Trotz heftiger Regenfälle in der Nacht begann der Samstag der Rallye Paraguay weitgehend trocken. Die angekündigte Schlammschlacht blieb zunächst aus und
die hastig angebrachten Schnorchel an den Fords und Toyotas waren überflüssig, stattdessen bestimmten loser Schotter, wechselnder Grip und weiterhin die Sorge vor Reifenschäden das Geschehen.
Sami Pajari ließ sich davon kaum beeindrucken. Der Toyota-Pilot baute seinen Vorsprung auf Hayden Paddon im Verlauf des Tages Stück für Stück aus. Nach den regulären Prüfungen am Samstag lag er 23,2 Sekunden vor dem Neuseeländer.
Ganz ohne Zwischenfall blieb der Tabellenführer der Rallye allerdings nicht. Auf der Hohenau-Prüfung geriet Pajari kurz neben die Strecke und verlor dabei einen Teil des Heckflügels. Das beeinträchtigte die Aerodynamik, kostete aber nur wenig Zeit.
„Für mich ist das eine ganz andere Herausforderung als Estland oder Finnland. Hier geht es mehr ums Überleben“, sagte Pajari. Der Finne jagt in Paraguay nach seinen Erfolgen in Estland und Finnland den dritten WM-Sieg in Folge.
Paddon hielt Rang zwei, ohne den ganz großen Angriff zu suchen. Der Hyundai-Pilot konzentrierte sich weiterhin darauf, sauber durch die Prüfungen zu kommen. „Es kann hier jederzeit etwas passieren“, hatte er schon am Morgen gewarnt.
Fourmaux mit starkem Tempo
Der schnellste Mann des Tages war allerdings Adrien Fourmaux. Der Franzose gewann mehrere Prüfungen und verringerte seinen Rückstand auf Elfyn Evans deutlich. Vor dem Sonntag fehlen ihm nur noch 13,1 Sekunden auf Rang drei.
„Ich muss ungefähr drei Sekunden pro Prüfung gutmachen. Bislang funktioniert das ziemlich genau so“, erklärte Fourmaux am Nachmittag.
Evans zeigte sich von dessen Tempo beeindruckt. „Adrien fährt im Moment praktisch eine andere Rallye als alle anderen. Er nimmt sehr viel Risiko“, sagte der WM-Spitzenreiter.
Für Evans selbst verlief der Tag kontrolliert. Der Toyota-Pilot liegt weiterhin auf Rang drei, knapp eine Minute hinter Pajari. Nach den Problemen und Reifenschäden vom Freitag rückte für ihn vor allem ein solides Ergebnis in den Mittelpunkt.
Auch Sebastien Ogier war nach seinem Ausfall am Freitag wieder unterwegs und setzte mehrfach schnelle Zeiten. Im Gesamtklassement spielt der neunmalige Weltmeister allerdings keine Rolle mehr.
Solberg holt McErlean ein
Spannung verspricht am Sonntag auch der Kampf um Rang fünf. Josh McErlean hatte sich lange vor Oliver Solberg behauptet, doch der Schwede holte im Verlauf des Tages kontinuierlich auf. Nach WP16 trennt die beiden nur noch eine Sekunde.
Thierry Neuville hatte dagegen weiterhin einen schwierigen Lauf. Nach seinen Problemen vom Freitag drehte sich der Belgier am Samstag und klagte anschließend über Schmerzen im Nacken, die auf eine Verletzung von der Rallye Finnland zurückgehen.
In der WRC2 sorgt Lokalmatador Diego Dominguez weiter für Begeisterung. Der Paraguayer liegt im Toyota GR Yaris Rally2 auf Rang sieben der Gesamtwertung und führt seine Klasse mit 20,4 Sekunden Vorsprung vor Gus Greensmith an.
Der letzte Tag beginnt ab 12:05 Uhr (MEZ), die abschließende Power-Stage folgt um 19:15 Uhr (MEZ). Insgesamt stehen 66,35 Wertungskilometer am Sonntag auf dem Programm.
Zwischenstand nach WP16 von 22
| 1. | Sami Pajari / Marko Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:45:26.7 |
| 2. | Hayden Paddon / John Kennard | Hyundai i20 N Rally1 | +23.2 |
| 3. | Elfyn Evans / Scott Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +54.4 |
| 4. | Adrien Fourmaux / Alexandre Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +1:07.5 |
| 5. | Josh McErlean / Eoin Treacy | Ford Puma Rally1 | +3:31.3 |
| 6. | Oliver Solberg / Elliott Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +3:32.3 |
| 7. | Diego Domínguez / Rogelio Peñate | Toyota GR Yaris Rally2 | +6:11.5 |
| 8. | Gus Greensmith / Jonas Andersson | Toyota GR Yaris Rally2 | +6:31.9 |
| 9. | Jon Armstrong / Shane Byrne | Ford Puma Rally1 | +6:44.5 |
| 10. | Fabrizio Zaldivar / Marcelo Der Ohannesian | Skoda Fabia RS Rally2 | +7:24.1 |

