Rallylegend: „Premio Spettacolo“

Eigentlich geht es bei der Rallylegend nur um den Spaß. Aber wenn sie den Helm aufsetzen, kennen Altstars wie Markku Alén oder Didier Auriol nach wie vor kein Erbarmen. Auch nicht mit alten Autos.

14. Oktober 2013

Michael Heimrich

Rallylegend: „Premio Spettacolo“

Alén peitschte den Lancia Rally 037 durch San Marino, als sei der 30 Jahre alte Bolide gerade erst bei Abarth aus der Halle gerollt. Über eine Minute betrug nach knapp 73 Kilometern Wertungsprüfung sein Vorsprung vor Enrico Brazzoli in einem weiteren 037. Giuliano Calzolari in einem Ford Escort BDA von 1979 führte zeitweise sogar, wurde schließlich Dritter. 
Sogar noch kürzeren Prozess machte Didier Auriol mit der Konkurrenz. Im Citroën Xsara von 2003 gewann er die WRC-Kategorie mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor den Tschechen Stephan Vojtech (Peugeot 206) und Karel Trneny (Skoda Fabia). Eine weitere Klasse sicherte sich der ehemalige Gruppe-N-Weltmeister Gustavo Trelles (Uruguay) in einer Toyota Celica 4WD von 1994.  
Auriol und Alén trafen in San Marino auf einen gemeinsamen Teamkollegen aus ihrer aktiven Zeit. Trotz Schwächung durch eine Magenverstimmung, die er sich bei Testfahrten für die Rallye Dakar in Marokko eingefangen hatte, ließ sich der zweimalige Weltmeister Carlos Sainz den Spaß einer Rallye im Volkswagen Polo R WRC nicht entgehen. Im 0-Fahrzeug begeisterten er und Copilot Luis Moya wie schon im Vorjahr die zigtausend Zuschauer.
Das halbe Dutzend in Wertung fahrender deutschen Teams hatte dagegen weniger Grund zur Freude. Nur Stefan Burkart/Malte Winkler und Thorsten Götz/Philipp Zeitler (beide Lancia Delta Integrale) kamen in Wertung ins Ziel. Pokale räumten Michael Gerber und Beifahrer Peter Thul ab, die in der Kategorie „Legend Stars“ außerhalb der Wertung dem Audi quattro S1 die Sporen gaben. Spektakulärer Fahrstil, meterlange Flammen aus dem Auspuff und Gruppe-B-typisches Zwitschern des Popoff-Ventils wurden mit dem „Premio Spettacolo“ belohnt.    
GALERIE: Die Bilder der Rallylegend 2013 …

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