Die Rallye Paraguay entwickelt sich weiter zu einem Glücksspiel mit den Reifen. Nachdem am Vormittag bereits zahlreiche Favoriten durch Reifenschäden, Unfälle und technische Probleme zurückgeworfen worden waren, änderte sich das Klassement am Nachmittag erneut mehrfach.
Adrien Fourmaux meldete sich zunächst mit drei Bestzeiten in Folge eindrucksvoll zurück. Der Hyundai-Pilot war auf WP5 3,5 Sekunden schneller als Elfyn Evans und verkürzte seinen Rückstand auf die Spitze weiter. „Man muss ein Tempo finden, bei dem man angreifen kann, ohne das Auto zu zerstören“, erklärte Fourmaux. „Es geht nur darum, die richtige Balance zu finden.“
Evans blieb seinerseits kontrolliert. Der WM-Spitzenreiter versuchte, möglichst sauber durch die schwierigen Prüfungen zu kommen und keine unnötigen Risiken einzugehen. Sami Pajari verfolgte einen ähnlichen Ansatz. Nach seinen Motorproblemen am Vormittag verzichtete der Finne bewusst auf maximalen Angriff. „Nach dem, was heute Morgen passiert ist, müssen wir an manchen Stellen einfach clever sein“, sagte Pajari.
Hayden Paddon verteidigte zunächst die Führung, obwohl er nicht auf Bestzeiten aus war. „Ich konzentriere mich nur auf meinen Rhythmus und versuche, konstant zu bleiben. Die Zeiten sind nicht wichtig. Ich will Reifenschäden und andere Probleme vermeiden“, erklärte der Neuseeländer.
Paddon verliert Führung
Genau dieses Ziel wurde ihm auf WP6 zum Verhängnis. Paddon erlitt gegen Ende der Prüfung einen Reifenschaden und verlor rund 25 Sekunden. Damit übernahm Evans die Spitze, allerdings nur mit 0,5 Sekunden Vorsprung. „Ein Reifenschaden, aber ich habe keine Ahnung, woher er kam. Wir haben nichts getroffen“, sagte Paddon.
Fourmaux setzte auch auf dieser Prüfung die Bestzeit. Evans und Pajari lagen zeitgleich 2,4 Sekunden zurück, Josh McErlean verlor etwas mehr und musste Rang drei an Pajari abgeben.
Yerbateras wirbelt alles wieder durcheinander
Auf der 34,08 Kilometer langen Yerbateras-Prüfung folgte die nächste Wendung. Evans erlitt einen Reifenschaden und fuhr auf der Felge bis ins Ziel. Mehr als eine Minute ging verloren, der Waliser fiel auf Rang drei zurück.
Pajari nutzte die Gelegenheit und gewann die Prüfung mit einer Zehntelsekunde Vorsprung vor Oliver Solberg. Damit übernahm er die Führung.
„Ich bin sehr sauber gefahren. Ob man einen Reifenschaden bekommt oder nicht, ist hier fast wie Lotterie“, sagte Pajari. „Wir müssen mit den letzten Prüfungen zufrieden sein, aber die Rallye ist noch lang.“
Paddon erwischte es erneut mit einem Reifenschaden, diesmal kurz vor dem Ziel. Trotzdem behauptete er Rang zwei und liegt 12,4 Sekunden hinter Pajari.
Fourmaux verlor ebenfalls erneut Zeit. Beide Hinterreifen seines Hyundai waren beschädigt, wodurch er fast eine Minute einbüßte. Entsprechend deutlich fiel seine Reaktion aus: „Das ist verrückt. Mit diesen Reifen kann man nicht richtig arbeiten. Es ist wie im Casino.“
McErlean musste auf der letzten langen Prüfung ebenfalls einen Reifen wechseln und liegt nun auf Rang fünf.
Zwischenstand nach WP7
| 1. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | 1:26:36.9 |
| 2. | Hayden Paddon / John Kennard | Hyundai i20 N Rally1 | +12.4 |
| 3. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +56.2 |
| 4. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +1:52.1 |
| 5. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +2:21.4 |
| 6. | Diego Domínguez / Rogelio Peñate | Toyota GR Yaris Rally2 | +2:31.7 |
| 7. | Gus Greensmith / Jonas Andersson | Toyota GR Yaris Rally2 | +3:12.2 |
| 8. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +3:33.6 |
| 9. | Marco Bulacia / José Murado | Toyota GR Yaris Rally2 | +3:56.3 |
| 10. | Romet Jürgenson / Siim Oja | Ford Fiesta Rally2 | +4:32.9 |
