Teemu Suninen hat die 82. Rallye Polen gewonnen und damit seinen ersten Erfolg in der Rallye-Europameisterschaft gefeiert. Der Finne setzte sich nach 14 Asphaltprüfungen rund um Katowice mit 9,7 Sekunden Vorsprung vor Jakub Matulka durch.
Suninen war mit einem Polster von 8,4 Sekunden in den Schlusstag gestartet und baute seine Führung auf der ersten Sonntagsprüfung zunächst weiter aus. Matulka verkürzte den Rückstand anschließend mit mehreren Bestzeiten, konnte den erfahrenen Skoda-Piloten aber nicht mehr entscheidend unter Druck setzen.
Auf der abschließenden Power Stage ging Suninen kein unnötiges Risiko ein. Mit der viertschnellsten Zeit brachte er den Sieg für das portugiesische Team The Racing Factory sicher ins Ziel. „Die Rallye Polen war wegen der ständig wechselnden Gripverhältnisse ziemlich schwierig“, sagte Suninen.
Matulka erstmals auf dem ERC-Podium
Für Matulka war Rang zwei der bislang größte Erfolg in der Europameisterschaft. Der polnische Meister gewann am Sonntag drei Prüfungen und verteidigte den zweiten Platz gegen Titelverteidiger Miko Marczyk und Andrea Mabellini.
„Es fühlt sich großartig an“, sagte Matulka. „Teemu war hier nicht zu schlagen. Der Abstand war zwar nicht groß, aber er war zu konstant und zu schnell. Nach zwei schwierigen Rallyes gibt mir dieses Ergebnis viel Selbstvertrauen.“
Marczyk belegte 3,8 Sekunden hinter Matulka den dritten Rang und erreichte damit erstmals in dieser Saison eine Platzierung unter den besten fünf. Der Vorjahresmeister setzte sich im engen Kampf gegen Mabellini durch.
Der Italiener war als Zweiter in den Sonntag gestartet, verlor auf der ersten Prüfung des Tages jedoch viel Zeit und fiel auf Rang vier zurück. Mit der Bestzeit auf der Power Stage betrieb der Lancia-Pilot noch Schadensbegrenzung, verpasste das Podium aber um 2,6 Sekunden.
Kajetan Kajetanowicz bestritt seinen ersten EM-Lauf seit 2017. Der dreimalige Europameister konnte das Tempo der Spitze zwar nicht vollständig mitgehen, begeisterte seine Fans aber mit Rang fünf.
Marco Bulacia erzielte als Sechster sein bislang bestes Ergebnis auf Asphalt. Dahinter folgten der erst 19-jährige Adrian Rzeżnik und der polnische Meisterschaftsführende Jarosław Szeja.
Besonders knapp fiel die Entscheidung um Rang neun aus. William Creighton und Erik Cais erreichten das Ziel mit exakt derselben Gesamtzeit. Da Creighton auf der ersten Wertungsprüfung schneller gewesen war, wurde der Ire auf dem besseren Platz gewertet.
Schwere Unfälle überschatten die Rallye
Überschattet wurde die Veranstaltung von mehreren schweren Unfällen. Dominik Stříteský, der am Freitag die Qualifying Stage gewonnen hatte, kam auf der dritten Prüfung bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke ab und prallte gegen einen Baum. Nach Angaben der Veranstalter soll sich der Tscheche vollständig von seinen Verletzungen erholen. Sein Beifahrer Ondřej Krajča konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen.
Auch Marcel Neulinger und Jürgen Heigl verunglückten auf der zweiten Wertungsprüfung schwer. Neulinger erlitt mehrere Brüche an beiden Beinen und musste operiert werden. Heigl konnte das Krankenhaus wieder verlassen.
Suninen baut Tabellenführung aus
Mit seinem ersten EM-Sieg vergrößerte Suninen seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 23 Punkte. Noch bleiben in dieser Saison 105 Zähler zu vergeben.
Für den Finnen geht es ohne längere Pause weiter. Bereits vom 30. Juli bis 2. August startet er bei der Rallye Finnland in der Rallye-Weltmeisterschaft. Der nächste Lauf der Europameisterschaft ist die Barum Czech Rally Zlín vom 14. bis 16. August.
Heindrichs gewinnt Junior-EM-Wertung
Tom Heindrichs und Jonas Schmitz feierten im Opel Corsa Rally4 den Sieg in der Junior-Wertung. Das Duo setzte sich mit 21,5 Sekunden Vorsprung gegen Aatu Hakalehto und Niklas Heino durch. Rang drei ging an Davide Pesavento und Alessio Angeli.
Colin Dünker und Jonas Decker verpassten das Podium nur knapp. Das Ford-Duo beendete die Rallye auf Rang vier und lag lediglich 5,3 Sekunden hinter Pesavento. Auf die Sieger fehlten 54,6 Sekunden.
Weniger Glück hatte Timo Schulz. Der Deutsche war als Tabellenführer nach Polen gereist, wurde aber erneut durch einen Reifenschaden zurückgeworfen. Beim Radwechsel rutschte der Opel vom Wagenheber, der anschließend im beschädigten Reifen stecken blieb. Erst mit Hilfe von Zuschauern konnte das Auto wieder angehoben und der Radwechsel beendet werden. Schulz erreichte das Ziel auf Rang zehn.
Claire Schönborn belegte bei der Asphalt-Rallye rund um Katowice den zwölften Platz.
Ergebnis Rallye Polen 2026
| 1. | Teemu Suninen / Antti Haapala | Škoda Fabia RS Rally2 | RC2 | 1:38:52.8 |
| 2. | Jakub Matulka / Daniel Dymurski | Škoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +9.7 |
| 3. | Mikołaj Marczyk / Szymon Gospodarczyk | Škoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +13.5 |
| 4. | Andrea Mabellini / Virginia Lenzi | Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale | RC2 | +16.1 |
| 5. | Kajetan Kajetanowicz / Maciej Szczepaniak | Toyota GR Yaris Rally2 | RC2 | +41.5 |
| 6. | Marco Bulacia / José Murado | Škoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +51.4 |
| 7. | Adrian Rzeźnik / Kamil Kozdroń | Škoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +1:07.1 |
| 8. | Jarosław Szeja / Marcin Szeja | Škoda Fabia RS Rally2 | RC2 | +1:16.2 |
| 9. | William Creighton / Liam Regan | Citroën C3 Rally2 | RC2 | +1:25.5 |
| 9. | Erik Cais / Igor Bacigál | Hyundai i20 N Rally2 | RC2 | +1:25.5 |

