Quo vadis Rallye-WM

Fieberhaft suchte WM-Promoter North One Sport nach einem neuen Investor. Doch nun stieg Katar aus den Verhandlungen aus und hinter Eurosport steht weiterhin ein großes Fragezeichen. Noch. Wer sendet aus Monte Carlo?

6. Januar 2012

Michael Heimrich

Quo vadis Rallye-WM

Zehn Tage vor dem Saisonstart in Monte Carlo scheint WM-Promoter North One Sport am Boden zu liegen. Fieberhaft suchten alle Beteiligten nach einem neuen Investor, der dringend benötigtes Geld zur Weiterentwicklung der Vermarktung bereitstellt. Die NOS-Muttergesellschaft Convers Sports Initiatives (CSI) musste Insolvenz anmelden, nachdem Besitzer Vladimir Antonov wegen Veruntreuung verhaftet wurde.

Zunächst schien es, als ob Katar als neuer Investor einspringen würde, doch hinter vorgehaltener Hand wird berichtet, dass das Emirat aus den Verhandlungen ausgestiegen ist. Man sei über das Verhalten der FIA während der Gespräche enttäuscht. Der Weltverband habe sich zunächst gar nicht geäußert und dann in einer Art, die bei den Kataris alles andere als gut ankam.

"Es ist unglaublich. Wir waren so dicht dran. Der Vertrag lag auf dem Tisch und man kann mir glauben, dass es weit und breit das Beste für die Weltmeisterschaft gewesen wäre", erklärte Neil Duncanson, der Chef von North One Television, der in der Vergangenheit auch NOS leitete und in die Verhandlungen mit Katar eingebunden war. "Was wirklich enttäuschend ist, das nach elf Jahren harter Arbeit für die Rallye-WM niemand von der FIA das Telefon in die Hand nahm und mit uns sprach. Und wir haben wirklich versucht sie zu erreichen. Es ist sehr enttäuschend und eine schäbige Art so mit uns umzugehen."

Nach dem Ausstieg von Katar scheint die Finanzierung der TV-Übertragung der Rallye Monte Carlo gewaltig zu wackeln. Es wäre der Super-Gau für die Weltmeisterschaft. Einspringen könnte jedoch Eurosport. Der Sportsender vermarktet und überträgt bereits die Interkontinentale Rallye Challenge und konnte in der Vergangenheit beeindruckende TV-Übertragungen, speziell von der Rallye Monte Carlo abliefern. Bei der Tourenwagen-WM arbeitet die FIA bereits mit Eurosport erfolgreich zusammen. 

Eurosport Motorsport-Direktor Francois Ribeiro kündigte gegenüber Autosport bereits seine Bereitschaft an, kurzfristig für NOS einzuspringen. "Alles ist möglich, aber es liegt an der FIA Dinge zu kommunizieren. Aber ich denke es wird nicht lange dauern bis dies geschehen wird", so Ribeiro. 

Die unklare Situation rund um den Promoter sorgt auch bei den Verhandlungen zwischen der FIA, Mini und BMW für Verzögerungen. In München will man endlich Klarheit über die künftige Vermarktung der Topliga, ehe man sich zu dieser nochmals bekennt. Der Trubel um North One Sport dürfte alles andere als förderlich sein. Die FIA scheint endlich gehandelt zu haben. Es wird gemunkelt, dass der Weltverband den Promotervertrag mit NOS gekündigt hat. Eine offizielle Stellungnahme liegt noch nicht vor. 

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