Die Entscheidung ist gefallen: Nach sieben aufeinanderfolgenden Ausgaben in Saudi-Arabien muss sich die Rallye Dakar für 2027 eine neue Heimat suchen. Das bestätigten Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) und die Saudi Motorsport Company (SMC) am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung.
Ursprünglich sollte die 49. Ausgabe vom 1. bis 15. Januar 2027 in Saudi-Arabien ausgetragen werden. Angesichts der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten verständigten sich die Verantwortlichen jedoch darauf, die Veranstaltung in ein anderes Land zu verlegen. Die Entscheidung wurde in Abstimmung mit dem saudischen Motorsportverband sowie mit Unterstützung der FIA und des Motorrad-Weltverbands FIM getroffen.
Eine vollständige Absage ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Die ASO will die Dakar 2027 wie geplant durchführen und den neuen Austragungsort in den kommenden Tagen bekannt geben.
Rückkehr nach Afrika wird immer wahrscheinlicher
Bereits vor der offiziellen Bestätigung hatte es Berichte über einen möglichen Umzug nach Nordafrika gegeben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll die Dakar 2027 in Europa beginnen, wobei Spanien oder Portugal als mögliche Startorte gehandelt werden. Anschließend könnten die Teilnehmer per Fähre nach Marokko übersetzen und dort den Großteil der Rallye bestreiten.
Auch ein neuer Termin ist im Gespräch. Statt am 1. Januar könnte der Prolog erst am 9. Januar stattfinden, das Finale wäre dann für den 22. Januar vorgesehen. Geplant sein sollen rund zwölf Etappen. Offiziell bestätigt sind diese Angaben bislang nicht.
Sollte sich die Afrika-Variante bewahrheiten, wäre es eine Rückkehr zu den Wurzeln der Veranstaltung. Zuletzt führte die Dakar 2007 über afrikanischen Boden. Die Ausgabe 2008 wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt, anschließend wechselte die Rallye nach Südamerika, wo sie von 2009 bis 2019 ausgetragen wurde. Seit 2020 fand der Wüstenklassiker ausschließlich in Saudi-Arabien statt.
Auch die Rallye-WM musste bereits reagieren
Die Sicherheitslage in der Region hatte zuletzt auch andere Motorsportveranstaltungen beeinflusst. Bereits im September wurde der für November geplante WM-Lauf der Rallye Saudi-Arabien gestrichen. Dadurch fand das Finale der Rallye-Weltmeisterschaft 2026 Anfang Oktober auf Sardinien statt.
Am 19. Oktober folgte die Absage der saudischen Veranstaltung im Rahmen der FIA Middle East Rally Championship. Damit ist die Dakar bereits die dritte große internationale Rallyeveranstaltung, deren ursprüngliche Planung durch die Entwicklungen in der Region verändert wurde.
Dakar soll 2028 nach Saudi-Arabien zurückkehren
Die Verlegung soll ausdrücklich eine einmalige Ausnahme bleiben. ASO und SMC haben bereits bestätigt, dass Saudi-Arabien die Dakar 2028 wieder ausrichten wird. Die dann anstehende 50. Ausgabe soll besonders aufwendig gestaltet werden.
Für die Teilnehmer und Teams bringt die kurzfristige Änderung erhebliche organisatorische Herausforderungen mit sich. Fahrzeuge, Serviceausrüstung und Personal müssen nun auf eine völlig andere Route vorbereitet werden. Die ASO steht nach eigenen Angaben bereits mit den eingeschriebenen Teams und Partnern in Kontakt, um den Übergang zu organisieren.



