Während der siebten Wertungsprüfung waren zwei unbefugte Fahrzeuge auf die gesperrte Strecke gefahren. Zunächst wurde ein Abschleppwagen, der ein ausgefallenes Fahrzeug bergen sollte, durch sein Navigationssystem fälschlicherweise auf die Piste geleitet. Dabei passierte er laut ACP-Präsident Carlos Barbosa ungehindert drei Kontrollpunkte der Militärpolizei. Als der Lkw-Fahrer bemerkte, dass sich ihm der Rallye-Pilot Elfyn Evans im Renntempo näherte, fuhr er panisch an den Streckenrand, stieg aus und fiel Berichten zufolge in Ohnmacht. Es gelang ihm jedoch noch, seinen Vorgesetzten zu kontaktieren.
Etwa 35 Minuten später fuhr der Chef des Unternehmens in einem Mercedes mit eingeschaltetem Warnlicht ebenfalls auf die Strecke, um seinem Mitarbeiter zu helfen. Er geriet dabei direkt vor den Lancia von Yohan Rossel, was zum sofortigen Abbruch der Prüfung durch die Rote Flagge führte. Der Veranstalter reagierte umgehend und entband das beauftragte Abschleppunternehmen noch vor Ort von all seinen vertraglichen Aufgaben. Die Sportkommissare übten zudem scharfe Kritik am Sicherheitspersonal, da die unbefugte Einfahrt der Fahrzeuge der Rallye-Leitung nicht sofort gemeldet worden war, wodurch eine rechtzeitige Warnung der restlichen Piloten verhindert wurde.
Die verhängte Geldstrafe von 15.000 Euro bleibt bis zum 31. Dezember 2027 zur Bewährung ausgesetzt und wird erst bei einem erneuten Verstoß fällig. Zudem wurde der ACP offiziell angewiesen, die Sicherheitsmaßnahmen zukünftig massiv zu verbessern. Der Vorfall wird nun von verschiedenen FIA-Sicherheitskomitees detailliert weiteruntersucht. Der Rallye Portugal droht in der Folge möglicherweise noch eine „Gelbe Karte“ der FIA. Eine solche Sanktion war bereits 2022 gegen die Rallye Japan verhängt worden, nachdem dort in einem ähnlichen Vorfall ein ziviles Fahrzeug entgegen der Fahrtrichtung auf eine aktive Wertungsprüfung gefahren war.


