Ein Schotterreifen für alle Fälle

Mit der Rallye Mexiko kehrt die Weltmeisterschaft auf ihr bevorzugtes Geläuf zurück. Es ist der Auftakt für sechs aufeinanderfolgende Schotter-Veranstaltungen. Für die Reifenhersteller eine besondere Herausforderung, denn das Reglement schränkt sie deutlich ein.

6. März 2013

Michael Heimrich

Ein Schotterreifen für alle Fälle

„Obwohl sich die Strecken und die Art des Schotters bei diesen sechs Rallyes deutlich voneinander unterscheiden, erlaubt das Reglement für alle Läufe nur einen Reifentyp – der jeweils in einer harten sowie einer weicheren Laufflächenmischung bereit steht. Hinzu kommt, dass die FIA die maximale Reifenzahl, welche die WRC-Piloten während der gesamten Rallye benutzen dürfen, in diesem Jahr um weitere 20 Prozent reduziert hat“, erklärt Nicolas Goubert, Technischer Direktor Motorsport bei Michelin.

Jeder WM-Fahrer verfügt in Mexiko über ein Kontingent von insgesamt 28 Reifen – inklusive der vier Pneus, die beim Shakedown benutzt werden. Michelin stellt seinen Partnerteams 28 Latitude Cross mit der härteren H1-Läufflächenmischung sowie 16 Exemplare des weicheren Latitude Cross S1 zur Verfügung. Letzterer kommt in Mexiko erfahrungsgemäß jedoch nur bei regnerischen Witterungsbedingungen zum Einsatz. Während der gesamten Rallye sind lediglich sechs Reifenwechsel erlaubt. Die Folge: Die Pneus müssen extrem widerstandsfähig sein, denn jedes Rad muss deutlich mehr WP-Kilometer „ertragen“ als noch in der vorangegangen Saison.

„Meinem Team und mir ist es gelungen, den Latitude Cross an diese gesteigerten Ansprüche anzupassen. Hierbei legten wir den Fokus insbesondere auf die Laufflächenmischung. Denn für die sehr robuste Karkasse sind längere Laufzeiten kein Problem“, so Nicolas Goubert. So konnten die Motorsport-erfahrenen Ingenieure von Michelin die Haltbarkeit nochmals optimieren. „Gleichzeitig blieb die Performance des Reifens in vollem Umfang erhalten. Eine Anpassung des Profils war dabei nicht notwendig.“

Eine weitere Neuerung betrifft den Reifenwulst, der insbesondere bei der Montage des Reifens auf der Felge eine wichtige Rolle spielt. „Um unseren Technikern die Arbeit zu erleichtern, entschieden wir uns hier für eine neue Lösung“, erläutert Goubert. „Unsere Jungs müssen bei der Montage jetzt weniger Kraft aufwenden. Dies erhöht zudem die Sicherheit.“ Michelin stattet seine Partnerteams bei der Rallye Mexiko mit insgesamt 800 Reifen aus. Vor Ort kümmert sich ein zwölfköpfiges Team um Logistik, Montage und Koordinierung.  

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