Hyundai-Teamchef wehrt sich gegen Vorwürfe

In Portugal griff Sebastien Ogier Hyundai-Teamchef Andrea Adamo direkt an. Der Italiener wollte sich im ersten Moment nicht dazu äußern. Das holte er nun am Vorabend der Rallye Sardinien nach.

13. Juni 2019

Michael Heimrich

Hyundai-Teamchef wehrt sich gegen Vorwürfe

Kurze Rückblende: Im Ziel der Rallye Portugal beklagte sich Sebastien Ogier über den Plan von Hyundai-Teamchef Andrea Adamo, der Dani Sordo die Order gegeben haben soll, absichtlich anzuhalten, damit zuerst dessen Teamkollegen Thierry Neuville vorbeiziehen kann und anschließend der nachfolgende Kris Meeke (Toyota) absichtlich in die Staubfahne des Spaniers gerät.

Adamo wollte sich im Anschluss nicht zu den Vorwürfen äußern. „Auf dieses Niveau lasse ich mich nicht herab“, ließ er mitteilen. Doch am Vorabend der Rallye Sardinien musste sich der Italiener den Fragen stellen und Stellung beziehen.

„Denken Sie wirklich, dass ich in der heutigen Zeit, wo man überall Kameras hat und der Zuschauer alles live verfolgen kann, in der Lage bin, solche Anweisungen, die komplett gegen die Regeln sind, heimlich zu geben?“, fragte Adamo zurück.

Die Gegenfrage, ob seine Aussage bedeutet, dass Ogier ein Lügner sei, reagierte Adamo bereits sichtlich genervt: „Das habe ich nicht gesagt und ich will das Gespräch nicht auf diese Art fortsetzen. Es werden jedes Mal Geschichten geschrieben, in der Leute gegeneinander ausgespielt werden, deshalb werde ich nicht darauf antworten.“

„Schwierige Situation für Ogier“

Ob er die Aussprache mit Ogier suchen wird? „Ich würde mich freuen, wenn wir diese Dinge geraderücken können“, so Adamo. „Aber ich betone es noch einmal: Man muss nicht alles kommentieren. Die Jungs stehen unter enormen Druck und haben eine Menge Adrenalin in sich, wenn sie mit diesen Autos fahren. Als Italiener bin ich in vielen Momenten auch sehr emotional und ich habe Verständnis für ihn. Es war eine schwierige Situation für ihn. Tänak hat absichtlich gebremst, damit Seb weiterhin die Weltmeisterschaft anführt. Er wusste, dass er auf Sardinien wieder als erster Fahrer starten musste.“

Ogier selbst wiederholte seine Vorwürfe auf Sardinien noch einmal. Ganz ohne Adrenalin und völlig entspannt.

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