Neustart 2029?

Hyundai vor WRC-Entscheidung: Teilprogramm mit Neuville möglich

Hyundais Zukunft in der Rallye-WM könnte sich in diesen Tagen entscheiden. Während Teamchef Cyril Abiteboul in Seoul mit der Konzernführung verhandelt, verdichten sich die Hinweise auf ein Rally2-Programm für 2027.

4. September 2026

Michael Heimrich

Hyundai vor WRC-Entscheidung: Teilprogramm mit Neuville möglich

Die Zukunft von Hyundai in der Rallye-Weltmeisterschaft ist weiter offen, doch die Entscheidung rückt näher. Teamchef Cyril Abiteboul befindet sich derzeit in Seoul, um mit der Hyundai-Konzernführung über das Programm für 2027 zu beraten. Auf dem Tisch liegen demnach drei Varianten: ein offizieller Einsatz mit dem i20 N Rally2, ein von Hyundai unterstütztes Privatteam oder der vollständige Rückzug aus der WRC. 

Die belgische Zeitung La Dernière Heure berichtet über ein mögliches Szenario, bei dem Hyundai 2027 und 2028 offiziell aus der höchsten Klasse verschwindet, gleichzeitig aber mit einem teilprivaten Rally2-Programm präsent bleibt. Demnach könnten Thierry Neuville und Adrien Fourmaux zusammen mit einem dritten Fahrer bei zehn der 14 WM-Läufe antreten.

Bestätigt ist dieses Modell bislang nicht. Hyundai Motorsport erklärte lediglich, dass die Planungen für 2027 noch nicht abgeschlossen seien und zu gegebener Zeit bekanntgegeben würden.

Dass es 2027 keinen neuen Hyundai nach dem WRC27-Reglement geben wird, steht dagegen schon länger fest. Sportdirektor Andrew Wheatley hatte bereits im Juni erklärt, dass ein neues Spitzenfahrzeug nicht mehr realisierbar sei. Gleichzeitig arbeitet Hyundai an einer weiteren Evolution des i20 N Rally2, die Ende dieses Jahres homologiert werden soll. 

Rally2 als Übergangslösung

Ein Rally2-Programm würde Hyundai die Möglichkeit geben, in der Weltmeisterschaft präsent zu bleiben und derzeit soll ein erheblicher Aufwand betrieben werden, um den i20 N Rally2 für 2027 möglichst konkurrenzfähig zu machen.

Ein Rally2-Kit nach dem neuen Reglement steht dagegen bislang nicht im Mittelpunkt der Planungen. Hyundai hatte bereits im Sommer klargemacht, dass zunächst die Weiterentwicklung des normalen Rally2-Fahrzeugs Vorrang besitzt. 

Neuville will bei Hyundai bleiben

Für Thierry Neuville wäre ein solches Übergangsjahr offenbar grundsätzlich denkbar. Der Belgier fährt seit Hyundais WRC-Comeback 2014 für die Marke und hat mehrfach deutlich gemacht, dass seine Priorität weiterhin beim koreanischen Hersteller liegt. Ein bestätigtes Programm für 2027 besitzt er allerdings noch nicht. 

Noch unklarer ist die Situation für Adrien Fourmaux. Der Franzose erklärte zuletzt offen, dass er für kommende Saison bislang ohne Vertrag dasteht. Einen vorübergehenden Wechsel in die Rally2 könnte er akzeptieren, sofern daraus eine realistische Perspektive auf eine spätere Rückkehr in die Spitzenklasse entsteht. 

„Im Moment wissen wir, dass nichts entschieden ist. Wir wissen, dass es verschiedene Optionen gibt, aber wir kennen keine Entscheidung.“ Auf die Frage, wie er Hyundais Chancen auf einen Verbleib einschätzt, antwortete er: „Ich würde sagen 50:50.“ 

Rückkehr 2029?

La Dernière Heure bringt darüber hinaus eine Rückkehr Hyundais mit einem komplett neuen Fahrzeug für 2029 ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt sollen die technischen Vorschriften größere Freiheiten beim Antrieb ermöglichen.

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