Der Auftakt in die zweite Saisonhälfte des Ravenol Deutschen Rallye Cups 2026 wurde zu einem Rallyefest rund um Hillesheim in der Eifel. Das Siegerpodium der 53. ADAC-Rallye Oberehe am 22. August war dabei identisch mit dem des Vorjahres.
Björn Satorius und Stephan Schneeweiß feierten im Toyota GR Yaris Rally2 den fünften Oberehe-Sieg in Folge. Mit Bestzeiten auf allen sechs Wertungsprüfungen und gut einer halben Minute Vorsprung setzten sie sich vor den Niederländern Jasper und Nadine van den Heuvel im Citroën C3 Rally2 durch. In einem weiteren C3 belegten Christopher Gerhard und Lena März wie schon 2025 den dritten Platz.
Gerhard rückte mit den Punkten für Rang drei in der Gassner Motorsport TOP Five Trophy bis dicht an den führenden Max Reiter heran.
Im Ravenol DRC geht es nun Schlag auf Schlag weiter. An den beiden kommenden Wochenenden folgen mit der AvD Niederbayern Rallye und der ADAC Lademanufaktur Rallye Ostwestfalen die nächsten Läufe.
Schläppi setzt sich leicht ab
Um möglichst große Chancengleichheit zu gewährleisten, werden die Punkte im Ravenol DRC innerhalb leistungsgerecht eingeteilter Klassen vergeben. Die Höhe der Punkte richtet sich dabei nach der Platzierung und der Anzahl der gestarteten Teilnehmer.
Für den Sieg in der mit 25 Fahrzeugen besetzten NC3 erhielt Mathias Schläppi 9,80 Punkte. Kevin Müller bekam für Rang eins in der NC2 mit elf Startern 9,55 Zähler gutgeschrieben. Diese kleinen Unterschiede könnten im weiteren Saisonverlauf noch entscheidend werden.
„Für die erste Prüfung im Regen hatten wir genau die richtige Reifenwahl getroffen. Den Vorsprung konnten wir anschließend verwalten. Diesmal waren die Strecken eher etwas für die leistungsstärkeren Autos, das hat sich später im Trockenen gezeigt“, erklärte Schläppi, der gemeinsam mit Markus Kempf im Peugeot 208 R2 unterwegs war.
„Unsere Konstanz und die fehlerfreie Arbeit von uns beiden im Cockpit haben schließlich zum Klassensieg und zur starken Punkteausbeute geführt“, ergänzte der Schweizer.
Mit dem Sieg in der Klasse NC2 bauten Kevin Müller und Stefanie Spreitzer im liebevoll „Daisy“ genannten Toyota GR Yaris ihren zweiten Platz in der DRC-Wertung weiter aus. Nach sechs der maximal sieben Läufe liegen sie nur noch 1,55 Punkte hinter Schläppi.
„Wir mussten diesmal richtig hart kämpfen und unsere Daisy maximal ausquetschen. Unser Wunsch nach durchgehendem Regen erfüllte sich nicht, und im Trockenen konnten die BMW ihren Leistungsvorteil ausspielen“, erklärte das Duo.
„Das war heute einer der schöneren zweiten Plätze“, berichteten Niklas Pöttgen und David Wölwer. Im Seat Ibiza 1.8T mussten sie sich in der seriennahen Klasse NC8 erstmals in dieser Saison geschlagen geben.
Nach einem spannenden Kampf fehlten am Ende lediglich 0,3 Sekunden auf Finn Nittel und Michael Wenzel im BMW 323i. Für den 19-jährigen Nittel war es nach einem Rallyesprint erst die erste Rallye.
„Finn hat mit seiner geringen Erfahrung auf den schmierigen Strecken einen Wahnsinnsjob gemacht. Mit Platz zwei haben wir trotzdem noch gute Punkte für den DRC geholt.“
Wie Schläppi starten auch Niklas und Gerrit Möller in der stark besetzten NC3. Dort brachte selbst Rang sechs noch viele Punkte, mit denen das BMW-318ti-Duo seinen vierten DRC-Platz festigte.
„Wir sind zwar fehlerfrei ins Ziel gekommen, aber die Prüfungen passten nicht so richtig zu unserem Auto. Da waren die anderen einfach schneller“, erklärte das Duo und ergänzte: „Oberehe war wieder perfekt organisiert. Die Atmosphäre war großartig, selbst auf den Verbindungsetappen wurden wir von den Fans angefeuert.“
Tony Bayer und Dominik Buß festigten im BMW 323ti Rang fünf der DRC-Wertung. In der NC2 belegten sie knapp hinter Müller Platz zwei und erreichten Gesamtrang zehn.
„Für die erste Prüfung hatten wir die falsche Reifenwahl getroffen. Das war der berühmte Griff ins Klo. Den Zeitverlust konnten wir bis ins Ziel nicht mehr aufholen. Dafür waren wir Teil des Teams ,Schraubkäfig‘, mit dem wir die Mannschaftswertung gewonnen haben.“
Mit dem hart erkämpften vierten Klassensieg in der RC4 schoben sich Max Reiter und Conny Nemenich im Lancia Y Rally4 auf den sechsten DRC-Zwischenrang. Mit weiteren starken Ergebnissen jenseits der Neun-Punkte-Marke können sie im weiteren Saisonverlauf noch zur Tabellenspitze aufschließen.
Ergebnis Rallye Oberehe 2026
| 1. | Björn Satorius / Stephan Schneeweiß | Toyota GR Yaris Rally2 | 34:26.8 |
| 2. | J. van den Heuvel / M. van den Heuvel | Citroën C3 Rally2 | +32.7 |
| 3. | Christopher Gerhard / Lena März | Citroën C3 Rally2 | +51.0 |
| 4. | Thomas Lorenz / Marc Schwegler | Skoda Fabia RS Rally2 | +1:17.3 |
| 5. | Leonard Weiss / Nick Hainke | Ford Fiesta Rally3 | +2:52.2 |
| 6. | Michael Bieg / Vanessa Dagge | Mitsubishi Lancer Evo IX | +2:57.2 |
| 7. | Max Reiter / Conny Nemenich | Lancia Ypsilon Rally4 HF | +3:05.6 |
| 8. | Marc Rettenberger / Luca Kiefer | Opel Corsa Rally4 | +3:19.2 |
| 9. | Kevin Müller / Stefanie Spreitzer | Toyota GR Yaris | +3:23.0 |
| 10. | Tony Bayer / Dominik Buß | BMW 323 Ti Compact E36 | +3:30.0 |





