigen Konstrukteuren den Einstieg ermöglicht, könnte sich das ändern.

Richards kritisiert Red-Bull-Strategie

Richards, der selbst zeitweise die kommerziellen Rechte der Rallye-WM besaß, sieht vor allem bei der Vermarktung erheblichen Nachholbedarf. „Der Fehler, den Red Bull in den letzten Jahren gemacht hat, war, nur noch die ohnehin Begeisterten anzusprechen“, erklärte Richards gegenüber DirtFish.

Abonnements an bestehende Rallyefans zu verkaufen, sei zwar vergleichsweise einfach, langfristig werde dadurch jedoch der Markt immer kleiner. Stattdessen müsse die WRC wieder ein breites Publikum erreichen.

Richards fordert deshalb eine engere Zusammenarbeit mit Fernsehsendern und Medien. Bilder und Berichte müssten wesentlich leichter zugänglich werden. Auch die Veranstaltungen selbst sollten wieder stärker in die Öffentlichkeit rücken.

„Wir müssen die Menschen erreichen und dürfen uns nicht verstecken“, betont Richards. Er regt an, wieder mehr Rallyes mit einer Streckenführung von einem Ort zum nächsten auszutragen und Zeitkontrollen in Stadtzentren einzurichten, statt sich ausschließlich auf abgelegene Waldprüfungen zu konzentrieren.

Jüngere Zielgruppe begeistern

Eine weitere Idee von David Richards ist die virtuelle Teilnahme an echten WM-Rallyes. Fans sollen zeitgleich mit den Profis dieselben Wertungsprüfungen unter identischen Bedingungen in einem Computerspiel absolvieren können. Neben dem tatsächlichen Rallyesieger gäbe es damit auch einen virtuellen Gewinner, was vor allem jüngere Zielgruppen für die WRC begeistern soll.

Prodrive hat WRC27 bereits geprüft

Ein mögliches Comeback seines Unternehmens ist für Richards mehr als ein Gedankenspiel. Prodrive hat sich bereits intensiv mit dem neuen technischen Reglement beschäftigt und die erforderlichen Investitionen kalkuliert.

„Wir haben alle technischen Bewertungen vorgenommen und die Vorarbeiten erledigt. Wir wissen, was es kosten würde und wie wir es angehen müssten“, erklärt Richards.

Entscheidend sei nun, ob der neue Promoter eine überzeugende Strategie verfolge und bereit sei, ausreichend in die Meisterschaft zu investieren. Richards macht aus seinem Interesse keinen Hehl: „Ich würde Prodrive gerne wieder in der Rallye-Weltmeisterschaft sehen.“

Aktuelle Schlagzeilen

Neue Pläne

Rally-Raid: FIA plant große Technikreform für 2030

21. Oktober 2026

Neues Technisches Reglement

WRC 2027: Neue WM-Titel und mehr Leistung

20. Oktober 2026

Rallye-Pyramide

FIA führt neue Rally6-Klasse ein

20. Oktober 2026

DRM-Kalender

Rallye Mittelrhein vor dem Aus: ADAC zieht sich zurück

20. Oktober 2026

Upgrade für neue Saison

Video: Meeke Test Hyundai Rally2 2027

19. Oktober 2026

ADMV-RM & Schotter-Cup

Liebehenschel fliegt zum Havelland-Sieg

/

19. Oktober 2026

Alle Schlagzeilen

Anmelden

Registrieren

Passwort zurücksetzen

Bitte gib deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du erhältst anschließend einen Link zur Erstellung eines neuen Passworts per E-Mail.

Der Upload läuft... bitte lassen Sie dieses Fenster geöffnet.