Neuville knapper Zweiter

Rallye Portugal nach WP10: Ogier profitiert von Patzern der Konkurrenz

Am ersten vollen Wertungstag der Rallye Portugal wurde die Spitze kräftig durchgemischt. Sebastien Ogier nutzte die Fehler seiner Konkurrenten konsequent aus und übernahm die knappe Gesamtführung vor Thierry Neuville.

8. Mai 2026

Michael Heimrich

Rallye Portugal nach WP10: Ogier profitiert von Patzern der Konkurrenz

Sebastien Ogier (Toyota) hat die Führung bei der Rallye Portugal übernommen und liegt nun knappe 3,7 Sekunden vor Thierry Neuville. Der bisherige Spitzenreiter Adrien Fourmaux (Hyundai) fiel auf den sechsten Platz zurück. Oliver Solberg (Toyota), der nach der Auftaktetappe am Donnerstagabend noch geführt hatte, musste seine Position bereits auf der vierten Wertungsprüfung an Fourmaux abgeben. Der Franzose baute seinen Vorsprung bis zum mittäglichen Service in Arganil auf 7,7 Sekunden aus. Ogier nutzte die Pause jedoch für Setup-Anpassungen an der Aufhängung und erhöhte am Nachmittag den Druck spürbar.

Der Franzose verkürzte den Rückstand zunächst auf vier Sekunden und zog nach der achten Prüfung (Góis) endgültig an Fourmaux vorbei, als dieser von der Strecke abkam und sich zwei Reifenschäden zuzog. Infolgedessen rutschte Fourmaux auf den sechsten Gesamtrang ab. Er beendete den Tag 1,8 Sekunden hinter dem WM-Führenden Elfyn Evans (Toyota) und 34,3 Sekunden hinter der Spitze, nachdem er die letzten beiden Prüfungen des Tages ohne Ersatzrad bestreiten musste. Gleichzeitig behielt Ogier im direkten Duell mit Thierry Neuville (Hyundai) die Oberhand. Obwohl die Abstände gering blieben, gewann Ogier drei der vier Nachmittagsprüfungen und nimmt einen Vorsprung von 3,7 Sekunden mit in den Samstag, für den starker Regen erwartet wird.

„Morgen beginnt eine neue Rallye“, erklärte Ogier sachlich. „Im Moment können wir mit dem, was wir heute Nachmittag geleistet haben, zufrieden sein – der Beginn der Rallye war etwas schwieriger, aber wir können froh sein, dass wir eine bessere Pace gefunden haben.“

Sami Pajari (Toyota) erlebte derweil einen durchwachsenen Nachmittag, der durch einen Dreher in einer Haarnadelkurve und eine kaputte Windschutzscheibe beeinträchtigt wurde. Am Vormittag war der Finne nach zwei aufeinanderfolgenden Prüfungssiegen noch auf den zweiten Platz vorgefahren. Er übernachtet auf dem dritten Podestplatz (15,2 Sekunden hinter Ogier) und liegt damit 1,1 Sekunden vor Oliver Solberg. Der Schwede ärgerte sich über einen „dummen Tag“, nachdem ihm in derselben Kurve wie Fourmaux auf WP8 ein Fehler unterlaufen war.

Katsuta kommt nicht in Gang

Evans zeigte fahrerisch eine saubere Leistung, wurde jedoch auf dem zweiten Durchgang in Arganil zum großen Ärger von ihm und seinem Beifahrer Scott Martin von einem Bergungsfahrzeug auf der Strecke aufgehalten. Takamoto Katsuta (Toyota) liegt als einsamer Siebter 50,1 Sekunden zurück, nachdem er den ganzen Tag über Schwierigkeiten hatte, das richtige Gefühl für das Auto zu finden und nur zwei Top-5-Zeiten fuhr. „Sicherlich besser als am Morgen, aber ich hatte wirklich zu kämpfen“, gab Katsuta zu. „Für morgen wissen wir, wie wir uns verbessern können. Die Bedingungen werden morgen ziemlich knifflig sein, aber eigentlich ist es das, worauf ich hoffe.“

Dani Sordo (Hyundai) überstand eine heikle Landung nach einem Sprung und beendete den Tag als Achter (+1:23,3 Minuten). Im Lager von M-Sport Ford führt Josh McErlean die interne Wertung als Neunter an, obwohl er eine 50-Sekunden-Strafe kassierte. Sein Puma ließ sich beim mittäglichen Service nicht starten, weshalb er die Zone fünf Minuten zu spät verließ. Ohne diese Strafe läge er deutlich näher an Sordo. Mārtiņš Sesks lag am Nachmittag nach einer dritt- und einer viertschnellsten Zeit zunächst vor McErlean, bevor er sich auf der letzten Prüfung des Tages zwei Reifenschäden vorne zuzog. Der Lette wurde auf der Strecke von McErlean überholt und verlor mehr als drei Minuten.

„Es war genau dieselbe Stelle wie letztes Jahr, an der wir den Reifenschaden hatten, und wir haben den Reifen an genau derselben Stelle gewechselt“, ärgerte sich Sesks. „Aber dieses Mal waren es zwei Reifenschäden, also weiß ich nicht, was ich auf dieser Prüfung falsch gemacht habe.“ Jon Armstrong absolvierte den gesamten Nachmittag ohne Servolenkung, konnte sich aber aufgrund von Sesks‘ Zwangspause am Ende des Tages mit 18,1 Sekunden Vorsprung vor dem Letten platzieren.

Zwischenstand nach WP 10 von 23

1.Ogier Sebastien / Landais VincentToyota GR Yaris Rally11:28:25.2
2.Neuville Thierry / Wydaeghe MartijnHyundai i20 N Rally1+3.7
3.Pajari Sami / Salminen MarkoToyota GR Yaris Rally1+15.2
4.Solberg Oliver / Edmondson ElliottToyota GR Yaris Rally1+16.4
5.Evans Elfyn / Martin ScottToyota GR Yaris Rally1+32.5
6.Fourmaux Adrien / Coria AlexandreHyundai i20 N Rally1+34.3
7.Katsuta Takamoto / Johnston AaronToyota GR Yaris Rally1+50.1
8.Sordo Dani / Carrera CándidoHyundai i20 N Rally1+1:23.3
9.McErlean Josh / Treacy EoinFord Puma Rally1+2:20.7
10.Gryazin Nikolay / Aleksandrov K.Lancia Ypsilon Rally2+4:34.8

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