Hoffnungen auf Wachstum

FIA nimmt China ins Visier: Hersteller und WM-Lauf

Die FIA will die Rallye-Weltmeisterschaft stärker für China öffnen. Im Raum stehen sowohl ein chinesischer Hersteller als auch ein künftiger WM-Lauf im größten Automarkt der Welt.

24. August 2026

Michael Heimrich

FIA nimmt China ins Visier: Hersteller und WM-Lauf

Die FIA richtet ihren Blick verstärkt nach China. Der Automobil-Weltverband verfolgt gleich zwei Ziele: Ein chinesischer Hersteller soll in die Rallye-Weltmeisterschaft einsteigen, gleichzeitig soll ein WM-Lauf im Land etabliert werden.

Auf allen Beteiligten lastet genügend Druck: Für die neue Topklasse ab 2027 ist Toyota derzeit der einzige Hersteller, der sich klar zum Bau eines Fahrzeugs nach dem neuen Reglement bekannt hat. Hyundai prüft seine Zukunft weiter, während M-Sport kein eigenes Auto nach dem neuen Reglement entwickeln will und stattdessen auf das WRC Rally2 Kit setzt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt der chinesische Markt zusätzliche Bedeutung. China ist der größte Automobilmarkt der Welt und verfügt über eine enorme Zahl an Herstellern „Wir wollen einen chinesischen Hersteller und einen Lauf in China“, sagte FIA-Sportvizepräsident Malcolm Wilson laut RallyJournal.com. Beide Ziele hält er für realistisch.

Nach seinen Angaben gibt es bereits zwei Interessenten in China, die einen WM-Lauf ausrichten möchten. Gleichzeitig gebe es auch aus anderen Ländern Bewerbungen. Für die FIA sei das ein wichtiges Signal, dass die Rallye-WM trotz der aktuellen Übergangsphase weiterhin auf Interesse stößt.

Wilson formulierte zudem ein langfristiges Ziel für die Herstellerbeteiligung. Persönlich würde er es als großen Fortschritt ansehen, wenn die WRC bis 2029 auf sechs Konstrukteure käme.

Auch auf technischer Seite gibt es Bewegung. FIA-Technikdirektor Xavier Mestelan Pinon verwies darauf, dass inzwischen drei chinesische Hersteller im sogenannten ‚Manufacturers’ Committee‘ der FIA vertreten sind. Mit zwei weiteren Unternehmen laufen Gespräche über eine Aufnahme.

Für die FIA ist das ein Hinweis darauf, dass sich chinesische Hersteller zunehmend den internationalen Motorsportprogrammen annähern. Ob daraus tatsächlich ein WRC-Projekt entsteht, ist offen.

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