Kurzfristige Änderungen

Nach Paraguay-Chaos: FIA erhöht Reifen-Kontingent für Chile

Die zahlreichen Reifenschäden bei der Rallye Paraguay haben Folgen. Für Chile erhöht die FIA nicht nur die erlaubte Reifenmenge deutlich, sondern erlaubt erstmals auch einen kontrollierten Tausch während des Tages.

9. September 2026

Michael Heimrich

Nach Paraguay-Chaos: FIA erhöht Reifen-Kontingent für Chile

Die FIA reagiert auf das Reifenchaos von Paraguay und lockert für die Rallye Chile die Vorgaben. Statt der bislang üblichen 28 Reifen dürfen die Rally1-Fahrzeuge der Herstellerteams an diesem Wochenende einschließlich Shakedown maximal 36 Reifen einsetzen.

Auch die übrigen Klassen erhalten mehr Spielraum. Für Rally2-Fahrzeuge sind 30 Reifen erlaubt, für alle weiteren Fahrzeuge 26.

Der Schritt kommt nicht überraschend. In Paraguay hatten mehrere Spitzenfahrer mit schweren Reifenschäden und Ablösungen zu kämpfen. Die Diskussion über die Belastbarkeit der aktuellen Hankook-Reifen hatte anschließend deutlich an Schärfe gewonnen.

Reifenwechsel während des Tages erlaubt

Noch bemerkenswerter ist eine zusätzliche Sonderregelung für Chile. Auf einem festgelegten Abschnitt der Verbindungsstrecke bei Arauco dürfen die Teams ihren Crews bis zu zwei auf Felgen montierte Reifen übergeben und im Gegenzug die gleiche Zahl gebrauchter Reifen zurücknehmen.

Damit können die Fahrer während des Rallyetages verschlissene Reifen gegen neue Exemplare tauschen. Die Regelung gilt für die Prüfungen rund um Arauco am Samstag und Sonntag.

Hilfe am Auto bleibt dabei ausdrücklich verboten. Teammitglieder dürfen ausschließlich die Reifen übergeben. Werkzeuge, Ersatzteile oder sonstige Unterstützung sind nicht gestattet. Technische Kommissare überwachen den Vorgang und erfassen die getauschten Reifen.

Die FIA schafft damit gewissermaßen einen zusätzlichen Sicherheitsgurt für ein Problem, dessen eigentliche Ursache noch nicht beseitigt ist.

Mehr Reifen, aber keine endgültige Lösung

Nach der Rallye Paraguay hatte Hankook-Motorsportchef Steven Cho bereits eingeräumt, dass ein einziger Reifentyp auf sehr unterschiedlichen Schotterrallyes zwangsläufig an Grenzen stößt. Gleichzeitig hatte der Hersteller signalisiert, bei Bedarf zusätzliche Reifen bereitstellen zu können.

Schon nach der Rallye Portugal war der Reifen überarbeitet und mit mehr Profil versehen worden. Die grundsätzliche Diskussion ist damit jedoch nicht beendet.

Vor allem Sebastien Ogier hatte nach den jüngsten Problemen vehement eine breitere Auswahl an Reifen gefordert. Seine Kritik zielt nicht nur auf die Anzahl der verfügbaren Pneus, sondern auf die grundsätzliche Vorgabe, mit sehr unterschiedlichen Streckencharakteristiken innerhalb eines begrenzten Reifenangebots zurechtkommen zu müssen.

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