Der Rallye-WM fehlt weiterhin Klarheit über ihren Saisonabschluss. Das für Mitte November vorgesehene Finale in Saudi-Arabien steht wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten infrage. Toyota und Hyundai wollen unter den derzeitigen Bedingungen keine Teams und Mitarbeiter dorthin schicken. M-Sport hält sich eine Teilnahme offen.
Richard Millener orientiert sich dabei an der Einschätzung der britischen Regierung. „Wenn das britische Außenministerium sagt, dass wir dorthin reisen können, vertraue ich darauf“, erklärt der M-Sport-Teamchef gegenüber RallyJournal. Andere Unternehmen hätten möglicherweise eigene interne Vorgaben. Diese könne er nicht beurteilen.
Auch die Gespräche mit den Veranstaltern hätten sein Vertrauen gestärkt. Sie hätten umfangreiche Informationen zur Sicherheit geliefert und angeboten, bei weiteren Fragen Kontakte zu höheren Entscheidungsträgern herzustellen. Für Millener drängt deshalb vor allem die organisatorische Frage: „Wenn alles so bleibt und wir fahren sollen, würden wir fahren. Am schwierigsten ist für uns die Ungewissheit, ob wir Material verschicken und Geld ausgeben sollen oder nicht.“
Salou als Alternative
Als möglicher Ersatz wird Salou gehandelt. Einer Rückkehr an die spanische Mittelmeerküste könnte Millener durchaus etwas abgewinnen. Er rechnet dort mit vielen Zuschauern und sieht die Chance auf einen zusätzlichen europäischen Auftritt der aktuellen Rally1-Autos in ihrem letzten Jahr.
Eine Verlegung wäre aus seiner Sicht dennoch keine einfache Lösung. Saudi-Arabien hat sich langfristig an die Rallye-WM gebunden und erhebliche finanzielle Mittel zugesagt. „Unabhängig davon, wie unterschiedlich Saudi-Arabien beurteilt wird: Das Land hat über mehrere Jahre viel Geld in die Meisterschaft investiert. Das sollten wir nicht unterschätzen“, betont Millener.
Er vermutet, dass diese Einnahmen verschiedenen Bereichen der WM zugutekommen. Die konkreten Summen und Vertragsbedingungen kenne er allerdings nicht. Entsprechend kritisch sieht er die Vorstellung, das Finale lasse sich ohne Weiteres austauschen: „Man kann schnell sagen: Dann fahren wir eben nicht hin, sondern woanders, nach Salou. Aber daran hängt eine ganze wirtschaftliche Seite.“
Hinzu komme der Einstieg eines neuen Promoters. Ausgerechnet das Land zu verärgern, das den bislang längsten Vertrag mit der Rallye-WM abgeschlossen habe, oder dort nicht anzutreten, sei eine schwierige Angelegenheit.
Millener wartet nun auf eine Entscheidung. Für M-Sport müssen Transporte und Ausgaben geplant werden, während der Austragungsort weiter offen ist. „Es wäre gut, wenn wir endlich eine Richtung hätten, wie wir mit der Logistik verfahren sollen.“