Mehr Vielfalt gewünscht

WRC öffnet sich ab 2029 für verschiedene Antriebskonzepte

Die FIA will das technische Reglement der Rallye-WM ab 2029 deutlich öffnen. Neben klassischen Verbrennern sollen dann auch Hybrid-, Elektro- oder Wasserstoffantriebe möglich werden.

27. August 2026

Michael Heimrich

WRC öffnet sich ab 2029 für verschiedene Antriebskonzepte

Die Rallye-Weltmeisterschaft soll ab 2029 technisch deutlich offener werden. Nach Informationen von DirtFish will die FIA den Herstellern bei der Wahl des Antriebskonzepts wesentlich mehr Freiheiten lassen. Denkbar sind Verbrennungsmotoren in unterschiedlichen Konfigurationen ebenso wie Hybridlösungen, Elektroantriebe oder Wasserstoff.

Für die Jahre 2027 und 2028 bleibt es zunächst bei einer bekannten Basis. Die neue Topklasse nutzt dann einen Rally2-Motor, während das WRC27-Chassis langfristig für unterschiedliche technische Konzepte ausgelegt ist.

FIA-Sportvizepräsident Malcolm Wilson bestätigte die grundsätzliche Richtung: „Ab 2029 sind wir offen für neue Technologien.“ Ziel sei es, die Rallye-WM für Hersteller so attraktiv zu machen, dass ein Einstieg wirtschaftlich und technisch wieder selbstverständlich werde.

Als Vorbild nennt die FIA den Rally-Raid-Sport. Dort treten Fahrzeuge mit unterschiedlichen Motorenkonzepten gegeneinander an. Die Leistungsangleichung erfolgt unter anderem über eine Messung des tatsächlich an die Räder abgegebenen Drehmoments.

Ein ähnlicher Ansatz könnte künftig auch in der WRC dafür sorgen, dass unterschiedliche Antriebe auf vergleichbarem Leistungsniveau gegeneinander antreten können.

Auch Elektroantrieb denkbar

Selbst ein vollelektrisches Rallyeauto schließt die FIA nicht aus. Technikdirektor Xavier Mestelan Pinon hält ein solches Konzept bei rund 300 PS und den üblichen Prüfungslängen grundsätzlich für machbar.

Die größere Herausforderung wäre weniger die Reichweite auf der Wertungsprüfung als die Infrastruktur zwischen den Prüfungen. Für einen ernsthaften WRC-Einsatz müssten entlang der Route geeignete Lademöglichkeiten geschaffen und der Ablauf entsprechend angepasst werden.

Mestelan Pinon sieht persönlich Hybrid- oder Wasserstofflösungen derzeit als besonders interessant an. Neben technischen Aspekten spielen dabei auch Themen wie Geräuschkulisse und Sicherheit eine Rolle.

Entschieden ist damit noch nichts. Die FIA will bewusst vermeiden, sich bereits heute auf eine einzige Technologie für die kommenden Jahre festzulegen. Das Reglement soll vielmehr so flexibel bleiben, dass Hersteller unterschiedliche Wege verfolgen können – unter anderem steigt das Interesse in China an.

Damit könnte sich das technische Bild der Rallye-WM ab 2029 grundlegend verändern. Während 2027 zunächst eine weitgehend einheitliche Motorenbasis vorgesehen ist, könnte nur zwei Jahre später eine deutlich größere Vielfalt unter der Haube Einzug halten.

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