Polo soll auf Sardinien fahren

Mit den Testfahrten in den Weinbergen entlang der Mosel schließt sich für das Volkswagen-Team ein Kreis. Im vergangenen November fuhr man an Ort und Stelle zum ersten Mal mit dem Polo R WRC in der Öffentlichkeit. Jetzt geht es um letzte Abstimmungsarbeiten, bevor man auf Sardinien die endgültige Version des World Rally Cars präsentiert.

12. Juli 2012

Michael Heimrich

Polo soll auf Sardinien fahren

Die Entwicklung des ersten Polo R WRC geht in die abschließende Phase. Im Oktober soll im Rahmen der Rallye Sardinien das Fahrzeug in der endgültigen Spezifikation präsentiert werden, mit dem Volkswagen ab Januar 2013 in der Weltmeisterschaft angreifen wird. Äußerlich wird sich diese Ausbaustufe nur unwesentlich vom bisherigen Testträger unterscheiden, vor allem unter dem Blech gibt es zum Teil deutliche Veränderungen.

Erwartungsgemäß zögert das Team die Homologation des Autos so lange wie möglich hinaus, um verschiedene Komponenten weiter zu entwickeln. „Große Geheimnisse gibt es dabei aber nicht“, erklärt Chefingenieur Francois-Xavier ‚FX‘ Demaison, der trotzdem peinlichst genau darauf achten lässt, dass die Fotografen dem Polo nicht zu nahe kommen. „Durch das Reglement sind viele Bereiche vorgegeben. Es ist die Summe vieler kleiner Dinge, die den Unterschied letztendlich ausmachen.“

Entsprechend vollgepackt sind die nächsten Wochen für das Team. Nach den Asphalttests in Deutschland stehen weitere Erprobungsfahrten, unter anderem ein Höhentest auf der Großglockner Hochalpen-Straße, an. Auch in Mexiko selbst will man noch in diesem Jahr den Polo der dünnen Höhenluft aussetzen, um den Motor auf die speziellen Anforderung des WM-Laufs – teilweise führen die Prüfung auf über 2.700 Meter Höhe – anzupassen.

Unterdessen verhandelt Volkswagen mit der FIA über den ersten Polo-Testeinsatz auf Sardinien. Nicht wie ursprünglich vermutet als Vorausauto, sondern innerhalb des Feldes, allerdings ohne offizielle Zeitnahme. Für Volkswagen, aber auch für die anderen Teams, wäre dieser Start außerhalb der Wertung eine optimale Gelegenheit, die Konkurrenzfähigkeit des Autos abzuschätzen. „Eine Entscheidung darüber wird noch in dieser Woche fallen“, erklärte Stefan Moser, Marketingchef von VW-Motorsport.

Sollte der Einsatz unter diesen Bedingungen tatsächlich möglich sein, dann beginnt ein neues Kapitel in der Polo-Entwicklung. "Sobald die Aufkleber an der Tür kleben, kommen auch die Probleme", erwartet Chefingenieur Demaison die ersten Kinderkrankheiten des Autos. Es bliebe allerdings noch genügend Zeit, um die Probleme bis zum angepeilten Homologationsdatum Anfang Januar zu beseitigen. Dann könnte noch zuversichtlicher zum Debüt in Monte Carlo reisen. "Dort sollten wir in der Lage sein, um das Podium kämpfen zu können", ist ‚FX‘ von der Konkurrenzfähigkeit ’seines‘ Autos überzeugt. Welche Fahrer neben Sebastien Ogier bei der Monte um vordere Platzierungen kämpfen werden, wird Volkswagen im Rahmen der Rallye Deutschland bekanntgeben.

GALERIE: Die Bilder von den Testarbeiten mit dem Polo R WRC …

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