Das DRC-Finale wird im Rahmen eines Laufs zur Deutschen Rallye-Meisterschaft ausgetragen, der selbst auf den Spuren des früheren WM-Laufs rund um den Bostalsee wandelt. Dadurch können auch die DRC-Teams auf weltmeisterlichen Pfaden ihr Finale austragen.
Bereits am Freitag wird die erste Wertungsprüfung gefahren. Allein der Name „Windpark“ mit der legendären Sprungkuppe lässt Rallyeherzen höherschlagen. Eine besondere Herausforderung: Die Prüfung wird bei Dunkelheit gefahren. Am Samstag folgen zwei weitere Prüfungen, die jeweils zweimal absolviert werden. Dabei wird teilweise auch in den Sonnenuntergang gefahren. Insgesamt warten 63,96 Wertungskilometer auf die Teams, von denen knapp acht auf unbefestigtem Untergrund absolviert werden.
Nach einer spannenden Saison mit 13 Vorläufen haben noch fünf Teams realistische Chancen auf den Titel. Mathias Schläppi führt die Tabelle vor dem Finale mit 67,22 Zählern an. Von Niklas Pöttgen, dem Champion der vergangenen beiden Jahre, bis hin zum fünftplatzierten Tony Bayer mit 56,70 Punkten haben alle Teams den Titel im Blick.
Das Besondere am Finale: Die Punkte, die wie immer innerhalb der jeweiligen Klassen in Relation zur Platzierung und zur Anzahl der Starter vergeben werden, zählen diesmal doppelt. Dadurch kann die Tabelle noch kräftig durcheinandergewirbelt werden.
Für Mathias Schläppi, der im Peugeot 208 R2 (NC3) diesmal wieder mit seiner Schweizer Landsfrau Iris Thurnherr antritt, geht es um den bislang größten Erfolg seiner noch recht kurzen Rallyekarriere.
„Wir liegen zwar vorne, aber rechnerisch ist durch die doppelten Punkte noch alles offen“, sagt Schläppi. „Wir haben unseren Löwen gewissenhaft vorbereitet und gehen die Veranstaltung gewohnt kontrolliert an. Fehlervermeidung hat oberste Priorität. Ein Defekt oder Ausrutscher bedeutet bei doppelten Punkten quasi das Aus im Meisterschaftskampf.“
Niklas Pöttgen, der mit David Wölwer wie immer im Seat Ibiza in der seriennahen Klasse NC8 startet, ist doppelter Titelverteidiger. 2024 und 2025 nahm er den Siegerpokal mit nach Hause.
„Das Finale im Saarland war in den letzten Jahren aufgrund der Bedingungen immer eine Lotterie. Dieses Jahr scheint zumindest der Regen auszubleiben“, erklärt Pöttgen und ergänzt: „Wir werden mehrere Prüfungen im Dunkeln fahren. In Verbindung mit den komplett neuen Prüfungen ist das eine Herausforderung, schafft aber auch Chancengleichheit. Mathias (Schläppi) muss nicht mehr voll attackieren und kann seinen Punktevorsprung verwalten. Trotzdem werden wir da sein, wenn sich die Chance bietet.“
Seine klare Ansage: „Wir müssen unsere Klasse gewinnen, damit wir aus eigener Kraft zumindest Platz zwei halten können.“
Kevin Müller und Co-Pilotin Stephanie Spreitzer gehen im Toyota GR Yaris in der Klasse NC2 an den Start. Ihre Saison verlief durchwachsen, dennoch schafften sie es, die Vorläufe auf dem dritten Platz zu beenden.
„Wir freuen uns vor allem auf die Nachtprüfungen, denn so etwas erlebt man vielleicht ein- oder zweimal in einer Saison“, erklärt Müller und ergänzt: „Ich denke, mit einem guten Co ist es egal, wann und wo man fährt. Steffis Ansagen sind immer auf den Punkt genau. Deshalb freuen wir uns auf die Rallye.“
Niklas und Gerrit Möller starten mit ihrem BMW 318ti wie Schläppi in der Klasse NC3. Sie kämpfen somit um die gleichen Klassenpunkte.
„Wir wollen wie immer unser eigenes Tempo fahren und aufs Podest fahren“, erklärt Pilot Niklas. „Wir sind jetzt schon mit dem Verlauf der Saison super zufrieden. Falls am Ende sogar eine Top-3-Platzierung in der DRC-Wertung herauskommen sollte, wäre das super.“
Mit Blick auf die Aufgabenstellung sagt er: „Bei den Prüfungen im Dunkeln zeigt sich, wer einen guten Aufschrieb hat und bereit ist, das Risiko einzugehen. Da wir hier noch nie gefahren sind, ist es für uns sicherlich von Vorteil, dass die Prüfungen für alle neu sind. Wir sind guter Dinge.“
Knapp hinter Möller rangieren Tony Bayer und Dominik Buß in der Zwischenwertung des Ravenol DRC vor dem Finale. Mit ihrem BMW 323ti Compact werden sie wie Müller in der Klasse NC2 gewertet und treten somit direkt gegeneinander an.
„Unser Ziel ist definitiv, erst einmal anzukommen. Unser BMW ist kostenoptimiert aufgebaut und kommt dann zum Saisonende manchmal an seine Grenzen“, sagt Bayer.
„Wir freuen uns auf die Nachtprüfungen, eine echte Besonderheit im DRC. Die Anlehnung an den DRM-Lauf macht es sicher interessant, und die Prüfungen werden etwas ganz Besonderes. Mit Kevin und Steffi wird es sicher wieder einen harten Kampf geben. Wir freuen uns darauf. Drückt uns die Daumen, dass die Technik hält.“
Nennliste 53. ADAC Saarland Rallye 2026
| 202 | Daniel Rexhausen / Steffen Reith | Skoda Fabia RS Rally2 | RC2 |
| 203 | Marc Rettenberger / Paul Gehbauer | Opel Corsa Rally4 | RC4 |
| 204 | Kevin Müller / Stefanie Spreitzer | Toyota GR Yaris | NC2 |
| 205 | Tony Bayer / Dominik Buß | BMW 323 Ti Compact E36 | NC2 |
| 206 | Mathias Schläppi / Iris Thurnherr | Peugeot 208 R2 | NC3 |
| 207 | Lars Schwarzmannseder / Angelika Hornung | Renault Clio III RS | NC3 |
| 208 | Niklas Möller / Gerrit Möller | BMW 318 Ti Compact E36 | NC3 |
| 209 | Daniel Wittner / Sandra Wittner | Renault Clio Rally5 | RC5 |
| 210 | Stefan Petto / Marco Cremer | Opel Corsa D OPC | NC2 |
| 211 | Oliver Selmikeit / Katharina Borckholder | Opel Corsa Rally4 | RC4 |
| 212 | Grigorii Ivanov / Kevin Pust-Schmidt | Peugeot 208 Rally4 | RC4 |
| 213 | Jannik Mahl / Marit Pangratz | Opel Corsa D OPC | NC2 |
| 214 | Hendrik Kuhn / Christian Kuhn | Citroën C2 R2 Max | NC3 |
| 215 | Marc Hägele / Bastian Barth | BMW 320si E90 | NC3 |
| 216 | Bastian Keller / Jana Hufgard | Opel Corsa D OPC | NC2 |
| 217 | Andreas Eiden / Christoph Adam | Suzuki Swift Sport MK4 | NC4 |
| 218 | Michael Schwall / Lisa Hanbuch | Suzuki Swift Sport MK4 | NC4 |
| 219 | Andreas Bürgel / Marvin Götten | Opel Corsa Racing | RC6 |
| 220 | Stefan Marx / Daniela Raab | Volkswagen Golf V GTI | NC7 |
| 221 | Niklas Pöttgen / David Wölwer | Seat Ibiza 1.8T | NC8 |
| 222 | Manuel Beiling / Marc Alten | Peugeot 206 S16 | NC8 |
| 223 | Niclas Zimmer / Lea Dick | Opel Corsa D GSi | NC8 |
| 224 | Benedikt Adam / Janine Frisch | Citroën C2 R2 | NC3 |
| 225 | Christian Löffler / Julian Wachtler | BMW 318 is E30 | NC3 |
| 226 | Peter Schaaf / Lea Utzelmann | Suzuki Swift Sport MK5 | NC4 |
| 227 | Patrick Walter-Roloff / Benedikt Poll | Volkswagen Golf IV GTi | NC8 |
| 228 | Dominik Feig / Alina Bader | Ford Fiesta 1.6 Mk5 | NC4 |
| 229 | Julius Kohnen / Katharina Kämmerer | Opel Corsa C GSi | NC8 |
| 230 | Noel Sunderkötter / Reinhard Sunderkötter | Peugeot 206 S16 | NC8 |
| 231 | Christian Kuttig / Jil Schwirz | BMW 318 Ti Compact E36 | NC8 |
| 232 | Michael Vogel / Tina Turek | Ford Fiesta ST 150 | NC8 |
| 233 | Jan Steffen / Michelle Zipko | BMW 318 iS E30 | NC3 |
| 234 | Michael Martin / Sabrina Brixius | Mini Cooper S (R53) | NC2 |
