Latvala feiert Premiere auf Rundstrecke

Jari-Matti Latvala geht beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an den Start. Der Finne greift in das Lenkrad jenes Ford Focus RS, den die Fachhochschul-Studenten des Teams FH Köln Motorsport powered by Ford für den Langstreckenklassiker in der Eifel (13. bis 16. Mai) vorbereiten.

11. April 2010

Michael Heimrich

Latvala feiert Premiere auf Rundstrecke

Bei einem Testeinsatz im Rahmen des zweiten Saisonlaufs zur Langstreckenmeisterschaft (VLN) auf dem Nürburgring sammelte der schnelle Mann aus Tuuri am Wochenende erste Erfahrungen in der berühmt-berüchtigten „Grünen Hölle“ und zeigte sich von dem Traditionskurs begeistert.

„Eine fantastische Strecke“, strahlte Latvala nach seinen ersten Runden in dem rund 305 PS starken, auf dem Serienmodell basierenden Ford Focus RS. „Ich habe mich auf diesen Einsatz wirklich gefreut, denn die Nordschleife genießt auch unter uns Rallye-Fahrern einen legendären Ruf – zu Recht, wie ich jetzt weiß. Das Team der Fachhochschule Köln hat den Rennwagen tadellos vorbereitet, ich bin sehr beeindruckt. Von meinem Ford Focus World Rally Car aus der Rallye-WM bin ich zwar Allradantrieb gewohnt, dennoch hat mich die Traktion des Fronttrieblers sehr positiv überrascht.“

Für den schnellen Mann aus dem finnischen Tuuri steht nicht nur der erste Einsatz bei einem 24-Stunden-Marathon bevor, bei seinem Testeinsatz am vergangenen Wochenende feierte er überhaupt seine Rundstrecken-Rennpremiere. Über mangelnde Erfahrung am Steuer schneller Modelle von Ford kann sich der Finne dennoch nicht beklagen: Bereits im Alter von acht Jahren driftete er am Steuer eines Escort erster Generation in seiner Heimat über private Schotterwege, mit 16 nahm er an ersten Rallye-Sprints teil, als 17-Jähriger schrieb er sich in die britische Rallye-Meisterschaft ein. 2002 bestritt er seinen ersten WM-Lauf und saß nur ein Jahr später erstmals in einem privaten Ford Focus RS-World Rally Car. Seit 2008 gehört Jari-Matti Latvala zum BP Ford Abu Dhabi-Werksteam und entschied bereits bei seinem zweiten Start den schwedischen WM-Lauf für sich. Ein weiterer Sieg folgte 2009 in Italien.

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sieht der Schnee- und Schotterspezialist als perfekte Vorbereitung auf bevorstehende Asphalt-Veranstaltungen wie zum Beispiel die in Trier basierte WM-Rallye Deutschland (20. bis 22. August). „Mit jedem Kilometer auf der Nordschleife sammle ich mehr Erfahrungen auf diesem Untergrund“, so Latvala. „Dies könnte mir im Laufe des Jahres noch zugutekommen.“

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