Nach seinem Sieg beim Critérium des Cévennes richtet Yohan Rossel den Blick bereits auf die kommende Saison. Der 31-jährige Franzose zählt zu den schnellsten Rally2-Fahrern und beschäftigt sich immer mehr mit der Frage nach seiner Zukunft. Dabei könnte sich eine neue Möglichkeit für den erhofften Aufstieg in die Topklasse bieten.
Lancia zögert beim WRC-Kit
Hintergrund ist das neue Reglement der Rallye-Weltmeisterschaft. Ab 2027 können bestehende Rally2-Fahrzeuge mit einem speziellen WRC-Kit für die höchste Kategorie aufgerüstet werden. Die Fahrzeuge erhalten unter anderem eine veränderte Aerodynamik und dürfen mit einem größeren Luftmengenbegrenzer antreten.
Für Rossel wäre das die Chance, mit dem Lancia Ypsilon in der Rally1-Kategorie gegen die komplett neu entwickelten WRC27-Fahrzeuge anzutreten. Allerdings hat der Hersteller bislang keine entsprechende Entwicklung bestätigt. „Ich habe aber große Hoffnung, dass Lancia das Kit entwickelt“, erklärte Rossel gegenüber Rallye-Sport.fr.
Kundensport hat Vorrang
Lancia-Sportchef Luca Martello hatte bereits im Sommer erklärt, warum die Entscheidung schwierig ist. Einerseits sei das Reglement erst spät veröffentlicht worden, wodurch wenig Entwicklungszeit bleibe. Andererseits müsse ein Konstrukteur für die Teilnahme an der entsprechenden Meisterschaft mindestens zwei Fahrzeuge über die gesamte WM-Saison einsetzen. Das erfordere erhebliche finanzielle Mittel.
Für Lancia steht derzeit das Kundensportgeschäft im Vordergrund. Der neue Ypsilon Rally2 HF Integrale hat sich in seiner ersten Saison erfolgreich etabliert, während Rossel und Nikolay Gryazin dem Werksteam den WRC2-Teamtitel sicherten.
Rossel will aufsteigen
Der Franzose hat inzwischen allerdings andere Ambitionen. Seit 2019 fährt er regelmäßig Rally2-Fahrzeuge und gehört seit Jahren zur Spitze der WRC2. Auch 2026 gelangen ihm drei Klassensiege bei den WM-Läufen in Kroatien, auf den Kanaren und in Chile. Zum erhofften Fahrertitel reichte es dennoch nicht.
Bereits nach seinem Sieg in Chile hatte Rossel deutlich gemacht, dass er 2027 entweder ein komplett neues Rally1-Fahrzeug oder einen Rally2 mit WRC-Kit steuern möchte. Ein weiteres Jahr ausschließlich in der WRC2 entspricht nicht seinen Vorstellungen.
Die Verbindung zu Stellantis ist für ihn dennoch wichtig. Der Konzern begleitet seine Karriere seit vielen Jahren, zunächst mit Citroen und inzwischen mit Lancia. Rossel würde diese Zusammenarbeit gerne fortsetzen, muss aber gleichzeitig andere Möglichkeiten prüfen.
Mit M-Sport gibt es bereits einen Hersteller, der den Einsatz eines Rally2-Fahrzeugs mit WRC-Kit vorbereitet. Darüber hinaus entstehen bei Toyota und unabhängigen Konstrukteuren weitere Möglichkeiten für 2027.

