Adrien Fourmaux blickt mit wachsender Sorge auf die kommende Saison. Im Gespräch mit dem französischen Portal rallye-sport.fr bestätigte der Hyundai-Pilot, dass er für 2027 bislang ohne Programm dasteht. „Bis jetzt habe ich leider nichts für 2027. Ich stehe ohne Auto da und das macht mir große Sorgen“, sagt Fourmaux.
Die Unsicherheit kommt für ihn allerdings nicht überraschend. Dass Hyundai kein Fahrzeug für das neue Reglement entwickelt hat und das bisherige Werksprogramm deshalb nicht unverändert fortsetzen kann, sei seit längerem bekannt.
„Jeder weiß seit Langem, dass Hyundai kein neues Auto entwickelt hat und der Hersteller im nächsten Jahr nicht mehr in derselben Form antreten wird. Für mich gibt es deshalb nichts Neues“, erklärt Fourmaux.
Zuletzt war über die Möglichkeit spekuliert worden, Hyundai könnte 2027 mit Rally2-Fahrzeugen und einer privaten Einsatzstruktur weitermachen. Für Fourmaux wäre ein solches Modell grundsätzlich denkbar, sofern technische Kompetenz und entsprechende Ressourcen erhalten bleiben. Als Beispiele nennt er frühere Konstruktionen mit Kronos oder M-Sport sowie Prodrive im Rally-Raid-Sport.
Toyota scheint keine Option
Eine naheliegende Alternative wäre Toyota. Fourmaux macht sich dort allerdings wenig Hoffnung. „Toyota hat bereits viele Fahrer und scheint schon komplett zu sein. Noch einen Fahrer hinzuzunehmen, erscheint mir schwierig. Deshalb weiß ich überhaupt nicht, wohin ich gehen könnte.“
Für den Franzosen ist klar, dass er nach seinen Einsätzen im Rally1 nicht freiwillig dauerhaft eine Klasse zurückgehen möchte. „Wenn du einmal Rally1 gefahren bist, willst du nur eines: dort bleiben.“
Einen vorübergehenden Wechsel in die WRC2 schließt Fourmaux dennoch nicht grundsätzlich aus. Entscheidend wäre für ihn, dass daraus eine realistische Perspektive auf eine spätere Rückkehr in die höchste Klasse entsteht.
„Wenn ich ein Jahr Rally2 als Übergang fahren muss, um anschließend in die Königsklasse zurückzukehren, warum nicht. So wie Ogier mit Skoda, während er auf den Polo gewartet hat. Aber einfach wieder in die Rally2 zurückzufallen, ohne Aussicht auf die Zukunft, ist nicht besonders motivierend.“
Hoffnung durch neuen Promoter
Eine gewisse Hoffnung verbindet Fourmaux mit dem Wechsel beim WRC-Promoter. Mehrere Hersteller hätten ihre Entscheidungen zuletzt davon abhängig gemacht, wie sich die kommerzielle Seite der Weltmeisterschaft entwickelt.
„Dank des neuen Promoters hoffe ich, dass sich die Dinge bewegen. Wir wissen, dass viele Hersteller auf Neuigkeiten vom Promoter gewartet haben, bevor sie Entscheidungen treffen. Hyundai gehört dazu.“
Fourmaux verweist darauf, dass sich die neue Führung des Promoters zuversichtlich gezeigt habe, künftig weitere Hersteller für die Rallye-WM gewinnen zu können. Konkrete Angebote liegen ihm allerdings noch nicht vor.
Auch in ein mögliches Entwicklungsprogramm für eine überarbeitete Hyundai i20 N Rally2 ist Fourmaux nach eigener Aussage derzeit nicht eingebunden.
Rückkehr zu M-Sport?
Eine Rückkehr zu M-Sport und ein Einsatz mit einem Fahrzeug nach dem neuen Rally2-Kit-Konzept sieht Fourmaux ebenfalls skeptisch. Vor allem die noch völlig offene Konkurrenzfähigkeit gegenüber Toyotas neuem Rally1-Konzept bereitet ihm Zweifel.
„Für ein Jahr, und was kommt danach? Und woher soll man wissen, ob ein Rally2-Kit gegen den Rally1 von Toyota konkurrenzfähig sein wird? Das weiß niemand vor den ersten Rallyes.“
Für Fourmaux wäre deshalb ein klassischer Rally2-Einsatz unter Umständen sogar attraktiver: „Dann weißt du wenigstens, dass du unter gleichen Voraussetzungen gegen andere Autos kämpfen kannst.“
Die Spekulationen über mögliche weitere Rally1-Projekte will Fourmaux derzeit nicht in seine Planung einbeziehen. Dafür sei die Situation noch „viel zu unklar“.
