WRC-Klassiker in Gefahr

Rallye Schweden: Veranstalter widerspricht Insolvenz-Gerüchten

Die Rallye Schweden kämpft mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen, soll 2027 aber wie geplant in Umeå stattfinden. Geschäftsführerin Anna Nordkvist weist Berichte über eine drohende Insolvenz zurück

7. Oktober 2026

Michael Heimrich

Rallye Schweden: Veranstalter widerspricht Insolvenz-Gerüchten

Rally Sweden AB hat die zuletzt öffentlich gewordenen Finanzprobleme bestätigt. Nach Angaben von Geschäftsführerin Anna Nordkvist belasteten vor allem der Umzug des WM-Laufs von Värmland nach Umeå, hohe Aufbaukosten sowie zusätzliche Investitionen die Bilanz.

Der schwedische Motorsportverband als Eigentümer hat deshalb einen bedingten Gesellschafterzuschuss von bis zu 14,5 Millionen Kronen beschlossen. Gleichzeitig soll ein langfristiger Plan entstehen, um die wirtschaftliche Basis des WM-Laufs zu stabilisieren.

Keine Insolvenz in Vorbereitung

Deutlich widerspricht Nordkvist Berichten, wonach Rally Sweden unmittelbar vor der Insolvenz stehen könnte. „Diese Darstellung erkenne ich nicht wieder. Ein solcher Prozess läuft von unserer Seite nicht“, erklärt sie.

Dass die Lage angespannt ist, bestreitet die Geschäftsführerin allerdings nicht. Das Unternehmen arbeite intensiv an Liquidität, Kostenstruktur und langfristiger Finanzierung.

Rallye Schweden 2027 soll stattfinden

Die Vorbereitung des WM-Laufs 2027 in Umeå läuft nach Angaben des Veranstalters weiter. Auch die Gespräche mit dem WRC-Promoter seien zuletzt positiv verlaufen. „Unser Fokus liegt darauf, die Rallye Schweden 2027 in Umeå durchzuführen“, sagt Nordkvist.

Der Promoter habe zudem signalisiert, die Zusammenarbeit fortsetzen und an einer langfristigen Vereinbarung arbeiten zu wollen.

Finanzierungsmodell muss sich ändern

Nordkvist macht gleichzeitig deutlich, dass Rally Sweden in der bisherigen Form wirtschaftlich nicht dauerhaft weitergeführt werden kann.

Der Veranstalter verweist darauf, dass internationale WM-Läufe in vielen Ländern wesentlich stärker von staatlichen Stellen, Regionen oder Tourismusorganisationen unterstützt werden. Eine vergleichbare staatliche Event-Förderung gebe es in Schweden nicht.

„Wenn Schweden um WM-Veranstaltungen konkurrieren will, müssen auch die Rahmenbedingungen konkurrenzfähig sein“, sagt Nordkvist.

Künftig sollen deshalb die kommerziellen Einnahmen steigen, die Kostenstruktur überprüft und langfristige Vereinbarungen mit Stadt, Partnern und Promoter geschaffen werden.

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