Der Automobil-Weltverband FIA hat einen langfristigen Fahrplan für die technische Entwicklung im Rally-Raid-Sport vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Fahrzeuge der Ultimate-Kategorie, die unter anderem bei der Rallye Dakar und in der Rally-Raid-Weltmeisterschaft (W2RC) eingesetzt werden. Ziel ist es, die Sicherheit zu verbessern, Entwicklungskosten langfristig zu begrenzen und den Herstellern größere Freiheiten bei der Antriebstechnik einzuräumen.
Die wichtigste Neuerung betrifft die Fahrzeugstruktur. Künftig soll eine von der FIA entwickelte, einheitliche Sicherheitszelle zum Einsatz kommen. Sie soll den Insassen mehr Platz bieten und den Schutz bei Unfällen verbessern. Gleichzeitig bleibt das grundsätzliche Fahrzeugkonzept mit Frontmotor und Allradantrieb erhalten.
Darüber hinaus schafft das neue Reglement die Voraussetzungen für alternative Antriebstechnologien. Welche technischen Lösungen dabei konkret zum Einsatz kommen können, hat die FIA noch nicht festgelegt.
Neue Ultimate-Fahrzeuge ab 2029
Die Einführung erfolgt in mehreren Schritten. Bereits 2027 beginnt die Entwicklung und Erprobung der neuen Sicherheitsstruktur. Dazu werden bestehende Fahrzeuge untersucht und Crashtests durchgeführt.
Für 2028 ist die Fertigstellung des technischen Reglements vorgesehen. Ein Jahr später dürfen die ersten Fahrzeuge nach den neuen Vorschriften in einer experimentellen Klasse antreten. Ab der Rally-Raid-Weltmeisterschaft 2030 wird das neue Reglement für Werksfahrer verpflichtend.
Die FIA plant außerdem einen Fahrzeuglebenszyklus von zehn Jahren. Damit sollen Hersteller und Teams eine langfristige Grundlage für ihre Investitionen erhalten und teure Neuentwicklungen in kurzen Abständen vermieden werden.
Auch Challenger-Kategorie wird umgebaut
Bereits 2029 soll die Challenger-Klasse ein neues technisches Reglement erhalten. Die leichten Prototypen dienen als vergleichsweise kostengünstiger Einstieg in den professionellen Rally-Raid-Sport und als Vorbereitung auf die Ultimate-Kategorie.
Künftig erhalten die Fahrzeuge verstärkte Sicherheitsstrukturen und geschlossene Karosserien. Zudem sollen mehr Motorenkonzepte zugelassen werden, darunter Turbomotoren mit bis zu 1.620 Kubikzentimetern Hubraum.
Gleichzeitig will die FIA die Entwicklungs- und Betriebskosten stärker kontrollieren und die Zuverlässigkeit verbessern.
Die technischen Vorschriften sollen bereits 2027 fertiggestellt werden. Erste Fahrzeuge könnten dann 2028 in der experimentellen Klasse starten, bevor sie ab 2029 regulär Meisterschaftspunkte sammeln dürfen.
Weitere Änderungen im Rally-Raid-Sport
Neben der Fahrzeugtechnik hat die FIA Anpassungen am sportlichen Reglement angekündigt. So sollen die Strafbestimmungen vereinfacht werden. Die bisherige automatische Verschärfung von Strafen bei wiederholten Regelverstößen entfällt, um die Anwendung der Vorschriften für die Sportkommissare zu erleichtern.
Neu ist außerdem eine einheitliche Kennzeichnung der Fahrer. FIA-Priority-Fahrer erhalten künftig goldene oder silberne FIA-Logos neben ihren Namen auf den Fahrzeugen. Für Fahrer ohne Priority-Status sind weiße beziehungsweise blaue Logos vorgesehen.
