Titel nur für Portugiesen

Portugal: Sordo verliert Meistertitel am grünen Tisch

Fast ein Jahr nach dem Saisonfinale ist die portugiesische Rallye-Meisterschaft 2025 neu entschieden worden. Das Sport-Schiedsgericht TAD hat Dani Sordo (Hyundai) den Titel aberkannt und Armindo Araújo (Skoda) zum Champion erklärt.

20. September 2026

Michael Heimrich

Portugal: Sordo verliert Meistertitel am grünen Tisch

Sportlich hatte Dani Sordo (Hyundai) die Saison 2025 in Portugal klar für sich entschieden. Der Spanier sammelte 161 Punkte und setzte sich damit vor Kris Meeke (Toyota) mit 154 Zählern durch. Armindo Araújo (Skoda) beendete die Meisterschaft mit 137 Punkten auf Rang drei. 

Trotzdem ist Araújo nun portugiesischer Meister. Das portugiesische Sport-Schiedsgericht TAD hob die Entscheidung des nationalen Verbandes FPAK auf und sprach den Titel dem bestplatzierten portugiesischen Fahrer zu. Maßgeblich ist dabei die Auslegung des nationalen Rechts und des Reglements, wonach ein portugiesischer Meistertitel in einer Einzelsportart an einen Fahrer mit entsprechender Verbindung zu Portugal gehen muss. 

Sordo (Hyundai) ist Spanier, Meeke (Toyota) Brite. Araújo (Skoda) besitzt die portugiesische Staatsangehörigkeit und lebt im Land. Genau darin sah die Mehrheit des Schiedsgerichts den entscheidenden Unterschied.

Sieg in der Meisterschaft ist nicht gleich Meistertitel

Bemerkenswert ist vor allem die Trennung, die das Gericht zwischen dem sportlichen Sieg in der Meisterschaft und dem nationalen Meistertitel vornimmt. Ein ausländischer Fahrer darf demnach in Portugal antreten, Rallyes gewinnen und am Ende die höchste Punktzahl erreichen, ohne automatisch portugiesischer Meister zu werden.

Für zusätzliche Brisanz sorgt, dass ein nahezu identischer Streit erst ein Jahr zuvor anders entschieden worden war. Kris Meeke (Toyota) hatte 2024 die meisten Punkte gesammelt und durfte seinen portugiesischen Meistertitel behalten. Auf dieses Urteil hatte sich auch der Verband FPAK berufen, als er Sordo (Hyundai) Ende 2025 zum Champion erklärte.

Diesmal kam das TAD mehrheitlich zu einem anderen Ergebnis. Nach Ansicht des Gerichts verstößt die Beschränkung des nationalen Titels auf einen Fahrer mit echter Verbindung zu Portugal weder gegen die portugiesische Verfassung noch gegen EU-Recht.

Einstimmig fiel die Entscheidung allerdings nicht. Einer der drei Schiedsrichter vertrat die Auffassung, dass Sordo (Hyundai) seinen Titel behalten müsse.

Hyundai will offenbar Berufung einlegen

Damit könnte die Geschichte noch nicht beendet sein. Nach Informationen der spanischen Zeitung AS will Hyundai Portugal gegen die Entscheidung vorgehen.

Für Armindo Araújo (Skoda) wäre es der achte portugiesische Meistertitel. Sordo (Hyundai) hatte die Saison 2025 im i20 N Rally2 bestritten, Meeke (Toyota) im GR Yaris Rally2 und Araújo (Skoda) im Fabia RS Rally2. 

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