Das Saisonfinale der Rallye-Europameisterschaft entwickelte sich zu einem spannenden Duell zwischen Martins Sesks im Skoda Fabia RS Rally2 und Roope Korhonen im Toyota GR Yaris Rally2. Beide traten für das Team MRF Tyres an und bestimmten über weite Strecken das Geschehen bei der Rally 6 Cities North of Portugal.
Sesks hatte sich am Samstag gemeinsam mit Beifahrer Renars Francis einen Vorsprung von 10,5 Sekunden erarbeitet. Doch am Sonntag erhöhte Korhonen das Tempo. Der Finne gewann die ersten vier Prüfungen des Tages und übernahm die Führung, nachdem Sesks zusätzlich durch einen beschädigten Stoßdämpfer eingebremst worden war.
Mit einer weiteren Bestzeit baute Korhonen seinen Vorsprung auf 10,6 Sekunden aus. Drei Prüfungen vor dem Ziel schien der Sieg zum Greifen nah.
Technikdefekt kostet Korhonen den Sieg
Doch auf der folgenden Prüfung wendete sich das Blatt. Ein Defekt am hinteren Differenzial seines Toyota sorgte dafür, dass Korhonen nur noch mit Frontantrieb unterwegs war. Der Finne verlor massiv Zeit und musste Sesks wieder vorbeiziehen lassen.
Auch auf den verbleibenden Prüfungen bekam die Mannschaft das Problem nicht in den Griff. Auf der abschließenden Power Stage verlor Korhonen schließlich sogar den zweiten Rang an Pablo Sarrazin.
„Wir hatten eine fantastische Geschwindigkeit, aber es ist unglaublich schade. Bis zu dem Problem lief alles hervorragend. Doch so ist der Rallyesport“, erklärte Korhonen enttäuscht.
Für Sesks und Francis war es der fünfte Gesamtsieg in der Rallye-Europameisterschaft. Gleichzeitig sicherte sich das Team MRF Tyres zum vierten Mal den Titel in der Teamwertung.
Den zweiten Gesamtrang belegte der erst 20-jährige Pablo Sarrazin im Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale. Gemeinsam mit Yannick Roche feierte der Franzose damit seinen ersten Podestplatz in der Europameisterschaft.
Timo Schulz wird Junior-Europameister
Großen Grund zum Jubeln gab es auch im ADAC Opel Rally Junior Team. Timo Schulz und Beifahrerin Maresa Lade sicherten sich im Opel Corsa Rally4 den Titel in der Junior European Rally Championship (JERC) 2026.
Der 27-jährige Saarländer war nach seinem zweiten Saisonsieg bei der Rali Ceredigion in Wales als Tabellenführer zum Finale nach Portugal gereist. Sein einziger verbliebener Titelrivale war Teamkollege Tom Heindrichs, der jüngere Bruder von WRC-Pilot Thierry Neuville.
Doch der Belgier erlitt bereits am Samstag einen schweren Rückschlag. Auf der dritten Wertungsprüfung wurde der Ölkühler seines Opel Corsa Rally4 beschädigt. Heindrichs und Beifahrer Jonas Schmitz mussten die Etappe vorzeitig beenden und verloren damit ihre aussichtsreiche Position im Titelkampf.
Für Schulz und Lade ging es anschließend vor allem darum, auf den anspruchsvollen Schotterprüfungen rund um Fafe keine unnötigen Risiken einzugehen und das Ergebnis sicher ins Ziel zu bringen.

Mit dem Titelgewinn wird Schulz zugleich für seine starke Saison belohnt. Nach Erfolgen in Schweden und Wales sowie weiteren Podestplätzen setzte er sich gegen die internationale Nachwuchskonkurrenz durch. Der Junior-EM-Titel ist zudem mit einem geförderten Programm in der Junior-Weltmeisterschaft 2027 verbunden.
Für das ADAC Opel Rally Junior Team ist es bereits der siebte Titelgewinn in dieser Meisterschaft. Zu den bisherigen Champions aus dem Förderprogramm gehören unter anderem Marijan Griebel, Chris Ingram und Martins Sesks.
Marczyk sichert sich den Vizetitel
In der Gesamtwertung der Europameisterschaft war die Titelentscheidung bereits vor dem Saisonfinale gefallen. Teemu Suninen hatte sich den Meistertitel vorzeitig gesichert und verzichtete auf einen Start in Portugal.
Dahinter wurde noch um den zweiten Platz gekämpft. Miko Marczyk genügte der achte Gesamtrang, um sich mit fünf Punkten Vorsprung gegen Andrea Mabellini durchzusetzen. Der Italiener war bereits am Samstag mit einem technischen Defekt ausgeschieden.
Hinter den drei Erstplatzierten Sesks, Sarrazin und Korhonen komplettierten Jan Solans und Simone Tempestini die Top fünf.
Ergebnis 39. Rally Six Cities North of Portugal 2026
| 1. | Mārtiņš Sesks / Renārs Francis | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | 2:05:42.1 |
| 2. | Pablo Sarrazin / Yannick Roche | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | RC2 | +1:02.9 |
| 3. | Roope Korhonen / Anssi Viinikka | Toyota GR Yaris Rally2 | RC2 | +1:25.0 |
| 4. | Jan Solans / Rodrigo Sanjuan | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +1:48.0 |
| 5. | Simone Tempestini / F. Maior | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +2:28.4 |
| 6. | Arthur Pelamourgues / Bastien Pouget | Hyundai i20 N Rally2 | RC2 | +3:19.0 |
| 7. | Armindo Araújo / Luís Ramalho | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +3:25.8 |
| 8. | Mikołaj Marczyk / Szymon Gospodarczyk | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +4:00.3 |
| 9. | Pedro Almeida / António Costa | Toyota GR Yaris Rally2 | RC2 | +4:04.4 |
| 10. | Léo Rossel / Florian Barral | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | RC2 | +4:37.2 |

