Neun Jahre musste Raimund Baumschlager auf diesen Moment warten. Bei der 29. Herbst Rallye rund um Waidhofen feierte der 14-fache österreichische Staatsmeister gemeinsam mit Beifahrer Thomas Zeltner im Skoda Fabia RS Rally2 endlich wieder einen Gesamtsieg. Dabei wurde der Routinier bis zur letzten Wertungsprüfung vom Tschechen Jan Cerny im Skoda Fabia R5 unter Druck gesetzt.
Für schwierige Bedingungen hatte bereits der nächtliche Regen gesorgt. Die Asphaltprüfungen waren am Vormittag teilweise noch rutschig, ehe sich das Wetter im Tagesverlauf besserte. Zunächst erwischte Daniel Mayer im Citroën C3 Rally2 den besten Start und sicherte sich die erste Bestzeit. Baumschlager antwortete auf der zweiten Prüfung mit einem Vorsprung von acht Sekunden und ging schließlich mit 9,2 Sekunden Vorsprung auf Cerny in die Mittagspause.
Entscheidung auf der letzten Prüfung
Am Nachmittag erhöhte Cerny das Tempo. Der mehrfache tschechische Meister, der nach rund einem Jahr Pause wieder im Skoda Fabia R5 saß, gewann drei Prüfungen und verkürzte den Rückstand vor dem Finale auf lediglich 2,5 Sekunden.
Doch Baumschlager behielt die Nerven. Mit der Bestzeit auf der letzten Wertungsprüfung sicherte er sich den Gesamtsieg mit vier Sekunden Vorsprung.
„Es war ein harter Kampf mit Jan Cerny. Auf der vorletzten Prüfung hat er noch einmal richtig ausgeteilt, aber zum Glück ist es sich ausgegangen“, freute sich Baumschlager. „Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich in meinem Alter noch einmal eine Rallye gewinnen darf.“
Cerny musste sich nach seiner Aufholjagd geschlagen geben und räumte einen eigenen Fehler ein: „Ich habe auf der letzten Prüfung einen Abzweig verpasst und mich gedreht. Das hat uns letztendlich einen möglichen Sieg gekostet.“
Zellhofer schnappt Mayer den Podestplatz weg
Auch um den dritten Gesamtrang wurde bis zum Schluss gekämpft. Daniel Mayer und Beifahrer Jürgen Klinger hatten mit ihrer Auftaktbestzeit ihre Ambitionen unterstrichen, verloren am Nachmittag jedoch zunehmend Boden gegenüber Christoph Zellhofer im Ford Fiesta Rally2.
Gemeinsam mit Anna Maria Seidl nutzte Zellhofer die vorletzte Prüfung, um rund zehn Sekunden auf Mayer gutzumachen und den dritten Platz zu übernehmen. Obwohl Mayer auf der Schlussprüfung noch einmal die drittschnellste Zeit fuhr, fehlten ihm am Ende 1,3 Sekunden auf das Podium.
„Letztendlich habe ich auf der vorletzten Prüfung das Podium weggeschmissen“, ärgerte sich Mayer, der auf dem Rundkurs zunächst einen Fehler gemacht und bei der zweiten Durchfahrt den Motor abgewürgt hatte.
Die weiteren Plätze belegten Jan Talas im Citroën C3 Rally2 und Max Zellhofer im Toyota GR Yaris Rally2, mit dem Hermann Neubauer in diesem Jahr den österreichischen Staatsmeistertitel gewonnen hatte.
Schuller sichert sich ARC-Meisterschaft
Nicht weniger turbulent verlief der Kampf um den Tagessieg in der Austrian Rallye Challenge (ARC). Rene Kiehtreiber führte zur Halbzeit mit mehr als einer Minute Vorsprung, ehe ein Problem mit dem Turboschlauch seines Mitsubishi für einen erheblichen Leistungsverlust sorgte. Auf den Prüfungen fünf und sechs fiel er dadurch auf den dritten Platz zurück.
Mit zwei Bestzeiten auf den abschließenden Prüfungen drehte Kiehtreiber das Ergebnis noch einmal und gewann die ARC-Wertung mit 2,9 Sekunden Vorsprung. Nach seinen Erfolgen bei der OBM- und Grasl-Rallye war es bereits sein dritter ARC-Sieg in Folge.
Den zweiten Platz belegten Gerolf Schuller und Kathrin Redlingshofer-Milev. Damit sicherte sich Schuller den Titel des ARC-Clubmeisters 2026.
In der Rally4-Kategorie war Riccardo Holzer der Schnellste und erreichte den 17. Gesamtrang. Lukas Dirnberger folgte mit rund 23 Sekunden Rückstand und gewann damit die Jahreswertung der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb.
Ergebnis 29. Herbst Rallye 2026
| 1. | Raimund Baumschlager / Thomas Zeltner | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | 54:29.0 |
| 2. | Jan Cerny / Jan Hloušek | Skoda Fabia R5 | RC2 | +4.0 |
| 3. | Christoph Zellhofer / Anna-Maria Seidl | Ford Fiesta Rally2 | RC2 | +38.5 |
| 4. | Daniel Mayer / Jürgen Klinger | Citroën C3 Rally2 | RC2 | +39.8 |
| 5. | Jan Talaš ml. / Tomáš Šmíd | Citroën C3 Rally2 | RC2 | +46.4 |
| 6. | Martin Zellhofer / Gerald Winter | Toyota GR Yaris Rally2 | RC2 | +1:01.6 |
| 7. | David Tomek / Roman Svec | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +1:47.9 |
| 8. | Philipp Kreisel / Jürgen Rausch | Toyota GR Yaris Rally2 | RC2 | +1:57.2 |
| 9. | Karel Trneny / Christian Doerr | Skoda Fabia R5 | RC2 | +2:09.1 |
| 10. | Nikolaus Schelle / Melanie Kalinke | Citroën C3 Rally2 | RC2 | +2:56.0 |

