Einmal tief durchatmen! Die Rallye Paraguay hat bereits auf den ersten Kilometern für reichlich Drama gesorgt. Nach drei Wertungsprüfungen führt Hyundai-Rückkehrer Hayden Paddon, während gleich mehrere Favoriten durch Unfälle, Reifenschäden und technische Probleme weit zurückgeworfen wurden oder bereits ausgeschieden sind.
Den Anfang machte Takamoto Katsuta. Der Toyota-Pilot kam auf der ersten Prüfung in einer schnellen Kurve von der Strecke ab und überschlug sich. Zwar konnte er zunächst weiterfahren, wenig später stellte er den GR Yaris Rally1 jedoch ab.
„Es war mein Fehler. Ich kam einfach zu schnell in die Kurve und habe das Heck komplett verloren“, erklärte Katsuta. Wegen Schäden am Kühlsystem und weiteren Beschädigungen sei eine Fortsetzung nicht möglich gewesen.
Ogier patzt erneut
Auch Sebastien Ogier erlebte einen katastrophalen Start. Bereits auf WP1 kostete ihn ein Reifenschaden 24,4 Sekunden. Auf der zweiten Prüfung schlug der Franzose dann gegen eine Böschung, beschädigte die linke Vorderradaufhängung und musste zum Reifenwechsel anhalten. Mehr als fünf Minuten gingen verloren.
„Ich habe einen Fehler gemacht und die Böschung getroffen. Dabei wurde das Auto beschädigt, die Aufhängung ist gebrochen“, sagte Ogier. Auf WP3 hielt die notdürftige Reparatur schließlich nicht mehr, der Franzose blieb endgültig stehen.
Thierry Neuville hatte ebenfalls schon auf der ersten Prüfung Pech. Nach einem weiten Sprung beschädigte er einen Reifen und musste mehr als die halbe Distanz mit nur drei intakten Pneus zurücklegen. „Wir sind nach einem Sprung etwas zu weit rausgekommen und haben uns dabei einen Reifenschaden eingefangen“, erklärte der Belgier. Wenig später war auch für ihn Schluss.
Zunächst sah es danach aus, als könne Oliver Solberg von den Problemen der Konkurrenz profitieren. Der Schwede gewann die erste Prüfung und lag auch nach WP2 an der Spitze. Doch auf der 34,08 Kilometer langen Yerbateras-Prüfung folgte der nächste Rückschlag.
Solberg schoss an einem Abzweig vorbei, wobei der Motor abstarb. Zuschauer mussten helfen, das Auto wieder in Gang zu bringen. Später kam noch ein Reifenschaden hinzu. Insgesamt verlor Solberg fast vier Minuten.
„Der Motor ist beim Bremsen ausgegangen, dadurch bin ich geradeaus gefahren. Danach kam auch noch ein Reifenschaden dazu“, ärgerte sich Solberg.
Auch Adrien Fourmaux erwischte es mit einem Reifenschaden, während Elfyn Evans ebenfalls einen beschädigten Reifen über die zweite Hälfte von Yerbateras schleppen musste. Trotz dieser Probleme profitierte der WM-Spitzenreiter vom Chaos und rückte nach drei Prüfungen auf Rang drei vor.
An der Spitze liegt nun Paddon. Der Neuseeländer führt nach WP3 mit 22,7 Sekunden Vorsprung vor Josh McErlean. Evans folgt weitere 3,5 Sekunden dahinter, Sami Pajari ist mit 33,2 Sekunden Rückstand Vierter.
„Die Bedingungen sind für alle extrem schwierig“, sagte Paddon. „Am Nachmittag wird es nicht einfacher, vor allem die Reifenwahl wird heikel.“
Pajari kämpft allerdings ebenfalls mit Problemen. Sein Toyota verlor Leistung, zudem berichtete der Finne von einem Wasserleck. „Wir fahren vorsichtig. Im Moment haben wir irgendein Problem mit dem Wasserverlust, aber wir sind im Ziel. Das ist schon einmal etwas“, sagte Pajari.
Rally2-Piloten rücken vor
Hinter ihm folgt bereits der erste Rally2-Pilot: Diego Domínguez liegt im Toyota GR Yaris Rally2 auf Rang fünf. Jon Armstrong ist Sechster vor Fourmaux. Gus Greensmith und Marco Bulacia belegen die Plätze acht und neun.
Auch in der WRC2 gab es früh Ausfälle. Robert Virves, der bislang alle vier Saisonstarts gewonnen hatte, kam bereits auf der ersten Prüfung von der Strecke ab. Alejandro Cachón überschlug sich ebenfalls.
Zwischenstand nach WP3
| 1. | Hayden Paddon / John Kennard | Hyundai i20 N Rally1 | 42:27.6 |
| 2. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +22.7 |
| 3. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +26.2 |
| 4. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | +33.2 |
| 5. | Diego Domínguez / Rogelio Peñate | Toyota GR Yaris Rally2 | +1:25.4 |
| 6. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +1:31.3 |
| 7. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +1:45.6 |
| 8. | Gus Greensmith / Jonas Andersson | Toyota GR Yaris Rally2 | +1:53.3 |
| 9. | Marco Bulacia / José Murado | Toyota GR Yaris Rally2 | +2:03.9 |
| 10. | Alejandro Galanti / M. Toyotoshi | Toyota GR Yaris Rally2 | +2:37.5 |
