Ogier gewinnt Akropolis nach Neuville-Pech

Sebastien Ogier hat die Akropolis-Rallye Griechenland gewonnen und damit seinen zweiten Saisonsieg gefeiert. Der Toyota-Pilot setzte sich in einem engen Duell gegen Thierry Neuville durch, das auf der vorletzten Prüfung vorzeitig entschieden wurde.

28. Juni 2026

Michael Heimrich

Ogier gewinnt Akropolis nach Neuville-Pech

Thierry Neuville hatte die Rallye seit Freitag angeführt und lieferte sich über weite Strecken ein enges Duell mit Sebastien Ogier. Am Sonntagmorgen übernahm der Franzose erstmals die Spitze, kurz danach fiel die Vorentscheidung, als Neuville an seinem Hyundai gleich zwei Reifenschäden an der Hinterachse erlitt. Der Belgier verlor rund eine Minute und damit die Chance, Ogier bis zum Ziel unter Druck zu setzen.

„Wir haben es vorher gesagt: In manchen Abschnitten ist es Lotterie“, sagte Neuville. „Ich habe versucht, alles richtig zu machen. Wir sind über ein paar Steine gefahren, aber bei diesen sehr kleinen Steinen kann man nicht viel machen.“

Ogier zeigte am Schlusstag eine starke Leistung. Er gewann die Power Stage, setzte sich auch in der Sonntagswertung mit 28 Sekunden Vorsprung durch und rückte in der Fahrerwertung auf Rang drei vor. Auf WM-Spitzenreiter Elfyn Evans fehlen ihm nun 33 Punkte.

„Endlich unterstützen mich die griechischen Götter“, sagte Ogier im Ziel. Für ihn war es der erste Sieg bei der Akropolis-Rallye seit 2011, der erste für seinen Beifahrer Vincent Landais.  „Es war ein langes Wochenende. Wir wussten, dass es bis zur Power Stage keine Gelegenheit geben würde, sich auszuruhen. Diese Prüfung war extrem rau. Ich konnte dort nicht wirklich pushen, sondern bin so vorsichtig wie möglich gefahren und habe auf jeden Stein geachtet. Jetzt haben wir den Sieg. Das ist ein bisschen Wiedergutmachung für den, den wir in Portugal verloren haben.“

Neuville zeigte sich trotz der Enttäuschung fair. Der Hyundai-Pilot gratulierte Ogier und nahm zugleich Positives aus Griechenland mit. „Ich bin irgendwo zwischen Enttäuschung und auch ein wenig Freude, weil wir wieder ein Auto gefunden haben, das gut funktioniert und in dem ich mich wohlfühle“, sagte Neuville. „Fair play für Ogier. In Portugal haben wir von seinem Reifenschaden profitiert, diesmal hat er vielleicht von unserem profitiert. So ist Rallye.“

Takamoto Katsuta komplettierte das Podium. Der Toyota-Fahrer musste am Freitag als zweites Auto auf die Strecke und hatte zu Beginn entsprechend schwierige Bedingungen, brachte die Rallye aber weitgehend sauber durch. Abgesehen von einem beschädigten Reifen auf der vierten Prüfung blieb er ohne größere Probleme. Für Katsuta war es bereits das vierte Podium der Saison.

Josh McErlean M-Sport

Josh McErlean erreichte mit Rang vier sein bestes Ergebnis in der Rallye-WM. Der M-Sport-Pilot profitierte am Sonntag zunächst von einem Reifenschaden bei Adrien Fourmaux, musste dann aber selbst noch eine kritische Situation überstehen. Auf der vorletzten Prüfung rutschte er in einer Linkskurve weit hinaus und blieb kurz am Straßenrand hängen. McErlean konnte seinen Ford Puma jedoch befreien und rettete Platz vier mit 6,7 Sekunden Vorsprung auf Sami Pajari ins Ziel.

„Wir haben es uns auf der vorherigen Prüfung definitiv nicht einfach gemacht“, sagte McErlean. „Ein großes Dankeschön an das ganze Team und an jeden, der weiter an uns geglaubt hat. Der Saisonstart war sehr schwierig.“

Pajari belegte Rang fünf und war am Sonntag zweitbester Fahrer in der Tageswertung. Fourmaux musste sich mit Platz sechs begnügen. Der Hyundai-Pilot hatte am Freitag zeitweise um die Führung gekämpft, wurde im Verlauf der Rallye aber gleich mehrfach durch Reifenschäden zurückgeworfen. Insgesamt traf es ihn auf den Schotterprüfungen viermal, auch in der Power Stage.

„Ich muss dem Team wirklich danken, denn wir hatten ein sehr gutes Auto, um um den Sieg zu kämpfen“, sagte Fourmaux. „Wahrscheinlich hatten wir das beste Auto. Für die Schotterläufe bin ich sehr positiv gestimmt. Es ist nur schade, was an diesem Wochenende passiert ist.“

Evans verliert an Boden

Für Elfyn Evans verlief die Akropolis-Rallye enttäuschend. Der WM-Spitzenreiter kam nur auf Rang sieben ins Ziel und holte am Sonntag lediglich einen Zusatzpunkt für die fünftschnellste Zeit in der Power Stage. „Am Samstagnachmittag sah es eigentlich wieder ganz ordentlich aus, nachdem der Start schwierig gewesen war“, sagte Evans. „Dann lief es mit dem Reifenschaden auf der letzten Prüfung am Samstag und einem weiteren heute Morgen wieder aus dem Ruder.“

Durch das Ergebnis schrumpfte Evans’ Vorsprung in der Fahrerwertung. Katsuta liegt nun nur noch sieben Punkte zurück, Ogier folgt als Dritter mit 33 Punkten Rückstand. Pajari ist Vierter, Oliver Solberg fiel nach einem weiteren schwierigen Wochenende auf Rang fünf zurück.

Dani Sordo lag auf Kurs zu Platz acht, wurde von Hyundai vor der Power Stage jedoch aus der Rallye genommen. Das Team nutzte die Möglichkeit, im Hinblick auf die kommenden Schotterläufe in Estland und Finnland mehr Flexibilität bei Arbeiten am Auto zu erhalten. Dadurch rückte Martins Sesks eine Position nach vorn.

In der WRC2 gewann Robert Virves zum zweiten Mal in Folge. Der Toksport-Skoda-Pilot setzte sich gegen seinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen durch, der die Führung am Sonntagmorgen nach einem Reifenschaden verlor. Alejandro Cachon rückte nach Problemen von Jan Solans auf den dritten Platz in der WRC2 vor.

Die nächste Station der Rallye-Weltmeisterschaft ist die Rallye Estland, die vom 16. bis 19. Juli 2026 rund um Tartu ausgetragen wird.

Ergebnis Akropolis Rallye 2026

1.Sebastien Ogier / Vincent LandaisToyota GR Yaris Rally1RC13:36:40.7
2.Thierry Neuville / Martijn WydaegheHyundai i20 N Rally1RC1+58.3
3.Takamoto Katsuta / Aaron JohnstonToyota GR Yaris Rally1RC1+3:04.8
4.Josh McErlean / Eoin TreacyFord Puma Rally1RC1+4:55.5
5.Sami Pajari / Marko SalminenToyota GR Yaris Rally1RC1+5:02.2
6.Adrien Fourmaux / Alexandre CoriaHyundai i20 N Rally1RC1+5:08.7
7.Elfyn Evans / Scott MartinToyota GR Yaris Rally1RC1+5:54.9
8.Mārtiņš Sesks / Renārs FrancisFord Puma Rally1RC1+8:05.8
9.Robert Virves / Jaakko ViiloSkoda Fabia RS Rally2RC2+9:50.1
10.Andreas Mikkelsen / Jørn ListerudSkoda Fabia RS Rally2RC2+10:52.5

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