Ciesla: Veränderungen nachvollziehbar machen

Oliver Ciesla, Geschäftsführer der neu gegründeten WRC Promoter GmbH, will die Rallye-WM fernsehtauglich machen. Dafür sind nach seiner Ansicht Veränderungen im sportlichen Ablauf notwendig. Diese sollen aber transparent und einfach nachvollziehbar sein.

1. November 2013

Michael Heimrich

Ciesla: Veränderungen nachvollziehbar machen

Als ehemaliger Hürdenläufer kennt sich Oliver Ciesla mit Hindernissen aus. Jetzt steht der 46-jährige aber vor einer besonderen Herausforderung. Als Geschäftsführer der WRC Promoter GmbH soll er die Weltmeisterschaft fit für die Zukunft machen. Wie die jüngste Vergangenheit zeigte: Kaum eine andere Aufgabe ist so komplex, wie die der Vermarktung der Topliga. Dabei geht es nicht nur darum, mehr Fernsehzeiten zu generieren. Es gilt der FIA, den Herstellern, Veranstaltern und nicht zuletzt den Fans einen Mehrwert zu bieten. Erwartungsgemäß sorgen einige neue Ideen für einen Aufschrei innerhalb der Szene, vor allem das angedachte Finale, bei dem der Erste gegen den Zweiten um den Gesamtsieg kämpft, stieß auf Widerstand.

„Die Rallye-WM hat sich seit vielen Jahren nur unwesentlich verändert und in vielen Ländern wird sie noch mit ihrem Erscheinungsbild aus den 70er und 80er Jahren assoziiert“, stellt Ciesla fest. „Vielen jungen Menschen, die wir heute für die Rallye-WM weltweit neu gewinnen möchten, ist dieses Image aber fremd und weder für sie, noch für einen Großteil der langjährigen Fans gab es bis dato ein überzeugendes Angebot, welches den heute üblichen Gewohnheiten für Medienkonsum im 21. Jahrhundert gerecht wird. Man kann auch sagen, Rallyesport in ein TV-taugliches Format zu verpacken, ist eine wirkliche Herausforderung und wir diskutieren mit unseren Partnern intensiv, wie dabei Drama und Spannung aufgebaut werden können.“

Ciesla weiter: „Dabei halten wir es für zulässig, auch über das Wettbewerbsformat nachzudenken, solange es dem Ziel dient, eine Wertungsprüfung und deren TV-Übertragung spannender zu machen und somit mehr Fans und Medienpartner zu gewinnen. Jegliche Modifikation des Wettbewerbs muss aber transparent und einfach nachvollziehbar sein, sie muss den Fahrern und Teams gegenüber fair sein und darf nicht zum Taktieren einladen.“

Das gesamte Interview mit Oliver Ciesla über die Arbeit als WM-Promoter, neue Austragungsorte und künftige Live-Übertragungen gibt es in der neuen Ausgabe von „rallye – Das Magazin“.

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