Für Malcolm Wilson schließt sich ein Kreis. Als Ford Ende 2012 seine Werksunterstützung für die Rallye-Weltmeisterschaft einstellte, stand das von ihm gegründete Unternehmen M-Sport vor einer schwierigen Zukunft. Fast 14 Jahre später kündigt der amerikanische Hersteller seine Rückkehr als offizieller Werkspartner an. Ab 2028 soll die Zusammenarbeit wieder auf einem deutlich höheren Niveau stattfinden, 2029 folgt ein komplett neu entwickeltes Rallyeauto.
Die Entscheidung hat unmittelbare Folgen für den Standort Dovenby Hall im nordenglischen Cumbria. M-Sport beschäftigt dort derzeit rund 230 Mitarbeiter. Im Zuge des neuen Ford-Engagements sollen etwa 50 zusätzliche Stellen entstehen. Gesucht werden insbesondere Mechaniker, Ingenieure und weitere Fachkräfte für den Aufbau des künftigen Werksteams.
Wilson erinnert sich an schwierige Zeiten
Für M-Sport-Gründer Malcolm Wilson besitzt die Entscheidung eine besondere Bedeutung. Seit 1997 betreute sein Unternehmen das Rallye-WM-Programm von Ford und gewann 2006 und 2007 die Herstellerweltmeisterschaft. Der Rückzug des Konzerns brachte den Rennstall jedoch in erhebliche Schwierigkeiten. Rund 70 Mitarbeiter mussten damals entlassen werden.
„Das war der dunkelste Moment meiner 30-jährigen Karriere“, erinnert sich Wilson im Gespräch mit der BBC. „Wir betrachten uns als Familie, und es war eine sehr schwierige Zeit. Aber wir haben durchgehalten. Jetzt werden wir dafür belohnt.“
Dass Ford wieder auf die Mannschaft aus Cumbria setzt, wertet Wilson als wichtigen Vertrauensbeweis. Für ihn zeigt die Entscheidung vor allem, dass sich Beharrlichkeit auch nach schweren Rückschlägen auszahlen kann.
Millener soll neues Siegerteam aufbauen
Die sportlichen Vorgaben sind bereits klar formuliert. M-Sport-Teamchef Richard Millener soll eine Mannschaft zusammenstellen, die mit dem neuen Fahrzeug 2029 um den Herstellertitel kämpfen kann.
„Das Ziel von Ford ist ganz klar: Wir wollen 2029 mit dem neuen Auto die Weltmeisterschaft gewinnen“, erklärt Millener. „Dafür müssen wir eine Mannschaft aus Mechanikern, Ingenieuren und weiteren Mitarbeitern aufbauen. Aber wir müssen auch die richtigen Fahrer finden.“
Die Suche nach geeignetem Personal und einer schlagkräftigen Fahrerbesetzung läuft bereits. Neben schnellen Piloten benötigt M-Sport vor allem Fahrer, die bei der technischen Entwicklung des neuen Autos helfen können.
Für die Übergangszeit setzt M-Sport auf den Ford Fiesta Rally2. Das Fahrzeug soll ab 2027 mit dem neuen WRC-Kit in der höchsten Kategorie der Rallye-Weltmeisterschaft antreten dürfen. Die intensivere Werksunterstützung von Ford beginnt offiziell 2028, bevor ein Jahr später das vollständig neue Modell folgt.
