Rallye-Pyramide

FIA führt neue Rally6-Klasse ein

Die FIA will den Einstieg in den Rallyesport bezahlbarer machen und führt mit Rally6 eine neue Fahrzeugklasse ein. Die Autos sollen zwischen 35.000 und 47.000 Euro kosten.

20. Oktober 2026

Michael Heimrich

FIA führt neue Rally6-Klasse ein

Der Rallyesport wird immer teurer, selbst in den unteren Fahrzeugklassen. Mit einem neuen technischen Reglement will der Automobil-Weltverband FIA diesem Trend entgegenwirken. Die Rally6-Kategorie bildet künftig die unterste Stufe der internationalen Rallye-Fahrzeugpyramide und setzt konsequent auf einfache, seriennah aufgebaute Technik.

Als Grundlage dienen viersitzige Serienfahrzeuge mit Zweiradantrieb. Erlaubt sind entweder 1,6-Liter-Turbomotoren oder Zweiliter-Saugmotoren. Das vorgeschriebene Leistungsgewicht liegt bei 7,5 Kilogramm pro PS. Ein Fahrzeug mit 1.050 Kilogramm Gewicht kommt damit beispielsweise auf 140 PS.

Weniger Technik, geringere Kosten

Um sowohl den Kaufpreis als auch die laufenden Kosten zu begrenzen, verzichtet das Reglement bewusst auf aufwendige Motorsporttechnik. Stattdessen kommen zahlreiche serienbasierte Komponenten zum Einsatz, unter anderem bei Bremsen und Reifen.

Geschaltet wird über ein konventionelles H-Schaltgetriebe, auf einstellbare Motorsportstoßdämpfer müssen die Teams ebenfalls verzichten. Die Fahrwerke erhalten stattdessen nicht einstellbare Wettbewerbsdämpfer. Trotz dieser Vereinfachungen sollen die Rally6-Fahrzeuge die gleichen Sicherheitsstandards wie Autos der Rally5-Kit-Kategorie erfüllen.

Die angestrebten Fahrzeugpreise liegen nach FIA-Angaben zwischen 35.000 und 47.000 Euro. Dabei handelt es sich um die Anschaffungskosten des Autos, nicht um das Budget für eine komplette Rallyesaison.

Frankreich liefert das Vorbild

Völliges Neuland betritt die FIA mit diesem Konzept nicht. Das neue Reglement orientiert sich weitgehend an den FR6-Vorschriften des französischen Motorsportverbands FFSA. Dort wurden bereits praktische Erfahrungen mit der besonders kostengünstigen Einstiegsklasse gesammelt.

Nun soll daraus ein international einheitlicher Standard entstehen. Durch die offizielle FIA-Homologation erhalten Fahrzeughersteller und nationale Motorsportverbände eine gemeinsame technische Grundlage, auf der sich entsprechende Nachwuchs- und Breitensportprogramme aufbauen lassen.

Parallel zur Einführung der Rally6-Kategorie hat die FIA auch umfangreiche Änderungen für ihre regionalen Rallyemeisterschaften beschlossen. Die sportlichen und organisatorischen Vorschriften sollen nach Beratungen mit den beteiligten Automobilclubs vereinfacht und stärker vereinheitlicht werden. Es handelt sich nach Angaben des Weltverbands um die größte Überarbeitung dieser Regelwerke seit fast zehn Jahren.

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