Viel Platz, wenig Drama

Fahrbericht Skoda Peaq 90x

Skoda schiebt mit dem Peaq ein elektrisches Topmodell über Enyaq und Superb ins Programm. Technisch merkt man dem Peaq allerdings an, dass er auf einer Konzernplattform steht, deren Grenzen inzwischen sichtbar werden. 

21. September 2026

Michael Heimrich

Fahrbericht Skoda Peaq 90x

Skoda hat sich mit dem Peaq Zeit gelassen. Kia EV9 und Hyundai Ioniq 9 besetzen das Feld der großen Elektro-SUV bereits, während der Superb bislang die Rolle des geräumigen Reisewagens übernehmen musste. Der Peaq soll nun beide Welten zusammenbringen: viel Platz, hohe Sitzposition und Elektroantrieb, auf Wunsch mit Allrad.

Mit 4,87 Metern Länge bleibt er dabei knapp unterhalb der ganz großen SUV-Klasse. Der Radstand von fast drei Metern schafft vor allem in der zweiten Reihe reichlich Bewegungsfreiheit. Erwachsene sitzen auch auf längeren Strecken bequem, dazu kommen zahlreiche Ablagen und USB-Anschlüsse. Die dritte Sitzreihe fällt deutlich knapper aus. Für Kinder reicht sie, Erwachsene dürften dort nur kurze Strecken freiwillig verbringen. Wer regelmäßig sieben vollwertige Plätze braucht, muss weiterhin größer denken. 

Vorne bleibt Skoda angenehm sachlich. Die Instrumenteneinheit hinter dem Lenkrad fällt allerdings klein aus, auch das Head-up-Display ändert daran wenig. Der zentrale Bildschirm misst 13,6 Zoll und lässt sich übersichtlich bedienen. Auf ein eigenes Beifahrerdisplay verzichtet Skoda vollständig. Ob man das in einem Familienauto wirklich vermisst, hängt vermutlich stärker vom Beifahrer als vom Preis des Fahrzeugs ab.

Die Mittelkonsole bietet klassische Bedienelemente für die Klimatisierung und zwei beleuchtete Smartphone-Ladeschalen. Das Sonos-System arbeitet mit 16 Lautsprechern und 755 Watt. Darüber spannt sich ein 2,1 Quadratmeter großes Panoramadach, das sich nicht mit einer Jalousie, sondern lediglich elektrochrom abdunkeln lässt. Das sieht technisch sauber aus, ersetzt einen echten Sonnenschutz aber nur bedingt. 

935 Liter hinter der Heckklappe

Seine stärkste Disziplin bleibt der Nutzwert. Hinter der elektrischen Heckklappe stehen 935 Liter Gepäckraum zur Verfügung, hinzu kommt ein 37 Liter großer Frunk. Für den typischen Familienalltag ist das reichlich Platz, und auch mit Sportgerät oder Urlaubsgepäck dürfte der Peaq nur selten an seine Grenzen kommen. Die Allradversion darf zudem bis zu zwei Tonnen ziehen.

Technisch basiert der Peaq auf der bekannten MEB-Architektur des Volkswagen-Konzerns. Angeboten werden Batterien mit 63 und 91 kWh. Genau hier wird allerdings sichtbar, dass die Plattform inzwischen nicht mehr zu den jüngsten gehört. Eine 800-Volt-Architektur gibt es nicht, die maximale Ladeleistung bleibt unter 200 kW. Von zehn auf 80 Prozent dauert der Ladevorgang laut Hersteller rund 30 Minuten.

Das ist brauchbar, aber nicht mehr Klassenmaßstab. Gerade bei einem großen Elektroauto, das als Erstwagen und Reisemobil gedacht ist, fällt eine halbe Stunde Ladepause stärker ins Gewicht als bei einem kompakten Stadtmodell. Konkurrenzmodelle mit höherer Spannung und Ladeleistung sind hier inzwischen schneller unterwegs.

Auch bei der Höchstgeschwindigkeit bleibt Skoda konservativ. Die kleinere Version wird bei 160 km/h abgeregelt, der Peaq 90x schafft 180 km/h. Wichtiger für den Alltag ist ohnehin die Reichweite: Mit großem Akku nennt Skoda bis zu 613 Kilometer nach theoretischer Norm. 

299 PS für 2,5 Tonnen

Der von uns betrachtete Peaq 90x kombiniert die 91-kWh-Batterie mit Allradantrieb und 299 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 545 Nm. Von null auf 100 km/h vergehen 6,7 Sekunden.

Das klingt zunächst ordentlich, relativiert sich aber beim Blick auf das Gewicht. 2.530 Kilogramm stehen im Datenblatt. Der Peaq ist damit kein Auto, das seine Fahrleistungen zur Hauptsache macht. Die Leistung reicht dennoch problemlos aus, zumal der elektrische Allradantrieb seine Kraft spontan zur Verfügung stellt.

Der niedrige Schwerpunkt hilft dem großen Skoda in Kurven, das Fahrwerk ist sauber abgestimmt und hält die Karosserie ordentlich unter Kontrolle. Ein Sportwagen wird aus dem Peaq damit nicht, was angesichts seiner Aufgabe auch niemand ernsthaft erwarten sollte. Die optionale elektronische Dämpferregelung erweitert den Spielraum zwischen Komfort und Straffheit, ist für den Charakter des Autos aber kein Muss.

Im Alltag passt die ruhigere Abstimmung besser zum Konzept. Der Peaq will kein elektrischer Ersatz für einen sportlichen SUV sein, sondern ein geräumiges Familienauto mit großer Batterie, viel Gepäckraum und genügend Reichweite für längere Strecken.

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