Die Porsche-Fans müssen beim kommenden Lauf der Deutschen Rallye-Meisterschaft auf Julius Tannert und Beifahrer Pirmin Winklhofer verzichten. Der Zwickauer hat in den sozialen Netzwerken bestätigt, dass seine Saison 2026 beendet ist. Gemeinsam mit seinen Partnern und Timo Rumpfkeil vom Team Motopark entschied er, die verfügbaren Mittel in die Vorbereitung auf das kommende Jahr zu investieren.
Ursprünglich hatte sich Tannert auf die Rallye Saarland-Pfalz gefreut, die am 30. und 31. Oktober nachgeholt wird. Besonders der Vergleich mit den Teilnehmern der Porsche Rally Trophy Benelux hatte ihn gereizt. Durch die Verschiebung vom August in den Herbst entfällt dieser jedoch, weil die Markenpokal-Teilnehmer beim neuen Termin nicht mehr dabei sind.
Hinzu kommt die sportliche Situation. Nach zwei Ausfällen besitzt Tannert kaum noch Chancen auf eine vordere Platzierung in der Meisterschaft. Ein weiterer Einsatz würde deshalb vor allem Kosten verursachen, die nun für die kommende Saison eingeplant werden sollen.
Porsche-Projekt 2027 noch offen
Die erste Saison mit dem Porsche 911 Rally GT brachte Tannert und Winklhofer dennoch einige Erfolge. Bei der Rallye Erzgebirge und am Stemweder Berg fuhr das Duo jeweils auf das Podium. Auch bei der 3-Städte-Rallye zeigte der Hecktriebler sein Potenzial. Dort gelangen Tannert bei schwierigen Bedingungen mehrere Bestzeiten, ehe ihn ein Reifenschaden zurückwarf.
Gleichzeitig wurden die Grenzen des aktuellen Fahrzeugkonzepts deutlich. Vor allem auf trockenen und schnellen Prüfungen konnte der Porsche nicht immer mit den Rally2-Allradfahrzeugen mithalten. Tannert hatte deshalb bereits während der Saison Anpassungen bei der reglementarischen Einstufung gefordert.
„Wir haben viel gelernt, das Auto im aktuellen Stand ausgereizt und gezeigt, was möglich ist, aber auch, wo die Grenzen liegen“, erklärt Tannert rückblickend.
Für eine Fortsetzung des Projekts müssen nun Gespräche mit dem ADAC und dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) geführt werden. Erst wenn eine Einigung über die Rahmenbedingungen erzielt wird, können Tannert und Motopark die Planungen für 2027 konkretisieren.
Der Sachse macht keinen Hehl daraus, dass er den Porsche gerne weiterfahren würde. Allerdings soll es nicht allein um spektakuläre Auftritte gehen. Sein Anspruch sei es, um Rallyesiege kämpfen zu können. Genau dafür wolle man die Winterpause nutzen und das Fahrzeug weiterentwickeln.
