Rallye Schweden und die Suche nach Schnee

Weil der Motorklub Jämtland Östersund als neuen Austragungsort der Rallye Schweden ins Gespräch bringt, kommt das Thema schneller wieder auf den Tisch, als es dem Veranstalter recht ist.

26. März 2020

Michael Heimrich

Rallye Schweden und die Suche nach Schnee

FIA-Präsident Jean Todt sprach mit ernster Miene: „Wir werden dafür sorgen, dass sich so etwas nicht noch einmal wiederholt.“ – Die Ansage des mächtigen Franzosen war der Schlusspunkt auf der diesjährigen Rallye Schweden, die erneut unter extremen Schneemangel litt und keinesfalls die Bilder lieferte, die man sich von ihr erwartet hatte.

Rallye-Chef Glenn Olsson hatte schon in den Tagen vor der Veranstaltung alle Hände voll zu tun, die Gemüter zu beruhigen und versprach anschließend an einer Lösung zu arbeiten. Doch jetzt muss der Schwede sich erneut zum Thema erklären, denn im Norden des Landes meldet sich Thomas Fuchs, Chef des Motorklub Jämtland, zu Wort und bietet Östersund als neuen Austragungsort an.

Bei ihnen gäbe es nicht nur genügend Schnee, sondern auch die notwendigen Strecken für die Ausrichtung eines WM-Laufs. Diese würden innerhalb eines Radius von nur 60 Kilometern liegen, was ein besonders kompaktes Format verspricht, so Fuchs. „Wir garantieren die besten Bedingungen, die sich innerhalb der schwedischen Grenzen finden lassen.“

Weitere Konkurrenz

Nicht nur Östersund bringt sich ins Spiel und will die Rallye Schweden künftig austragen, auch vier Orte in der Region Norrbotten möchten die Topliga künftig gerne zu Gast haben. Luleå, Piteå, Kalix und Boden machen bei ihrer Bewerbung gemeinsame Sache und erhoffen sich einen deutlichen Impuls für die lokale Wirtschaft.

Ein Umzug der Rallye Schweden scheint aber nur auf dem Papier einfach zu sein. Olsson hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach betont, dass er die Unterstützung von zahlungskräftigen Sponsoren aus der Region benötigt, um die Rallye überhaupt stattfinden zu lassen. Diese und die vielen für einen WM-Lauf notwendigen Helfer findet er im Moment nur am jetzigen Austragungsort Torsby, entsprechend intensiv arbeitet man an einer Lösung, um dort schneesicherere Prüfungen zu finden. Diese könnten sich in Norwegen finden lassen, oder der Rallyetross müsste sich während der Rallye noch mehr in den Norden bewegen.

Olsson betont zwar, dass er noch einen gültigen Vertrag mit dem WRC-Promoter in der Tasche hat, doch wie schnell die FIA bei Bedarf in den Kalender eingreifen kann, hat die Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt. Er muss also schleunigst eine schneesichere Lösung präsentieren, damit FIA-Chef Todt nicht sein Gesicht verliert.  

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