WRT Rally1 Spain treibt seinen Einstieg in die Rallye-Weltmeisterschaft 2027 voran. Das gemeinsame Projekt von RMC Motorsport und dem spanischen Motorsportverband RFEDA will nicht bereits bei der Rallye Monte Carlo antreten, sondern peilt derzeit die Rallye Kroatien im April als ersten WM-Lauf an.
Eine komplette Saison ist zunächst nicht vorgesehen. Nach Kroatien stehen Spanien und Portugal auf dem Plan, in der zweiten Saisonhälfte sollen die südamerikanischen WM-Läufe folgen. Weitere Starts sind möglich, die endgültige Auswahl hängt jedoch vom Entwicklungsfortschritt und vom finalen WRC-Kalender ab.
Eigener Motor in der Entwicklung
Besonders interessant ist die Motorenfrage. Das neue Reglement erlaubt grundsätzlich den Einsatz bestehender Rally2-Triebwerke, WRT Rally1 Spain entschied sich dennoch für eine Eigenentwicklung. Als Basis dient ein bereits in der Gruppe A homologierter Serienmotor. Welche Grundlage verwendet wird, will das Team erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Der Schritt hat vor allem praktische Gründe. Nach Angaben des Teams sind die Hersteller aktueller Rally2-Motoren derzeit nicht darauf eingerichtet, einen unabhängigen Konstrukteur in der für ein solches Programm benötigten Stückzahl zu beliefern.
„Im Prinzip ist die Verwendung eines bestehenden Rally2-Motors ein naheliegender Weg“, erklärt WRT Rally1 Spain. „In der Realität sind die Hersteller dieser Motoren derzeit aber nicht darauf vorbereitet, unabhängige Konstrukteure mit der Anzahl an Aggregaten zu versorgen, die ein solches Programm benötigt.“
Mit dem eigenen Triebwerk gewinnt das Projekt mehr Kontrolle über Entwicklung, Weiterentwicklung und Versorgung.
Schwieriger Vergleich mit Toyota
WRT Rally1 Spain schätzt die Ausgangslage nüchtern ein. Toyota ist bislang der einzige große Hersteller, der ein komplett neues Fahrzeug nach dem WRC27-Reglement entwickelt, und verfügt über deutlich größere finanzielle, technische und personelle Ressourcen.
Genau hier soll das neue Reglement ansetzen. Begrenzte Entwicklungsbereiche und strengere Kostenkontrolle sollen verhindern, dass sich der Vorteil eines großen Herstellers in allen Bereichen unmittelbar in Performance umsetzen lässt.
„Ein Hersteller wird immer über größere technische, personelle und finanzielle Ressourcen verfügen“, heißt es vom Team. „Das Ziel eines Reglements wie WRC27 ist es aber, die Einstiegshürden zu senken, die Kosten zu kontrollieren und einen ausreichend ausgeglichenen Rahmen zu schaffen, in dem auch ein starkes unabhängiges Projekt um Ergebnisse kämpfen kann.“