Rallye Dakar 2018 – Top-News & Alle Infos zum Marathon-Klassiker

Neues Konzept-
07.06.2018

Rallye Dakar: Anfang vom Ende?

Die nächstjährige Rallye Dakar wird nur in Peru durchgeführt. Das bringt Vor- und Nachteile für die Teams. Doch es scheint sich abzuzeichnen: Veranstalter A.S.O. hat in Südamerika offenbar den Bogen überspannt.

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Sie gilt als eines der härtesten Rennen im Rallye-Kalender: Die Dakar. Mensch und Maschine bewegen sich hier permanent im roten Bereich. Extreme sind bei der Dakar keine Ausnahmen, sondern die Regel. Das soll auch 2018 bei der nunmehr 40. Auflage so sein, bei der am 6. Januar die peruanische Hauptstadt Lima Startort ist. Von hier geht es in 14 Etappen über Bolivien nach Argentinien. Rund 9.000 Kilometer müssen dabei überwunden werden, die alles andere als eine gemütliche Spazierfahrt auf gut ausgebauter Straße werden. Die Organisatoren der Amaury Sport Organisation (ASO) haben für die anstehende Dakar auch wieder eine Herausforderung im Plan, die besondere Fähigkeiten von den Fahrern verlangt.

Alle wichtigen Informationen zum Event finden Sie hier auf einen Blick zusammengefasst.


Strecken- & Zeitplan

# DATUM START / ZIEL BIKE/QUAD AUTOS TRUCK
      Total | Special Total | Special Total | Special
1 06. Januar Lima / Pisco 272 km | 31 km 272 km | 31 km 272 km | 31 km
2 07. Januar Pisco / Pisco 278 km | 267 km 278 km | 267 km 278 km | 267 km
3 08. Januar Pisco / San Juan de Marcona 501 km | 295 km 502 km | 295 km 502 km | 295 km
4 09. Januar San Juan de Marcona  444 km | 330 km 444 km | 330 km 444 km | 330 km
5 10. Januar San Juan de Marcona / Arequipa 770 km | 264 km 932 km | 267 km 932 km | 267 km
6 11. Januar Arequipa / La Paz 758 km | 313 km 758 km | 313 km 758 km | 313 km
- 12. Januar La Paz  Ruhetag
7 13. Januar La Paz / Uyuni 726 km | 425 km 726 km | 425 km 669 km | 368 km
8 14. Januar Uyuni / Tupiza 584 km | 498 km 584 km | 498 km 558 km | 380 km
9 15. Januar Tupiza / Salta 754 km | 242 km 754 km | 242 km 754 km | 242 km
10 16. Januar Salta / Belén 795 km | 372 km 795 km | 372 km 795 km | 372 km
11 17. Januar Belén / Fiambalá / Chilecito 484 km | 280 km 746 km | 280 km 746 km | 280 km
12 18. Januar Fiambalá / Chilecito / San Juan 722 km | 375 km 791 km | 522 km 791 km | 522 km
13 19. Januar San Juan / Córdoba 904 km | 423 km 927 km | 368 km 669 km | 368 km
14 20. Januar Córdoba / Córdoba 284 km | 119 km 284 km | 119 km 284 km | 119 km
      8.279 km | 4.234 km 8.793 km | 4.329 km 8.710 km | 4.154 km

Die Dakar kehrt nach Peru zurück. Letztmals machte man hier 2013 Station. Nun also wird Lima am 6. Januar zum Startpunkt des weltbekannten Rallye-Rennens. Einzige Verschnaufpause wird der Ruhetag am 12. Januar in La Paz (Bolivien) sein. Die letzte Wertung findet am 20. Januar im Zielort Cordoba (Argentinien) statt. Die Autocrews werden dann 8.793 Kilometer zurückgelegt haben. Dabei werden sie eine Marathon-Etappe überstehen müssen, die einen Tag-Nacht-Tag-Rhythmus hat. Die Fahrer sind dabei auf sich alleine gestellt und dürfen keinerlei Hilfe von Mechanikern und anderen Teammitgliedern in Anspruch nehmen. Quad- und Motorradfahrer haben gar zwei solche Etappen in ihrem Streckenplan. Für alle Piloten also eine besondere Herausforderung.


Starterliste

Auch in ihrer 40. Auflage sind die ganz großen Namen der Szene am Start. Rekordsieger Stephane Peterhansel wird sich unter anderem mit dem neunmaligen Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb messen müssen. Der verzichtet gar auf einen Start bei der Rallye Monte Carlo, um bei der Dakar an den Start gehen zu können. Im letzten Jahr war Loeb zweiter hinter Peterhansel. Auch Carlos Sainz, der die Dakar 2010 gewann, wird wieder am Start sein.

Die komplette Starterliste gibt es hier ...


Ergebnisse

Hier werden wir ab 6. Januar die Ergebnisse der Etappen und Wertungen der Dakar 2018 veröffentlichen.


Die legendäre Rallye Dakar

Spricht man über die Dakar, dann lassen sich Superlative kaum verhindern. Sie gilt zurecht als eines der härtesten Rennen im Motorsport-Kalender. Über tausende Kilometer werden auf teils unwegsamen Gelände überwunden. Wüsten, Steppen und Einöden verlangen Motoren, Stoßdämpfern und Bremsen alles ab. Namensgebend für die Rallye ist die senegalesische Hauptstadt Dakar. Sie war Zielort bei der ersten Auflage des Rennens, die am 26. Dezember 1978 in Paris gestartet wurde. Initiator und Organisator war der Franzose Thierry Sabine. Nach seinem tragischen Tod bei einem Hubschrauber-Absturz während der Dakar 1986 übernahm für einige Jahre sein Vater die Organisation des Rennens. Heute liegen die Rechte bei der ASO, die unter anderem auch die Tour de France organisiert.

Die Dakar war früher unter der Bezeichnung Rallye Paris – Dakar bekannt. In den 1990er-Jahren bekam sie dann ihren heutigen Namen „Dakar“. Doch die Hauptstadt Senegals ist bereits seit einigen Jahren nicht mehr Zielort der Rallye. 2008 wurde das Rennen wegen politischer Unruhen und Terrordrohungen gegen die Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent abgesagt. Doch bereits ein Jahr später lebte die Rallye-Legende in Südamerika wieder auf. Seither wird die Dakar hier ausgetragen. Das wird auch mittelfristig so bleiben, vermutet der Renndirektor der Rallye, Etienne Lavigne: „Ich denke, im Moment ist es nicht vorstellbar, nach Afrika zurückzukehren", wurde er im November 2017 in mehreren Medien zitiert.

Die Legende der Dakar wird neben den extremen Bedingungen auch von ihren Siegern getragen. Allen voran steht der Franzose Stéphane Peterhansel. Mit 13 Gesamtsiegen ist er der Rekordhalter in der Geschichte der Dakar. Doch nicht nur er ist in den Annalen der Dakar als herausragender Fahrer vermerkt.


Berühmte Fahrer

Peterhansel ist einer von drei Fahrern, die die Dakar auf vier und auf zwei Rädern gewonnen haben. Hubert Auriol gewann sie 1981 und 1983 auf dem Motorrad und 1992 mit dem Auto. Dem Spanier Nani Roma gelang dies 2004 auf dem Motorrad und zehn Jahre später auf vier Rädern. Peterhansel war 1991, 1992, 1993, 1995, 1997 und 1998 auf dem Motorrad erfolgreich und 2004, 2005, 2007, 2012, 2013, 2016 und bei der letztjährigen Auflage 2017 mit dem Auto Sieger. Zweiterfolgreichster Autopilot hinter Peterhansel ist der legendäre Finne Ari Vatanen, der die Dakar viermal gewann.

Auch Deutschland hat bereits einen Sieger bei der Dakar. Jutta Kleinschmidt war bei ihrem Erfolg 2001 nicht nur der erste Sieger aus Deutschland, sondern auch die erste Fahrerin, die bei der Dakar die Gesamtwertung gewann. Mit ihrem Sieg auf einem Mitsubishi leitete sie für eine Erfolgswelle für den japanischen Automobilhersteller ein. Sieben Jahre in Folge gewannen die Japaner die Automobilwertung. 

Zuletzt war Peugeot das Maß aller Dinge. Die Franzosen werden jedoch bei der 40. Auflage vorerst das letzte Mal am Start sein. Künftig möchte man sich auf die Rallycross-WM fokussieren. Doch für den letzten Start hat Peugeot nochmal die ganz großen Namen der Szene für sich gewonnen. Peterhansel, Loeb, Sainz und Cyril Despres legen ihre Hände ans Steuer eines Peugeots. Erfolgreichste Automarke ist aber immer noch Mitsubishi Motors mit insgesamt 12 Erfolgen. Bei der Lkw-Wertung liegt KAMAZ mit 14 Siegen vorn. KTM ist mit seiner Siegesstrecke seit 2001 die erfolgreichste Marke bei den Motorrädern. Wird diese Serie auch bei der 40. Auflage halten?


Die 40. Dakar Rallye

Für die 40. Dakar haben sich 337 Teams angemeldet. Damit sind es wieder etwas mehr Starter, nachdem im letzten Jahr die Anmeldezahlen auf einem Tiefpunkt gesunken waren. Neben den bereits erwähnten Marathon-Etappen gibt es viele weitere herausfordernde Extreme, die überwunden werden müssen. Allein sieben Etappen werden gänzlich in freiem Gelände beziehungsweise über Dünen verlaufen.

Doch Rekordsieger Peterhansel sieht ein anderes Kriterium als möglichen Schlüssel für den Erfolg. „Aus meiner Sicht wird die Höhe wieder eine Schlüsselrolle spielen. Es fällt einem nie leicht, damit zurecht zu kommen“, gab er im Vorfeld der Dakar zu verstehen. Und fürwahr, es geht hoch hinaus. Allein an fünf Tagen sind die Piloten auf über 3.000 Metern unterwegs. In der Höhenluft sinkt die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Hier dürfen Mensch und Maschine nicht den Fokus auf das Ziel verlieren. Es wären nicht die ersten Fälle von Höhenkrankheit, die einen Fahrer in den sprichwörtlichen Wahnsinn trieben. Die Navigation wird vor allem in den Sanddünen wieder eine Herausforderung werden. Die schwersten Prüfungen werden indes in Bolivien erwartet. Hier führt die Strecke teilweise über 4.000 Höhenmeter. Mit im Programm ist wieder der Salzsee „Salar de Uyuni“. In diesen Tagen wir auch die Marathon-Etappe zu absolvieren sein.

Die letzten Teilstücke in Argentinien zeichnen sich durch lange Distanzen aus. Mehr als 700 Kilometer müssen täglich gefahren werden. Am 20. Januar ist die 40. Dakar dann in Cordoba am Ziel angekommen.

Zuletzt wurden kritische Stimmen lauter, die auf Gefahren der Dakar hinwiesen. Denn auch das gehört zur Legende. Seit ihrer ersten Auflage sind über 60 Menschen durch die Rallye gestorben. Darunter waren neben Piloten auch Zuschauer und Organisatoren. Trotz der in den letzten Jahren aufkommenden Kritik an der Organisation ist die Dakar noch immer ein klangvoller Name in der Szene.