Luis Moya: "Was macht einen guten Beifahrer aus?"

Er ist der bekannteste Beifahrer im WM-Kalender. Mit seiner markanten Aussprache erreicht der Spanier fast schon Kultstatus.

3. September 2002

Michael Heimrich

Luis Moya: "Was macht einen guten Beifahrer aus?"

"Wenn wir auf der Prüfung sind und um die Bestzeiten kämpfen, um die schnellsten in einem World-Rally-Car zu sein, dann ist dies ein fantastisches Gefühl", eklärt Moya. "Ich liebe die Geschwindigkeit, dies entschädigt für all die harte Arbeit. Die ganze Vorbereitung auf eine Rallye bedeutet keinen Spaß, aber es ist ein wichtiger Bestandteil für den Sieg."

Auf die Frage 'was einen guten Beifahrer ausmacht', antwortet Moya: "Es ist schwierig eine klare Aussage zu machen. Fahrer müssen Naturtalente sein, aber Co-Piloten brauchen das nicht, man kann diesen Job lernen. Aber eine Begeisterung für diesen Sport muss vorhanden sein, Lust auf viel Arbeit und vor allem darf es einem beim Lesen im Auto nicht schlecht werden."

Doch nicht nur diese Eigenschaften machen einen guten Beifahrer aus, wie der Spanier ergänzt. "Es ist ebenfalls wichtig körperlich fit zu sein. Man muss die Belastungen während eine Rallye gut verkraften können und wenn man trainiert ist, dann steckt man dies leichter weg und erhohlt sich schneller, um weiter konzentriert zu arbeiten."

Die Zusammenarbeit zwischen ihm und seinem Piloten Carlos Sainz ist einzigartig im WM-Kalender. Keine Fahrerpaarung hat bisher mehr WM-Rallyes zusammen bestritten wie das spanische Duo. Bereits seit 14 Jahren fahren die beiden zusammen und wurden bereits zweimal Weltmeister. Moya erklärt das Erfolgsgeheimnis: "Es ist wie eine Ehe, man muss akzeptieren, dass der Fahrer manchmal seinen ganzen Frust an Dir auslässt. Aber ich weiß, dass es nicht gegen mich geht, sondern Carlos in diesem Moment unter enormen Stress steht."

Die Ansagen des 41-jährigen hören sich für den Fernsehzuschauer eher nach dem Feuer aus einem Maschinengewehr an, Moya erklärt warum: "Carlos und ich benutzen sehr ausführliche Pace-Notes. Auf schnellen Rallyes komme ich manchmal gar nicht mit dem Vorlesen hinterher. Es ist wichtig dabei auf die Straße zu schauen, um so die exakte Position des Fahrzeuges zu erkennen. Ich unterstreiche mir sogar die Zeilen, welche ich schneller lesen muss."

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