Neue Pläne in der Wüste

Alonso vor Dakar-Comeback mit Prodrive und Aston Martin

Fernando Alonso steht offenbar vor einem zweiten Start bei der Rallye Dakar. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister soll 2027 mit Prodrive antreten. Als technische Basis ist der Dacia Sandrider vorgesehen, der für das neue Projekt eine Aston-Martin-Karosserie erhalten soll.

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7. Oktober 2026

Michael Heimrich

Alonso vor Dakar-Comeback mit Prodrive und Aston Martin

Fernando Alonso könnte im Januar 2027 zur Rallye Dakar zurückkehren. Mehrere spanische Medien berichten übereinstimmend, dass der 45-Jährige gemeinsam mit Prodrive an einem entsprechenden Programm arbeitet. Offiziell bestätigt ist der Einsatz noch nicht, die Vorbereitungen sollen aber bereits seit mehreren Wochen laufen.

Als Fahrzeug ist ein Prodrive T1+ vorgesehen, der technisch auf dem Dacia Sandrider basiert. Mit diesem Auto gewann Nasser Al-Attiyah in diesem Jahr die Dakar. Nach dem Ende des Dacia-Werkseinsatzes hat Prodrive mindestens zwei Fahrzeuge zurückerhalten und bereitet sie offenbar für neue Einsätze vor.

Aston Martin soll neue Karosserie liefern

Besonders interessant ist die Verbindung zu Aston Martin. Alonso fährt auch 2027 für die britische Marke in der Formel 1, während Prodrive und Aston Martin bereits seit vielen Jahren zusammenarbeiten.

Prodrive war 2004 maßgeblich am Aufbau von Aston Martin Racing beteiligt und entwickelte später unter anderem erfolgreiche GT-Fahrzeuge für Le Mans und die FIA-GT-Meisterschaft. Auch die aktuellen Vantage GT3 und GT4 stammen aus dem Umfeld des Unternehmens von David Richards.

Für das Dakar-Projekt soll der bisherige Sandrider technisch weitgehend erhalten bleiben, während die Karosserie auf Aston Martin umgestellt wird. Die entsprechenden Formen sollen allerdings noch nicht fertig sein.

Erster Test bereits geplant

Alonso soll deshalb zunächst mit einem Fahrzeug testen, das optisch noch nicht der endgültigen Dakar-Version entspricht. Ein erster Test ist nach aktuellen Informationen bereits für die kommende Woche vorgesehen.

Als Ingenieur soll Daniel Gratacós mit Alonso arbeiten. Er betreute zuvor Nasser Al-Attiyah und kennt das Fahrzeug entsprechend gut. Die ehemaligen Dacia-Sandrider befinden sich demnach bereits in Großbritannien und ihren bisheriges Dacia-Design wurde bereits entfernt.

Dreadnought als mögliche Designvorlage

Spannend wird vor allem die Optik des neuen Prodrive-Projekts. Als mögliche Inspiration gilt der Aston Martin Dreadnought, ein radikal gezeichneter SUV, den die Briten im Sommer für das Videospiel „Call of Duty: Modern Warfare 4“ vorgestellt haben.

Der Dreadnought ist bislang ein reines Designprojekt und kein Serienmodell. Seine breiten Proportionen, die hohe Bodenfreiheit und die martialische SUV-Form würden allerdings gut zu einem Rally-Raid-Prototypen passen.

Bestätigt ist bislang lediglich, dass der ehemalige Dacia Sandrider eine neue Aston-Martin-Karosserie erhalten soll. Die entsprechenden Formen befinden sich nach aktuellen Informationen noch in Arbeit. Ob das Dakar-Auto tatsächlich direkt auf dem Dreadnought-Design basiert, wurde von Aston Martin oder Prodrive noch nicht bestätigt.

Marc Coma soll wieder Beifahrer werden

Auch auf dem Beifahrersitz soll es eine bekannte Besetzung geben. Marc Coma wird erneut als Co-Pilot von Alonso erwartet.

Der fünfmalige Dakar-Sieger auf dem Motorrad navigierte den Spanier bereits bei dessen erstem Start 2020 im Toyota Hilux. Damals belegten Alonso und Coma nach zwei größeren Zwischenfällen Rang 13 der Gesamtwertung.

Das Tempo stimmte dennoch. Das Duo erreichte bei drei Etappen die Plätze zwei, drei und vier. Alonso hatte anschließend deutlich gemacht, unter welchen Voraussetzungen er sich eine Rückkehr vorstellen könne: „Wenn ich zur Dakar zurückkehre, dann um sie zu gewinnen.“

Deutlich stärkere Konkurrenz als 2020

Seit Alonsos erstem Dakar-Einsatz hat sich die Spitze des Rally-Raid-Sports deutlich verändert. Die Topklasse ist inzwischen erheblich stärker besetzt, mit bis zu rund 50 Fahrzeugen und Werkseinsätzen mehrerer Hersteller.

Alonso selbst hatte zuletzt erneut betont, wie sehr ihn die Dakar reizt. Der Kontrast zur Formel 1 sei für ihn gerade deshalb interessant, weil er sich im Rally-Raid-Sport wieder als Anfänger fühle und vieles neu lernen müsse.

Offen ist derzeit noch, wo die Dakar 2027 tatsächlich stattfinden wird. Geplant ist die Rallye vom 1. bis 15. Januar. Wegen der Sicherheitslage in der Region wird neben Saudi-Arabien auch Marokko als mögliche Alternative genannt.

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