Teilzeitlösung für Loeb?

Sebastien Loeb steht vor dem Gewinn seines neunten WM-Titels. In Folge. Auch in Deutschland zeigte er sich konkurrenzlos. Doch das steigert nicht gerade seine Motivation wenn es um die kommende Saison geht. Deshalb überlegt man sich bei Citroën eine ungewöhnliche Lösung.

28. August 2012

Michael Heimrich

Teilzeitlösung für Loeb?

Sebastien Loeb und Beifahrer Daniel Elena haben ihren eigenen Rekord mit den meisten Siegen bei der Rallye Deutschland nochmals überboten und sich zehn Jahre nach ihrem ersten Erfolg in der Rallye-Weltmeisterschaft den neunten Erfolg bei der Rallye Deutschland gesichert.

"Zwischen den Läufen in Finnland und Deutschland habe ich ein bisschen Urlaub gemacht. Offensichtlich hat mir das gutgetan", scherzte Loeb im Ziel. „Diese drei Tage sind sehr gut verlaufen, aber die Bedingungen waren wirklich nicht einfach. Wir waren nicht nur die Schnellsten, sondern auch die Konstantesten. Der ein oder andere hätte uns Konkurrenz machen können, aber viele sind mit den tückischen Abschnitten nicht klargekommen. Nachdem ich einmal eine gute Führung herausgefahren hatte, musste ich nur noch jeden Fehler vermeiden. Wir kommen so mit jeder Rallye unserem Ziel vom neunten Titel ein bisschen näher. Mit einer Führung von 54 Punkten bei vier ausstehenden Rennen sieht es ganz gut aus."

Doch die Leichtigkeit, mit der Loeb zu einem weiteren Titel stürmt, nimmt ihm auch zum Teil die Motivation für die kommende Saison. Ohne echten Gegner fühlt sich ein Ausnahmekönner nicht genügend herausgefordert. Entsprechend intensiv diskutiert man bei Citroën Racing Möglichkeiten, Loeb von einem Verbleib in der Rallye-WM bis Ende 2013 zu überzeugen. Zwar gilt dessen Vertrag noch bis zum Ablauf der nächstjährigen Saison, aber der Weltmeister hat sich eine vorzeitige Ausstiegsklausel einbauen lassen.

Im Servicepark der Rallye Deutschland wurde daher über eine Teilzeitstelle für Loeb spekuliert. Der 38-jährige bliebe an Bord, müsste aber nur noch die Rallyes bestreiten, auf die er Lust hätte. Eine Situation, die dem amtsmüden Champion durchaus gefallen könnte. Gleichzeitig könnte er in Ruhe abwarten, wie stark sich Neueinsteiger Volkswagen und sein Erzrivale Sebastien Ogier präsentiert. Wichtiger Nebeneffekt: Würde Nationalheld Loeb weitermachen, steht auch Citroën Racing nicht in Frage. Im Werksteam würde neben Nummer-1-Pilot Mikko Hirvonen (Vertrag bis Ende 2013), Junior Thierry Neuville oder womöglich Rückkehrer Dani Sordo jeweils dann um Herstellerzähler kämpfen, wenn Platzhirsch Loeb nicht mit von der Partie ist. 

GALERIE: Die Bilder der Rallye Deutschland 2012 …

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