Sami Pajari hat seine Führung bei der Rallye Estland am Samstag deutlich ausgebaut. Vor der abschließenden kurzen Showprüfung liegt der Toyota-Pilot 25,8 Sekunden vor Oliver Solberg. Adrien Fourmaux behauptet weiterhin Rang drei, doch Thierry Neuville ist bis auf 1,9 Sekunden an seinen Hyundai-Teamkollegen herangerückt.
Pajari knüpfte am Morgen zunächst an seine Serie vom Freitag an. Auf der achten Prüfung nahm er Solberg weitere 1,6 Sekunden ab und vergrößerte seinen Vorsprung auf 16,3 Sekunden. Auch auf der folgenden Prüfung setzte der Finne die Bestzeit und führte anschließend mit 17,6 Sekunden.
Solberg gelang danach die erste Antwort. Auf der zehnten Prüfung beendete er Pajaris Bestzeitenserie und verkürzte den Abstand um 3,3 Sekunden auf 14,3 Sekunden. Auch auf der elften Prüfung war der Schwede schneller, diesmal allerdings nur um zwei Zehntelsekunden. Damit lag Pajari zur Mittagspause noch 14,1 Sekunden vorn.
Nach dem Service übernahm der Spitzenreiter wieder das Kommando. Pajari gewann die Prüfungen zwölf, dreizehn und vierzehn in Folge und baute seinen Vorsprung Schritt für Schritt auf 25,8 Sekunden aus. Auf der 15. Prüfung fuhren Pajari und Solberg exakt dieselbe Zeit, sodass der Abstand an der Spitze unverändert blieb.
Während das Duell um den Sieg am Nachmittag wieder klarer zugunsten Pajaris verlief, rückten die beiden Hyundai-Piloten im Kampf um Rang drei immer enger zusammen. Fourmaux war am Morgen zunächst der schnellere der beiden, beschädigte auf der zehnten Prüfung jedoch die Front seines i20 Rally1, nachdem er einen Anti-Cut-Pfosten getroffen hatte. Dadurch verlor er 4,1 Sekunden auf Neuville.
Neuville hatte bereits zu Beginn des Tages Fortschritte erkannt. „Das Auto fühlt sich besser an als gestern“, sagte der Belgier nach der achten Prüfung. „Aber wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen, und arbeiten weiter daran.“
Auf der elften Prüfung verkürzte Neuville seinen Rückstand auf Fourmaux auf 5,6 Sekunden. Nach einer kurzen Gegenreaktion seines Teamkollegen am Nachmittag arbeitete er sich erneut heran. Auf der 15. Prüfung gelang Neuville schließlich die erste Hyundai-Bestzeit des gesamten Wochenendes. Er war 4,2 Sekunden schneller als Fourmaux und liegt vor der letzten Tagesprüfung nur noch 1,9 Sekunden hinter Rang drei.
Hinter den ersten vier Fahrern profitierte Elfyn Evans von einem Reifenschaden bei Martins Sesks. Der Lette verlor auf der neunten Prüfung Zeit und musste Rang sechs an den WM-Spitzenreiter abgeben. Sesks fiel auf Platz sieben zurück, vor Esapekka Lappi und Jon Armstrong.
Für Josh McErlean verlief der Samstag dagegen enttäuschend. Der M-Sport-Pilot verlor auf der achten Prüfung durch ein technisches Problem mehr als zehn Minuten und fiel im Gesamtklassement weit zurück.
Takamoto Katsuta kehrte nach seinem Ausfall infolge zweier Reifenschäden wieder in die Rallye zurück. Der Toyota-Pilot liegt allerdings außerhalb der ersten 30 und spielt im Kampf um die Gesamtwertung keine Rolle mehr.
Vor der letzten kurzen Zuschauerprüfung des Tages hat Pajari damit eine komfortable Führung. Offen bleibt vor allem der Kampf um das Podium: Fourmaux und Neuville trennen nur noch 1,9 Sekunden.
Spannung in der Rally2
Auch in der Rally2 ist vor dem Schlusstag noch nichts entschieden. Robert Virves führt lediglich neun Sekunden vor Roope Korhonen, Teemu Suninen liegt nur eine weitere Sekunde dahinter. Am Sonntag stehen allerdings nur noch zwei Prüfungen auf dem Programm: Die 24,39 Kilometer lange Kääriku-Prüfung wird zweimal gefahren, der zweite Durchgang bildet zugleich die abschließende Power Stage. (Zeitplan Rallye Estland)
Zwischenstand nach WP 15 von 18
| 1. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:06:47.3 |
| 2. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +25.8 |
| 3. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +52.3 |
| 4. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +54.2 |
| 5. | Sébastien Ogier / Vincent Landais | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:31.2 |
| 6. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +2:00.1 |
| 7. | Mārtiņš Sesks / Renārs Francis | Ford Puma Rally1 | +2:14.3 |
| 8. | Esapekka Lappi / Enni Mälkönen | Hyundai i20 N Rally1 | +2:39.1 |
| 9. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +3:00.6 |
| 10. | Robert Virves / Jakko Viilo | Škoda Fabia RS Rally2 | +7:05.1 |