Sami Pajari hat zusammen mit Beifahrer Marko Salminen die Rallye Estland gewonnen und damit seinen ersten Gesamtsieg in der Rallye-Weltmeisterschaft gefeiert. Der Finne brachte seine Führung am Sonntag kontrolliert ins Ziel und setzte sich beim neunten Saisonlauf vor seinem Toyota-Teamkollegen Oliver Solberg durch.
Pajari hatte die Rallye vom Freitag an bestimmt und sich mit einer Serie von Bestzeiten an der Spitze abgesetzt. Auch am Schlusstag ließ er keinen Zweifel mehr an seinem Sieg aufkommen. Auf der vorletzten Prüfung war er nur vier Zehntelsekunden langsamer als Solberg und ging mit 24,6 Sekunden Vorsprung in die abschließende Power Stage.
Dort brachte Pajari den Erfolg ohne Probleme ins Ziel. Für den Toyota-Piloten war es der bislang größte Erfolg seiner Karriere.
„Es ist etwas unglaublich Großartiges. Vielleicht habe ich noch gar nicht begriffen, was ich gerade geschafft habe“, sagte Pajari im Ziel. „An alle bei Toyota Gazoo Racing: Ich bin unglaublich glücklich und dankbar. Danke für die Unterstützung und dafür, dass ihr an mich geglaubt habt. Danke auch an meine Sponsoren, meine Familie, meine Freunde und alle, die in schwierigen Zeiten hinter mir standen. Dieser Sieg ist für euch.“
Auch sich selbst nahm Pajari ausdrücklich in seine Danksagung auf. „Zu guter Letzt möchte ich mir selbst dafür danken, dass ich nicht aufgegeben und es noch einmal versucht habe. Wir wussten, dass dieser Moment kommen würde, daran bestand kein Zweifel. Jetzt haben wir es geschafft, und das fühlt sich gut an.“
Solberg sicherte sich Rang zwei und sammelte am Sonntag die maximale Zusatzpunktzahl. Der Schwede gewann sowohl die Sonntagswertung als auch die Power Stage und erhielt dafür insgesamt zehn Extrapunkte. Schon auf der vorletzten Prüfung hatte er die Bestzeit erzielt.
Mit seinem Ergebnis zeigte sich Solberg zufrieden, auch wenn er das Tempo Pajaris über weite Strecken nicht vollständig mitgehen konnte. Nach mehreren schwierigen Rallyes wertete er Platz zwei als wichtigen Schritt.
„Es war auf jeden Fall ein sehr gutes Wochenende, damit muss ich zufrieden sein“, sagte Solberg. „Ich hatte nicht das volle Vertrauen, um wie Sami am absoluten Limit zu fahren. Er hat den Sieg verdient.“
Mit Rang zwei und der maximalen Punktzahl am Sonntag reist Solberg dennoch mit einer starken Ausbeute aus Estland ab. Für die kommenden schnellen Schotterläufe sieht er das Ergebnis als gute Grundlage.
Hinter den beiden Toyota-Piloten entschied Adrien Fourmaux das teaminterne Hyundai-Duell um den letzten Podiumsplatz für sich. Der Franzose ging mit 9,8 Sekunden Vorsprung auf Thierry Neuville in die Power Stage und brachte Rang drei sicher ins Ziel.
Fourmaux hatte am Sonntag vor allem darauf geachtet, seinen Podiumsplatz gegen Neuville abzusichern. „Es ist großartig, wieder auf dem Podium zu stehen“, sagte der Franzose. „Es war ein sehr gutes Wochenende. Dieses Auto auf diesen Straßen zu fahren, war großartig.“
Neuville hatte auf der vorletzten Prüfung überraschend viel Zeit verloren. Der Belgier war nur Sechstschnellster und büßte 7,9 Sekunden auf Fourmaux ein. „Keine Ahnung, weshalb der Abstand so groß ist. Eigentlich hat sich alles gut angefühlt, ich hatte eine gute Prüfung. Dann ist es eben so“, sagte Neuville im Ziel.
Auch Fourmaux zeigte sich über den deutlichen Zeitgewinn überrascht. „Ich hatte zwar eine sehr gute Prüfung, aber ich hätte gedacht, dass Thierry hier schneller ist.“
Neuville erklärte später, dass vor der Prüfung noch Reparaturen am Hyundai notwendig gewesen seien. Dadurch habe die Crew die Zeitkontrolle beinahe zu spät erreicht und möglicherweise nicht den richtigen Rhythmus gefunden. Zudem hatte der Belgier im ersten Durchgang erneut mit fehlendem Grip zu kämpfen.
„Offensichtlich bin ich etwas enttäuscht, dass wir heute Morgen so viel Zeit verloren haben“, sagte Neuville. „Schade, dass wir am ersten Tag so viel Zeit verloren haben. Der Kampf wäre sonst noch interessanter gewesen.“
Auf der Power Stage antwortete Neuville mit der zweitschnellsten Zeit und holte vier Zusatzpunkte. Dadurch sammelten Fourmaux und Neuville trotz ihrer unterschiedlichen Platzierungen im Endklassement insgesamt gleich viele WM-Punkte.
Für Toyota endete die Rallye Estland damit mit einem Doppelsieg und einem neuen WRC-Sieger. Hyundai brachte beide verbliebenen Fahrer auf die Plätze drei und vier, konnte den Erfolg Pajaris und Solbergs auf den schnellen Schotterprüfungen rund um Tartu aber nicht verhindern.
Auch in der Rally2 fiel die Entscheidung erst auf den letzten Kilometern. Robert Virves gewann mit 7,6 Sekunden Vorsprung vor Teemu Suninen. Roope Korhonen folgte nur weitere 1,2 Sekunden dahinter auf Rang drei. Damit lagen die drei Erstplatzierten nach mehr als 300 Prüfungskilometern innerhalb von nur 8,8 Sekunden.
Der nächste Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft ist die Rallye Finnland, die vom 30. Juli bis 2. August rund um Jyväskylä ausgetragen wird.
Ergebnis Rallye Estland 2026
| 1. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:31:16.5 |
| 2. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +19.5 |
| 3. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +53.8 |
| 4. | Thierry Neuville / Martijn Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +59.7 |
| 5. | Sébastien Ogier / Vincent Landais | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:32.9 |
| 6. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +2:01.0 |
| 7. | Mārtiņš Sesks / Renārs Francis | Ford Puma Rally1 | +2:35.3 |
| 8. | Esapekka Lappi / Enni Mälkönen | Hyundai i20 N Rally1 | +3:02.3 |
| 9. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +3:28.0 |
| 10. | Robert Virves / Jakko Viilo | Škoda Fabia RS Rally2 | +8:33.1 |
