Rally2 als Lösung?

Stohl sieht WRC-Zukunft kritisch

Manfred Stohl spricht im neuen TEC7 ORM-Podcast unter anderem über den Elektro-Rallyesport und die Zukunft der Rallye-WM. Während er dem neuen Opel Mokka GSE großes Potenzial zuschreibt, fällt seine Einschätzung zum WRC-Reglement 2027 deutlich skeptischer aus.

19. Juni 2026

Michael Heimrich

Stohl sieht WRC-Zukunft kritisch

Die Stohl Group war an der Entwicklung des neuen Opel Mokka GSE Rally beteiligt, der in dieser Saison im ADAC Opel GSE Rally Cup eingesetzt wird. Manfred Stohl sieht im neuen Elektroauto einen deutlichen Schritt gegenüber dem Vorgänger. Beim ersten Cup-Lauf im Rahmen der niederländischen Meisterschaft erreichte der Mokka bereits eine fünftschnellste Gesamtzeit.

Stohl hält das Fahrzeug für konkurrenzfähig, auch im Vergleich zu konventionellen Rally4-Autos. „Wenn ein Marcel Neulinger, der in der Rally4 zurzeit alles gewinnt, mit dem Rally4 fahren würde und derselbe Marcel Neulinger auf der gleichen Strecke mit dem Mokka fahren würde, dann wäre er mit dem Mokka schneller“, sagte Stohl. Ein siegfähiges elektrisches Rally2-Auto zu bauen, sei aus seiner Sicht „technisch kein Problem“.

Zweifel am WRC-Reglement 2027

Kritisch fällt Stohls Blick auf die Rallye-Weltmeisterschaft aus. Das technische Reglement ab 2027 bezeichnet er als verfahren. Grund dafür ist die geplante Basis der neuen Rally1-Fahrzeuge mit Einheits-Rohrrahmen. Diese seien rund sechs Monate vor dem Beginn der neuen Saison noch immer nicht final definiert.

Aus Sicht von Stohl könnte dadurch ein massives Problem entstehen. „Von den aktuellen Herstellern wird nur Toyota diesen Rahmen haben, bei Hyundai und Ford sehe ich das nicht“, sagte er. Neben Toyota gebe es zwar zwei von Geldgebern finanzierte Projekte in Spanien und Belgien, doch ein stabiles Herstellerfeld sieht Stohl damit nicht entstehen. Auch sein eigenes Team sei wegen eines solchen Projekts angefragt worden, die Entwicklungskosten seien aber zu hoch.

Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: „Du kannst nicht mit nur einem Hersteller eine Weltmeisterschaft fahren.“

Verbesserte Rally2 als Ausweg?

Als möglichen Plan B nennt Stohl Rally2-Autos mit verbesserter Aerodynamik, die direkt gegen die neuen Rally1-Fahrzeuge antreten könnten. Allerdings gebe es dagegen Widerstand einzelner Hersteller. Aus Stohls Sicht liegen die Probleme tiefer: „Der Pfeil wurde meiner Meinung nach schon bei der Entscheidung zum jetzigen Rally1-Format verschossen.“

Ein Ausweg wäre für ihn eine Rückkehr zu einer einfacheren technischen Basis. Stohl hält ein Zurückrüsten auf das aktuelle Rally2-Format für die plausibelste Lösung, um Kosten zu senken und mehr Hersteller beziehungsweise Teams in die Weltmeisterschaft zu bringen.

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