Premiere 2022

FIA verabschiedet neues WRC-Hybrid-Reglement

In knapp zwei Jahren werden die aktuellen World Rally Cars von ihren Nachfolgern abgelöst. Auf Drängen der FIA bekommen diese einen Hybridantrieb. Sollten sich jedoch nicht genügend Hersteller finden, hat man einen Plan B in der Hinterhand.

Der FIA Weltrat hat die geplanten Veränderungen im Reglement für World Rally Cars (künftig offiziell als Rally 1 bezeichnet) in Grundzügen abgesegnet. Endgültig finalisiert soll es aber erst im ersten Quartal 2020 werden.

Fest steht bereits jetzt, dass die Hersteller künftig ein Serienauto als Basis nehmen können, oder Rohrrahmenkonstruktionen, die die durch definierte Elemente dem Serienauto angeglichen werden - sprich Prototypen.

„Im Grunde ist der Ford Fiesta WRC doch schon ein Prototyp. Das Auto hat mit dem Serienmodell kaum noch etwas gemein, auch wenn er ihm sehr ähnlich sieht. Und um ehrlich zu sein, ein Prototyp ist insgesamt günstiger, als ein World Rally Car von einem Serienmodell abzuleiten. Zudem bietet ein Prototyp uns Herstellern auch in Sachen Sicherheit viel mehr Möglichkeiten“, entgegnete Mike Norton, bei Ford Performance für den Ford Fiesta WRC verantwortlich, den Stimmen, die eine Rückkehr der Gruppe-B befürchten.

In beiden Fällen gibt es vorgeschriebene Baugrößen, die einzuhalten sind, aber auch die Möglichkeit, Fahrzeuge aus verschiedenen Segmenten (Kleinwagen, Mittelklasse, etc.) zu nutzen. Eine von der FIA standardisierte Crashstruktur soll die Unfallsicherheit noch einmal erhöhen und den Entwicklungsaufwand für die Teams vereinfachen. 

E-Motor für die Stadt und Bestzeit

Angetrieben werden die neuen World Rally Cars weiterhin von Turbo-Benzinern, die auf der jetzigen Spezifikation basieren, allerdings steht ihnen künftig ein 100 kW starker Elektromotor zur Seite. Er ist ein Einheitsbauteil und soll dafür sorgen, dass die Autos durch Städte elektrisch fahren und auf den Wertungsprüfungen zusätzlichen Schub bekommen. Äußerlich tut sich dagegen wenig. Die spektakuläre Optik der jetzigen Autos wird beibehalten.

Um den WRC-Teams mehr Freiheiten zu geben, können die Hersteller in Zukunft ein weiteres und eigenständiges Auto mit einem Fahrer nominieren, das allerdings keine Herstellerpunkte sammeln kann.

Eine Zukunft ohne World Rally Cars?

Sollten die Hersteller von diesen geplanten Änderungen nicht überzeugt werden und sich weitere Marken aus der Rallye-Weltmeisterschaft verabschieden, dann hat die FIA bereits einen Plan B in der Tasche. Dieser sieht die Abschaffung von World Rally Cars vor, an ihre Stellen treten verbesserte R5-Fahrzeuge (Rally 2+), die mit alternativen Kraftstoffen befüllt werden, um die ehrgeizigen Umweltziele von FIA-Präsident Jean Todt zu erreichen. 

„Eine wesentliche Mission die mir Jean Todt aufgetragen hat, ist eine gewisse Nachhaltigkeit zu erreichen, damit der Rallyesport auch künftig eine Disziplin sein wird, in der man sich engagiert - unabhängig von den Regionen und Ländern in denen er stattfindet“, betont FIA-Rallye-Chef Yves Matton.

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