Wo endet die Rallye-Weltmeisterschaft 2026? Diese Frage konnte auch die große FIA-Gesprächsrunde am Rande der Rallye Finnland nicht abschließend beantworten. Der für den 11. bis 14. November geplante WM-Lauf in Saudi-Arabien steht zwar weiterhin im Kalender, doch angesichts der angespannten Situation im Nahen Osten laufen parallel bereits Planungen für einen möglichen Ersatz.
Nach Informationen von Motorsport aktuell liegt die Priorität auf einer Schotterrallye in Europa. Weit oben auf der Liste soll eine Veranstaltung in Katalonien stehen. Auch andere Varianten werden offenbar diskutiert. Gedankenspiele reichen demnach von einem Asphaltlauf in Monza bis zu einer möglichen Rallye auf Zypern.
Fest steht bislang vor allem eines: FIA und WRC-Promoter wollen die Saison nach der Rallye Sardinien nicht vorzeitig beenden, sondern weiterhin einen 14. WM-Lauf austragen. Wo dieser stattfindet, soll spätestens Mitte September entschieden werden. Der relativ frühe Termin ist vor allem wegen der aufwendigen Transportlogistik notwendig.
FIA-Direktorin Emilia Abel bestätigte, dass die Situation fortlaufend bewertet werde. Man arbeite eng mit dem Promoter und den Herstellern zusammen. Gleichzeitig könne sich die Lage innerhalb weniger Tage verändern. Eine Entscheidung Mitte September sei deshalb der späteste sinnvolle Zeitpunkt, um noch auf die logistischen Anforderungen reagieren zu können.
Zusätzlichen Druck erhält die WRC durch Entscheidungen anderer FIA-Weltmeisterschaften. Die Formel 1 verzichtete in diesem Jahr bereits auf ihren ursprünglich geplanten Grand Prix in Saudi-Arabien. Auch die Langstrecken-WM WEC reagierte auf die Situation im Nahen Osten und verlegte ihre beiden finalen Läufe aus Katar und Bahrain nach Europa.
Latvala: Sicherheit muss Vorrang haben
Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala hält es deshalb für konsequent, wenn die Rallye-WM dem Beispiel der anderen FIA-Serien folgen würde.
„Wenn Formel 1 und WEC dort nicht fahren, stellt sich für mich die Frage, warum die WRC es tun sollte“, sagte Latvala. Entscheidend sei die Sicherheit aller Beteiligten. „Das ist die Priorität und muss an erster Stelle stehen.“
Sollte Saudi-Arabien ausfallen, sieht Latvala auch keinen zwingenden Bedarf für eine Ersatzveranstaltung. Aus seiner Sicht bietet der bestehende Kalender bereits genügend Läufe. Die Saison könnte demnach auch nach 13 Veranstaltungen beendet werden.
Ganz so einfach ist die Situation für die FIA allerdings nicht. Vor allem für die WRC2-Teilnehmer hätte eine ersatzlose Absage Folgen. Viele Teams haben ihre begrenzte Zahl an punktberechtigten Läufen langfristig geplant und Saudi-Arabien aufgrund des Streckencharakters bewusst in ihr Programm aufgenommen. Eine kurzfristige Streichung würde diese Planung verändern.
Hinzu kommt die lange Vorlaufzeit, die ein WM-Lauf benötigt. Eine Ersatzrallye innerhalb weniger Wochen auf das notwendige organisatorische und sicherheitstechnische Niveau zu bringen, wäre entsprechend anspruchsvoll.

