Cosworth steht zum Verkauf

Zwei Tage, nachdem Ford seinen werksseitigen Ausstieg aus der Rallye-Weltmeisterschaft verkündet hatte, sucht Cosworth einen neuen Käufer. Der Motorenspezialist war über viele Jahre für die Entwicklung der Rallye-Triebwerke von Ford mitverantwortlich.

18. Oktober 2012

Michael Heimrich

Cosworth steht zum Verkauf

Das britische Unternehmen wurde 1958 von Mike Costin und Keith Duckworth gegründet. Bereits kurz darauf machte sich Cosworth im Motorsport einen Namen. Die Motorenschmiede war berühmt für ihre Gewinner-Triebwerke. Mit 176 Grand Prix-Siegen ist Cosworth nach Ferrari auch heute noch der zweiterfolgreichste Motorenhersteller in der Formel 1. Nach wie vor schlägt in den Boliden der F1-Teams von HRT und Marussia ein Cosworth-Herz.

Auch im Rallye-Sport hat Cosworth eine lange Tradition. Zwischen 1979 und 2005 arbeitete das Unternehmen vor allem eng mit Ford zusammen. So entstanden unvergessene Rallye-Legenden wie Ford Sierra RS Cosworth, Escort RS Cosworth und Escort WRC, die elf WM-Siege und 59 Podiumsplatzierungen in der Topliga des Rallye-Sports herausfuhren.

Nach einer kurzen Kooperation mit Mountune Racing im Jahr 1999 zeichnete Cosworth bis Ende 2005 für die Entwicklung des Zweilitermotors des Ford Focus RS WRC verantwortlich. In dieser Zeit feierte das Unternehmen 14 weitere Siege in der Rallye-WM.

Im Laufe seiner Geschichte wurde Cosworth bereits mehrfach ge- und wieder verkauft. Einer der ehemaligen Besitzer ist Volkswagen. Dann wurde das Unternehmen in zwei Teile gegliedert: Die Motorsport-Dependance Cosworth Racing wurde 1998 von Ford übernommen. Cosworth Technology fertigt Serienmotoren für diverse Automobilhersteller. 2004 verkaufte Ford die Motorsportabteilung an Gerry Forsythe and Kevin Kalkhoven, die Besitzer der Champ Car-Serie. Beide gaben nun bekannt, dass sie die Traditionsfirma verkaufen wollen.

Angeblich soll Rolls-Royce Interesse bekundet haben. Das Unternehmen zählt zu den größten Cosworth-Kunden im Bereich der Flugzeugtechnologie.

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