Neuville: Neuer Heckflügel macht Toyota langsamer

Die Überlegenheit von Toyota und Ott Tänak ist aus Sicht von Thierry Neuville vorbei. Doch der erzwungene Umbau dürfte zu spät für die Konkurrenz gekommen sein.

7. Oktober 2019

Michael Heimrich

Neuville: Neuer Heckflügel macht Toyota langsamer

Seit der Rallye Türkei muss Toyota mit einem neuen Heckflügel fahren, der deutlich kompakter ist und weniger Abtrieb bietet. Weil beim materialmordende Schotterlauf rund um Marmaris aber die Durchschnittsgeschwindigkeiten niedrig sind, konnte man die tatsächlichen Auswirkungen noch nicht erkennen. Erst auf den schnellen Prüfungen in Wales wurde deutlich, welchen Vorteil Toyota lange Zeit hatte.

„Sie fliegen uns nicht mehr davon und wir sind viel näher dran“, erklärte Hyundai-Pilot Thierry Neuville, der in Wales knapper Zweiter hinter Ott Tänak wurde. Möglicherweise wäre mehr für den Belgier drin gewesen, doch eine falsche Reifenwahl im Finale verhinderte die letzte Attacke. „Es war ein interner Fehler, der passieren kann, aber nicht sollte. Wir wollten vier Reifen mit weicher Mischung und einen mit der mittleren. Aber wir bekamen drei weiche Reifen und zwei mittlere.“

Wie ungeschickt die FIA in der ‚Heckflügel-Affäre‘ agierte, zeigt auch ein weiteres Detail, das mittlerweile bekannt wurde. Nach der Krisensitzung in Finnland verlangte der Weltverband von Toyota umgehend ein Zusatzgewicht von 15 Kilo ins Auto zu packen, um die anderen Teams zu beruhigen. Gebracht hat es nichts: Tänak gewann die Rallye und war auch anschließend in Deutschland nicht zu schlagen.

Vielleicht wird Neuville am Ende des Jahres noch einmal über die ganze Sache nachdenken, denn seine Titelchancen sind auf ein Minimum gesunken. „Wir hätten unbedingt vor Tänak ins Ziel kommen müssen, leider ist uns dies nicht gelungen, obwohl wir alles dafür gegeben haben“, fasste er die Situation zusammen. Ans Aufgegeben denkt er aber nicht: „Bei der anstehenden Rallye in Spanien muss es uns unbedingt gelingen, ihn hinter uns zu lassen, um unsere Titelhoffnungen am Leben zu halten. Wir werden auf jeden Fall bis zum letzten Meter kämpfen, denn wir wissen alle, dass im Rallyesport alles möglich ist.“

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