Der Reifenschaden auf der letzten Prüfung der 3-Städte-Rallye hat den Titelkampf noch einmal kräftig durcheinandergewirbelt. Während Marijan Griebel im Skoda Fabia RS Rally2 viel Zeit verlor und auf den fünften Gesamtrang zurückfiel, sicherte sich Philip Geipel im Toyota GR Yaris Rally2 mit einem starken Schlussspurt den dritten Platz und die volle DRM-Punktzahl.
Gemeinsam mit Beifahrerin Jennifer Lerch übernahm Geipel damit die Tabellenführung. Sein Vorsprung auf Griebel und Ella Kremer beträgt allerdings nur drei Punkte. Bei noch zwei ausstehenden Läufen ist die Meisterschaft völlig offen.
Geipel hofft auf Regen, Griebel auf den Heimvorteil
Geipel blickt zuversichtlich auf die Saarland-Pfalz Rallye am 30. und 31. Oktober. Besonders bei schwierigen Witterungsbedingungen fühlt sich der Sachse wohl, wie er zuletzt bei der 3-Städte-Rallye unter Beweis stellte.
„Unsere Fans sollten vor dem Start im Saarland einen Regentanz aufführen, denn nasse Bedingungen liegen uns“, scherzt Geipel. Allerdings weiß er auch, dass sein direkter Titelrivale bei seinem Heimspiel nur schwer zu schlagen sein wird.
Griebel stammt aus Hahnweiler, nur wenige Kilometer vom neuen Rallyezentrum am Bostalsee entfernt. Der amtierende Deutsche Meister kennt die Straßen in der Region bestens und will vor heimischer Kulisse die Tabellenführung zurückerobern.

Durch die Verschiebung der ursprünglich für den Sommer vorgesehenen Rallye auf Ende Oktober wartet eine zusätzliche Herausforderung. Einige Wertungsprüfungen werden bei Dunkelheit gefahren, außerdem dürften Laub und Schmutz auf den Asphaltstraßen für wechselnde Haftungsverhältnisse sorgen.
„Die Bedingungen werden schwieriger, aber ich will hier wie in den vergangenen Jahren gewinnen“, stellt Griebel klar.
Für die beiden Titelanwärter könnte vor allem Björn Satorius zum Zünglein an der Waage werden. Gemeinsam mit Nico Otterbach tritt er ebenfalls in einem Toyota GR Yaris Rally2 an und will im Kampf um die Podestplätze mitmischen.
Auch in den weiteren DRM-Klassen wird gekämpft
In der DRM3 hat sich der Titelkampf zuletzt ebenfalls zugespitzt. Timo Weigert und Beifahrerin Jasmin Weigert verkürzten mit ihrem Sieg bei der 3-Städte-Rallye den Rückstand auf die Tabellenführer Leonard Weiss und Nick Hainke.
Während Weiss auf einen Ford Fiesta Rally3 setzt, ist Weigert im Renault Clio Rally3 unterwegs. Der Renault-Pilot reist mit einem klaren Ziel ins Saarland: Ein weiterer Klassensieg soll ihn vor dem Saisonfinale in eine möglichst gute Ausgangsposition bringen.
In der DRM Masters führen Dennis Rostek und Stefan Kopczyk im Skoda Fabia RS Rally2 die Wertung an.
Niebäumer kann Junior-Titel vorzeitig gewinnen
Eine Vorentscheidung könnte bereits in der DRM Junior fallen. Karl Otto Niebäumer und seine Schwester Anna haben im Opel Corsa Rally4 die Möglichkeit, mit einem weiteren Klassensieg den Titel vorzeitig unter Dach und Fach zu bringen.
Auch in der DRM4 bietet sich dem Duo eine große Gelegenheit. Die beiden führenden Mannschaften der Meisterschaft verzichten auf einen Start: Sowohl Patrick Pusch und Tilmann Bößert als auch Kilian Nierenz und Milena Raithel fehlen im Saarland.
Damit rückt Max Schumann im Renault Clio Rally4 stärker in den Mittelpunkt. Der Saarbrücker hatte zuletzt bei der 3-Städte-Rallye den zweiten Klassenrang belegt und möchte gemeinsam mit Ann Felke an diese Leistung anknüpfen.
Auf einen besonderen Heimvorteil setzt Schumann allerdings nicht. Viele seiner Konkurrenten kennen die Prüfungen ebenfalls gut. Wie Geipel hofft auch er auf schwierige Bedingungen, unter denen er seine Stärken ausspielen kann.
In der DRM Classic gehören Walter Gromöller und René Meier im Opel Ascona 400 zu den Favoriten. Sorgen bereitet Gromöller allerdings eine besonders grobe Schotterpassage, die dem historischen Hecktriebler zusetzen könnte. Bei den DRM Nationals zählt das Duo ebenfalls zu den Siegkandidaten.
Ob Tabellenführer Philipp Heinmüller dort überhaupt antreten kann, ist noch unklar. Nach einem Überschlag bei der 3-Städte-Rallye arbeitet seine Mannschaft unter Hochdruck daran, den beschädigten Opel Astra rechtzeitig für den Start wieder herzurichten.
14 Prüfungen rund um den Bostalsee
Die Saarland-Pfalz Rallye präsentiert sich in diesem Jahr mit einem neuen Rallyezentrum am Bostalsee. Rund 50 Teams werden zu den insgesamt 14 Wertungsprüfungen mit gut 155 Kilometern gegen die Uhr erwartet.
Am Freitag beginnt die Veranstaltung um 16:30 Uhr mit dem Start am Bostalsee. Sechs Prüfungen stehen auf dem Programm, darunter die WP „Ravenol Windpark“, auf der die Fahrzeuge über eine Kuppe bis zu 30 Meter weit springen können.
Am Samstag folgen acht weitere Prüfungen, darunter die Rundkurse „Numborn“ und „Pfeffelbach“. Gegen 18:30 Uhr werden die ersten Teilnehmer zurück am Bostalsee erwartet, wo anschließend die Sieger geehrt werden.
Nach dem Saarland bleibt den Titelanwärtern nur noch die Lausitz-Rallye Anfang November, um die Meisterschaft 2026 zu entscheiden.

